Cibola brennt von James S. A. Corey

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Cibola burn“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 656 Seiten.ISBN 3-453-31654-1.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Durch das Portal

Ein interstellares Portal hat sich geöffnet. Angespornt von den ungeahnten Möglichkeiten, die sich damit bieten, bricht die Menschheit zu den Sternen auf und besiedelt fremde Welten. Inmitten der blutigen Raumschlachten um die Ressourcen der neuen Planeten stoßen die Siedler auf die Überreste einer uralten Zivilisation. Für Captain James Holden und seine Crew beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn das, was die außerirdische Zivilisation ausgelöscht hat, ist immer noch dort draußen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Was soll man tun, wenn der Planet auf dem man steht, einen umbringen will? (S. 329)“78

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Alles nahm seinen Anfang damit, dass auf Eros ein außerirdisches Protomolekül damit begann, menschliche DNA umzuschreiben und sich so auszubreiten. Eine unbekannte, aber offensichtlich intelligente Rasse hatte die Menschheit gefunden und wollte Kontakt aufnehmen. Damals wurden Holden und seine Crew an Bord der Rosinante zu Helden. Allen Widrigkeiten zum Trotz schafften sie es, einen verheerenden Krieg zwischen dem Mars, den Gürtlern und der Erde zu verhindern. Danach fanden sie ein interstellares Portal, das zu den von den verschwundenen Aliens erschlossenen Welten führt.

Eine erste Welt, Newterra oder Ilus genannt, wurde illegal von Kolonisten besetzt, der Konzern, der von der UN den Zuschlag erhielt, Ilus zu erforschen und die dort vermuteten Bodenschätze zu heben entsendet ein eigenes Raumschiff. Schon beim Anflug des ersten Shuttles kommt es zur Katastrophe. Das anfliegende Schiff wird Opfer einer verheerenden Explosion, der bald darauf weitere Gewalttaten folgen. Erde und Mars entsenden die Rosinante um zu vermitteln.

Auf Ilus angekommen muss Holden erkennen, dass nicht etwa der unberechenbare Anführer der Konzernsicherheit sein gefährlichster Gegner ist, sondern die Überbleibsel der verschollenen Aliens, deren Technologie auch Jahrmillionen nach ihrer in Dienststellung noch funktioniert – und die in den Menschen eine Bedrohung sieht, die es auszumerzen gilt …

Routiniert geschrieben, doch so wirklich geht es nicht voran

Wie bekannt stecken hinter dem Pseudonym James Corey die bekannten Autoren Daniel Abraham und Ty Franck. Seitdem sie ihren Erstling – Leviathan erwacht – veröffentlicht haben, überschlugen sich die Lobeshymnen von Lesern wie Rezensenten, die ihnen die Erneuerung der Space Opera zutrauen. Nun sind sicherlich auch andere Autoren versiert und bereit dem bekannten Science Fiction Kanon ihre eigene Schöpfung beizufügen, man muss Corey, um bei dem Pen-Name zu bleiben, aber attestieren, dass sich die Romane durchaus packend und interessant lesen.

Mittlerweile zum vierten Mal stehen dabei der kantige Protagonist Holden und seine Crew im Zentrum des Geschehens. Und mittlerweile kennen wir die Figuren, so dass sich die Autoren zunächst auf die Beschreibung der Zustände in der illegalen Kolonie konzentrieren. Hier prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite stehen die Flüchtlinge, die der Not gehorchend nach dem Strohhalm greifen und auf einem fremden Planeten eine Niederlassung gründen. Ob ihnen hier durch die fremde Flora und Fauna Gefahr droht ist ihnen zunächst gleich, hier geht es um irgendeine Zukunft für sie und ihre Kinder. Dass diese dann radikalisieren, als einer der verhassten Konzerne seine Vertreter entsendet, um die teuer erworbenen Rechte zu sichern ist nachvollziehbar, dass sie allerdings Menschen töten überschreitet eine Grenze. Die Vertreter des Konzerns werden dabei sehr ambivalent gezeichnet. Da gibt es durchaus Sympathieträger insbesondere unter den Wissenschaftlern, dominiert wird diese Gruppe aber durch den brutalen Anführer des Sicherheitsteams.

Die beschriebene Situation ist uns aus anderen Romanen bekannt, hier wartet trotz aller Dramatik wenig wirklich Überraschendes auf uns. Erst mit dem Eintreffen der Rosinante ändern sich die Verhältnisse markant. Plötzlich beginnen die Hinterlassenschaften der Aliens eine Rolle zu spielen, nimmt eine diffuse, dabei aber im deutlicher werdende bedrohlichere Gefahr Gestalt an. Im letzten Drittel des Ziegelsteins von einem Buch überschlagen sich dann die Ereignisse.
Es gibt Action non-stop, immer wieder finden sich die Crewmitglieder der Rosinante in aussichtslosen Situationen wieder, werden sie bedroht, angegriffen und verletzt. Das Tempo nimmt hier, nach dem doch eher beschaulichen Beginn rasant zu, so dass man die Seiten gar nicht schnell genug umblättern kann.

Fans der Reihe werden auch vorliegend wieder begeistert sein, Neuleser können den Roman auch ohne die Vorkenntnisse goutieren, werden aber mit vielen Verweisen und Anspielungen ihre Mühe haben. Insgesamt aber ist anzumerken, dass wir der verschollenen Alienrasse nach wie vor nicht wirklich näher kommen, wenngleich wir Hinweise auf den Gegenspieler, der für das Verschwinden verantwortlich zeichnet zum ersten Mal wirklich greifbar präsentiert bekommen.

So ist dies ein Roman, der gut, zum Teil packend unterhält, der aber gegenüber den ersten Teilen der Saga ein wenig abfällt, da er sich für meinen Geschmack ein wenig zu sehr auf das Fernduell Holden versus Konzersicherheitschef konzentriert.

Ihre Meinung zu »James S. A. Corey: Cibola brennt«

Alexander zu »James S. A. Corey: Cibola brennt«01.03.2018
Der Bewertung "Action non-stop" kann ich nicht ganz zustimmen. Die gesamte Serie (habe mittlerweile 7 Bände davon gelesen) hat in jedem Band eine ähnliche Schwäche, nämlich einen Durchhänger in der Mitte. Hier dreht es sich viel zu lange um kleinliche menschliche Machtspielchen, bis der Roman dann (wie üblich) im letzten Drittel aufdreht. Ausgerechnet in diesem ersten Band der Serie, der auf einem Exoplaneten stattfindet, hätte man sich ein bisschen weniger Kommunalpolitik gewünscht. Aber die Serie als Ganzes ist auf jeden Fall lohnenswert, auch wenn sie nicht ganz fettfrei geschrieben ist. (Jeder Band wäre durch Herausschneiden von Füllmaterial problemlos um ein Viertel bis ein Drittel schrumpfbar.)

Ich stimme Geronimox darin zu, dass man die Serie in ihrer Reihenfolge lesen sollte.
geronimox zu »James S. A. Corey: Cibola brennt«01.02.2016
Eine Actiongeladene Wildwest-Besiedlungs Geschichte, in den Weltraum und auf einen fernen Planeten verlegt.

Da Couch-Kritiker Kuhr in seiner obigen Zusammenfassung alles wichtige gesagt hat, möchte ich jedoch anders als Kuhr Neuleser davor warnen, diesen vierten Roman der »Protomolekül«-Serie ohne Kenntnis der vorherigen Bücher zu lesen – er setzt einfach zu viel Wissen um die vorherigen Teile voraus.

Ansonsten bietet der Roman wieder einmal Hardcore Science Fiction vom Feinsten und lässt am Ende viel Luft für weitere Geschichten um Capt. James Holden und seine Crew vom Raumschiff Rosinante. Die dramaturgischen Längen, die ich zumindest in den ersten beiden Teilen bemängelt habe, werden in diesem Teil von schnellen Sicht- und Personenwechseln und pausenloser Nonstop-Action mit Rettungen in letzter Sekunde aufgefangen.

Mein Fazit: Eine echte, episch lange Space Opera mit einem ersten Hinweis auf den Erzfeind der Protomolekül-Schöpfer als Cliffhanger.

8/10

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