Nidavellir

Spiel-Kritik von Lisa Reim-Benke (08.2021) / Titel-Motiv: © Pegasus Spiele

Die Zwerge rüsten zum Kampf!

Aufregung im Zwergenreich: Drache Fafnir bedroht das Volk der Elvalande. Nun ist es an uns, eine schlagkräftige Armee zusammenzustellen und das Königreich zu beschützen. Doch nur wer seine Münzen in den drei Tavernen am geschicktesten einsetzt, wird die besten Kämpfer, Kundschafter und Schmiede zusammentrommeln können und die ehrenvolle Aufgabe übertragen bekommen, das Land zu verteidigen!

Aufruf zum Zwergen-Casting

Bei Nidavellir versuchen die Spieler, das beste Kartendeck zusammenzustellen und gleichzeitig ihre Münzen aufzuwerten. Mit letzteren wird über mehrere Runden hinweg in drei verschiedenen Tavernen um die Gunst der ausgelegten Zwerge geworben. Gleichzeitig erhöhen die Münzwerte später die Gesamtwertung.

Wer nun denkt, dass es einfach nur darum geht, auf die Zwerge mit den meisten Punkten zu bieten, hat sich getäuscht – denn Nidavellir ist weitaus komplexer. Die Zwerge entstammen fünf verschiedenen Clans: Minenarbeiter, Kämpfer, Kundschafter, Jäger und Schmiede. Je mehr Zwerge man aus einem Clan besitzt, desto besser für die Endwertung. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, möglichst alle Clans beim Sammeln zu berücksichtigen, denn nur so kann man Sets zusammenstellen und Helden anwerben, die noch einmal Vorteile und Extra-Punkte bieten.  

Hinzu kommt, dass die Punkte eines jeden Clans anders gewertet werden: mal wird stur addiert, mal werden die Abzeichen der jeweiligen Zwerge mit der Anzahl der Karten multipliziert, mal steigen die Punkte in ungeahnte Höhen, je mehr Zwerge man besitzt. Und so ergeben sich eine Menge Möglichkeiten, verschiedene Strategien zu verfolgen. Soll ich lieber Sets sammeln, mich auf bestimmte Clans konzentrieren oder möglichst viele Münzen aufwerten? Welche Helden soll ich in meine Armee aufnehmen, welche Effekte kann ich am gewinnbringendsten einsetzen? Und nicht zu vergessen: Welche Strategie fahren meine Mitspieler und kann ich ihnen durch geschicktes Wegschnappen der Zwerge einen Strich durch die Rechnung machen?

Nervenaufreibende Entscheidungen am laufenden Band

So simpel das Konzept zunächst klingen mag, Nidavellir ist ein Kennerspiel, das durch seine vielen Möglichkeiten, Punkte zu sammeln, erstaunlich viel Spieltiefe besitzt. Sich in jeder Runde immer wieder neu entscheiden zu müssen, welchen Weg man einschlägt, macht einerseits wahnsinnig Spaß und sorgt andererseits für abgekaute Fingernägel. Spannende Partien und vehement geforderte Revanchen sind da garantiert!

Dank des einfachen Konzepts ist das Spiel sehr unkompliziert. Die Regeln sind schnell gelernt, sodass es auch in einer neuen Spielerrunde zügig losgehen kann und ungeübte Brettspieler rasch einen Zugang finden. Erfreulicherweise funktioniert das Spiel zu zweit ebenfalls hervorragend. Allerdings geht doch mehr die Post ab, je mehr Personen mitspielen – bei fünf Spielern ist (im positiven Sinne) die Hölle los. Je mehr Bieter man übertrumpfen und Gegner man im Auge behalten muss, desto abwechslungsreicher gestaltet sich der Wettstreit um die beste Armee. Immer wieder ist man gezwungen, die eigene Taktik zu ändern und schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren. Zu zweit kann es da leicht passieren, dass sich die Spieler auf eine Strategie einschießen und die Partien sich irgendwann zu sehr ähneln.

Auch thematisch kann das Spiel überzeugen, ganz besonders natürlich, wenn man ein Zwergenfreund ist. Herr-der-Ringe-Fans fühlen sich gleich wie zu Hause, wenn vom „Tänzelnden Pony“ oder von Mithril die Rede ist. Das Material ist schön gestaltet, auch wenn die Illustrationen der Zwerge ausschließlich Schwarz-Weiß sind. Obwohl sich die Zeichnungen der verschiedenen Clan-Mitglieder und Helden unterscheiden, geht das aufgrund der einseitigen Farbgestaltung schnell unter. Dennoch: Nidavellir ist ein Spiel, das man immer wieder gerne hervorholt – denn man weiß nie so recht, was einen erwartet!

Fazit:

Einfache Regeln, kurze Spieldauer, spannende Entscheidungen und ein hoher Wiederspielwert. Nidavellir kann sowohl thematisch als auch spieltechnisch überzeugen. Für alle Zwergen-Fans ein Muss!

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Bilder: © Pegasus Spiele

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