Die Musik der Stille von Patrick Rothfuss

Buchvorstellungund Rezension

Die Musik der Stille von Patrick Rothfuss

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „The Slow Regard of Silent Things“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 173 Seiten.ISBN 3-608-96020-1.Übersetzung ins Deutsche von Jochen Schwarzer.

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In Kürze:

Die Universität von Imre ist weithin bekannt für ihre Gelehrsamkeit. Die besten Köpfe zieht sie an, die Rätsel der Wissenschaft, des Handwerks und der Alchemie zu entschlüsseln. Aber tief unter dem lebendigen Treiben in ihren Hallen erstreckt sich ein Netz verlassener Räume und alter Gänge. Im Herzen dieses höhlenartigen Labyrinths lebt das Mädchen Auri. Das »Unterding« ist ihr Zuhause. Die kalte, trügerische Rationalität der Menschen, die über ihr leben, hat sie hinter sich gelassen und sie dringt tief in das Geheimnis der Dinge ein. Eine Geschichte voll betörender Bilder und magischer Spuren, wie sie nur Patrick Rothfuss erzählen kann. »Die Musik der Stille« fügt der Welt der Königsmörder-Chronik eine ganz eigene, faszinierende Geschichte hinzu.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Roman wie eine Liebeserklärung an einen besonderen Buchcharakter“93

Fantasy-Rezension von Petra Meyeroltmanns

Wer Patrick Rothfuss Königsmörder-Chronik kennt, von der bisher zwei Bände (in Deutschland drei, da der zweite Band geteilt wurde) erschienen sind, kennt Auri bereits. Die Musik der Stille ist nicht der dritte Band der Reihe, sondern ein Ergänzungsband, der dem Leser Auri mitsamt ihren Besonderheiten nahebringt. Um den Roman verstehen und genießen zu können, sollte man unbedingt die bisher erschienenen Bände der Trilogie schon kennen.

Auri erwacht eines Tages und ist sich sicher, bald Besuch von Kvothe zu bekommen. Darauf muss sie sich vorbereiten, vor allem benötigt sie ein passendes Geschenk für ihn. Der Roman erzählt von Auris Tagen vor dem erwarteten Besuch.

Auri ist besonders, ihre Besonderheit zu vermitteln, gelingt dem Autor sehr gut. Auri lebt allein im Unterding, unter der Stadt, dort kennt sie sich gut aus, hat die ihr bekannten Räumen benannt, kennt aber noch lange nicht alle. Dinge und Räume sind für Auri nicht leblos, für Auri haben sie Eigenschaften und Bedürfnisse, da gibt es z. B.:

„einen Ort, der es wagte, ganz er selbst zu sein“ (S. 37)

oder eine „schüchterne“ Tür (ebenda), einen Willen, vielleicht sogar eine Seele. Deshalb muss auch alles „richtig“ sein, „richtig“ gemacht werden, alles muss stimmen.

Auri hat gute und auch schlechte Tage, in der Regel erkennt Auri schon beim Aufwachen, was für ein Tag sie erwartet. So gibt es z. B. Findetage, an denen Auri neue Dinge finden kann, womöglich sogar neue Räume. Es gibt aber auch schlimme Tage, an denen alles schief geht oder an denen Auri einfach nur traurig ist:

„Am dritten Tag weinte Auri“ (S. 89)

An schlechten Tagen verliert sie die Welt und braucht hin und wieder einen Anker, dann merkt man auch, wie einsam Auri sein muss. Der Leser ist sehr schnell in Auris Emotionen gefangen, freut sich und leidet mit ihr. So übertragen sich auch Auris Gefühle für Dinge und Räume auf den Leser und so kann auch ein Zahnrad als Persönlichkeit wirken.

Nicht nur Auri, auch das Unterding lernt man dadurch besser kennen. Auri ist allerdings nicht auf das Unterding fixiert, sonst hätte sie Kvothe auch gar nicht kennen lernen können, es gibt auch Tage, an denen sie oben herumschweift, dort womöglich Dinge gegen passende aus ihrem Besitz austauscht oder auch etwas in Ordnung bringt.

Bereits in seiner Vorbemerkung warnt der Autor vor dem Buch. Nicht nur, weil man die Vorgängerbände kennen sollte, sondern auch, weil es „anders“ ist. Anders ist es sicher, es hat nur eine einzige Protagonistin, zudem eine, von der man nicht unbedingt erwartet, dass sie eine ganze Geschichte tragen kann. Auri ist, wie der Roman, anders, aber gerade das macht die Brillianz des Romans aus. Und tatsächlich ist der Roman richtig gut, Auris Leben ist alles andere als langweilig, als Leser kommt man ihr sehr nahe, sieht sie mit ganz anderen Augen, und trennt sich nur schwer wieder von ihr. Möglicherweise ist der Roman wirklich nicht für jeden geeignet, sondern vor allem für Menschen, die auch ein bisschen anders, und mit reichlich Phantasie ausgestattet sind – aber sind wir Phantasik-Leser das nicht alle?

Die Geschichte ist angereichert mit Schwarz-Weiß-Illustrationen, die der Band auf Grund der gelungenen Beschreibungen des Autors gar nicht gebraucht hätte, die aber dennoch zur Atmosphäre des Romans beitragen.

Chapeau an den Autor für diese wunderbare, poetische und berührende Geschichte, die Kvothes Welt bereichert, und den Leser gespannt auf ein Wiedersehen mit Auri im nächsten Chronik-Band warten lässt. Dieses Buch ist ein wahres Lesehighlight!

Ihre Meinung zu »Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille«

Buchhunger zu »Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille«31.10.2017
Wer eine klassische Geschichte mit klassischen Bausteinen erwartet wird hier enttäuscht werden.
Wer eine experimentelle Fantasygeschichte erwartet, die versucht, neue Wege zu gehen und mit diesen zu überzeugen... der wird ebenfalls enttäuscht werden.
Wer sich aber, so wie ich, nach dem Lesen von "Der Name des Windes" und "Die Furcht des Weisen" in die Figur Auri verliebt hat und unbedingt mehr über sie erfahren und ihre Andersartigkeit ein Stück weit verstehen möchte, dem werden hier Einblicke in Auris Gedanken- und Gefühlswelt erlaubt, die teilweise Rückschlüsse auf ihre emotionalen Störungen ermöglichen und, vielleicht, Mutmaßungen über die vorausgegangenen Traumata des Mädchens erlauben.
Die Musik der Stille ist ein Buch für alle Auri-Fans da draußen und für diese Zielgruppe, und nur für diese Zielgruppe, ist dieses Buch geschrieben.

"Auf acht Seiten einer sechzig Seiten langen Geschichte geht es ums Seifemachen. So etwas schreibt doch nur ein Irrer."
- Patrick Rothfuss
Hugo H. zu »Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille«20.09.2017
Das Buch ist "anders" -> es ist einfach nur langweilig. Nur wer keine Handlung in einem Buch braucht, findet das komplette Fehlen einer Handlung "brilliant". Die Geschichte erinnert mich irgendwie an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider": das Buch bietet rein gar nichts, wird aber von allen als "anders", "speziell" und "brilliant" bezeichnet um nicht als Dummkopf zu gelten "der das Buch nicht verstanden hat"
Walzman zu »Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille«22.06.2017
Dieses Buch ist speziell!
Wer Bücher wie "Willkommen in Night Vale - Joseph Fink & Jeffrey Cranor" oder "Der unsichtbare Apfel - Robert Gwisdek" mag, ist hier gut aufgehoben. Ich möchte diese Bücher nicht vergleichen, aber sie sind allesamt anders zu lesen. Dieses Buch folgt nicht den typischen Konventionen. Ich konnte dieses Buch durchaus ein paar Tage weglegen, aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich von Patrick Rothfuss etwas derartiges nicht erwartet habe. Abschnitte, Ideen und Einzelheiten konnten mich begeistern.
Ein Buch für Charaktere die Details unter der Oberfläche wahrnehmen.
Sebastian A. zu »Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille«26.04.2016
Dieses Buch ist wirklich sehr langweilig.
Wie im Vor- , so auch im Nachspann geht Patrick Rothfuss selber darauf ein, auch wenn seine Bekannte Vi ihn bestärkt das Buch zu schreiben und alle Leser dumm findet, die es nicht mögen. Patrick, bitte, höre auf deine Leser und mißachte die Meinung deiner Freundin/ Bekanntin - diese 170 Seiten für knapp 25,-€ sollten besser angelegt werden als in dieses Werk, das lediglich eine Person in einem Monolog behandelt.
Sebastian A. zu »Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille«26.04.2016
Dieses Buch ist wirklich sehr langweilig.
Wie im Vor- , so auch im Nachspann geht Patrick Rothfuss selber darauf ein, auch wenn seine Bekannte Vi ihn bestärkt das Buch zu schreiben und alle Leser dumm findet, die es nicht mögen. Patrick, bitte, höre auf deine Leser und mißachte die Meinung deiner Freundin/ Bekanntin - diese 170 Seiten für knapp 25,-€ sollten besser angelegt werden als in dieses Werk, das lediglich eine Person in einem Monolog behandelt.
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