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Carsten Kuhr
Willkommen in der Kompanie der Versager

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mär 2014

Der Krieg gegen die Ruul zieht sich hin. Immer, wenn die Menschheit hofft, endlich gegen die angreifenden Horden der Aggressoren punkten zu können, erlebten sie eine herbe Überraschung.

Inzwischen hat sich fast ein Status Quo herausgebildet – zwar gelang es den Ruul eine erste Verteidigungslinie der Menschen zu überrennen, doch noch ist die menschliche Hegemonie in der Galaxis sicher. Während die Soldaten an der Front die Kolonien der Erde verteidigen sorgen Agrarplaneten dafür, dass auf den Industriewelten keine Hungersnot ausbricht. Da dort, fernab von der Kampfzone, relative Sicherheit herrscht, hat das Oberkommando sich dazu entschlossen, die dortigen Truppen an die Front zu verlegen, wo sie dringend gebraucht werden und den Schutz der Agrarplaneten durch die Milizen und speziell aufgestellte Freiwilligenregimenter zu gewährleisten. Dass dabei Rekruten antreten, die kaum zur Ausübung ihres Dienstes taugen scheint nicht wirklich von Bedeutung zu sein, ist ihr Kampfeinsatz doch kaum anzunehmen.

So begleiten wir zunächst eine Gruppe neuer Möchtegern-Soldaten bei ihrer Ausbildung, die die Spreu schnell vom Weizen trennt. Ihre Ausbilder haben es schwer aus den ungeeigneten Freiwilligen auch nur halbwegs taugliche Kämpfer zu machen. Und dann kommt es, wie es kommen muss, die Ruul landen auf dem Agrarplaneten Alancantor und es ist ausgerechnet an den Versagern des Militärapparats den Kampf gegen die Eroberer aufzunehmen ...

Keine neue Idee, aber packend umgesetzt

Statt uns wie bislang die Kommandoaktionen der Eliteeinheiten zu schildern, versucht Military-SF-Autor Stefan Burban einen frischen Ansatz. Dabei ist die Idee selbst nicht Neu – man nehme eine Gruppe unfähiger Rekruten, lasse diese durch ein hartes Training zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen und stähle diese dann im feindlichen Feuer.

Das bringt uns gruppendynamische Entwicklungen – die Auseinandersetzung mit einem Unsympath eingeschlossen -, bevor es dann bei der Verteidigung des Planeten in die Vollen geht. Das Gebotene liest sich zwar nicht überwältigend überraschend, aber durchaus packend. Wir verfolgen gespannt mit, wie es unseren unfähigen Rekruten ergeht, wie sie an Erfahrung gewinnen, erste Erfolge erzielen und dann im Kampf ihren Mann bzw. Frau im gegnerischen Feuer stehen.

So haben wir im Roman alles, was man von einem solchen Buch erwartet – die Ausbildungsphase mit dem Schleifen der Neulinge, der Einsatz im Erstfall und die heroischen Kämpfe. Inhaltlich, wie gesagt, nicht unbedingt neu, auch der Ausgang der actionreichen Kommandounternehmen und dem Häuserkampf ist nicht wirklich überraschend, doch liest sich das Gebotene flüssig und spannend, kurzweilig und packend – was will man mehr?

Brüder im Geiste

Brüder im Geiste

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