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Carsten Kuhr
Die Superbösewichter versklaven die Menschheit

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mär 2014

Als der rote Stern Calamity am Himmel aufgeht und einigen Menschen besondere Kräfte verleiht, scheint die Zeit der Superhelden Realität zu werden. Ungeschickt nur, dass die Menschen, die plötzlich übernatürliche Kräfte und Fähigkeiten entwickeln, sich nicht in den Dienst der Gerechtigkeit stellen, sondern, ganz Egoisten, sich zu den scheinbar unbesiegbaren Herrschern über die Welt aufschwingen. Das Kapitulationsgesetz gießt den Zustand in Beton.

Die Epics stehen über dem Recht, dürfen sich ungestraft nehmen, was sie wollen – hindern kann sie sowieso niemand daran. Einzig die Reckoners, eine Widerstandsgruppe, lehnt sich gegen die übermächtigen Herren auf. Sie suchen und finden die jeweilige Achillesferse der Epics und unternehmen Anschläge.

Im ehemaligen Chicago hat Steelheart, einer der mächtigsten Epics die Herrschaft an sich gerissen. Mit seinen Kräften hat er Newcargo, das frühere Chicago sowie einen Großteil des Lake Michigan in Stahl verwandelt und in ewige Nacht getaucht.

Vor zehn Jahren hat David mit ansehen müssen, wie Steelheart seinen Vater ermordet hat und dabei an der Wange verletzt wurde. Seitdem verfolgt er die Epics und insbesondere Steelheart mit unnachgiebigem Hass. Er will sich den Reckoners anschließen um seinen Traum von Rache leben zu können. Als er einen Anschlag der Rächer miterlebt ergreift er die Chance sich und seine Erkenntnisse dem Widerstand anzubieten und aktiv in den Kampf einzugreifen ....

Gelungene, wenn auch oberflächliche Abwandlung des Superheldentopics

Brandon Sanderson hat sich in den letzten Jahren mit seinen Werken in die erste Reihe der Fantasy-Schriftsteller geschrieben.Seine Mistborn-Trilogie bot bestes Lesefutter, die Fertigstellung der „Wheels of If" Serie (dt. Rad der Zeit) nach dem zu frühen Ableben Robert Jordans errang ihm Meriten, mit seinen Alcatraz Büchern eroberte er den Jugendmarkt.

Nun also legt er den ersten Band einer neuen Trilogie vor, die Elemente und Motive aus gängigen Comic Serien aufgreift, wandelt, und in Prosaform präsentiert.

Superhelden – das Genre konzentriert sich hauptsächlich auf den Comic Sektor, entsprechende Zweitverwertung in Kinofilmen sorgt für einen weiteren Hype. Allerdings schien das Motiv doch recht ausgereizt, erschien der Kampf der Superhelden gegen das Böse etwas altbacken.

Sanderson wandelt seine Superhelden einfach in Superbösewichte, nimmt einen jungen Ich-Erzähler, der ein Hühnchen mit diesen zu rupfen hat, eine Gruppe Rebellen und fertig ist der Bestseller.

Geschickt spielt er hier seine Stärken in der Charakterzeichnung der Protagonisten aus, präsentiert uns sympathische, interessante Gestalten – auch wenn gerade die Epics für meinen Geschmack ein wenig zu überzeichnet daherkommen. Mit großem Tempo, jeder Menge unerwarteter Wendungen und Kämpfen füllt er seine Seiten, so dass sich der Text gefällig und flüssig liest. Im Mittelpunkt steht natürlich das packende Abenteuer, im dem er geschickt mit der Erwartungshaltung des Lesers in Hinblick auf die übermenschlichen Fähigkeiten spielt, ohne dass er hier zu sehr in Klischees abgleitet.

Fazit: Das ist munter geschriebene Unterhaltung, spannend zu lesen, aber auch nicht mehr.

Steelheart

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