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Andreas Kurth
Kreuzberger Nächte sind lang

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jul 2014

In den Berliner Stadtbezirken Neukölln und Kreuzberg tritt ein mysteriöser Virus auf. Die Infizierten werden zunächst komatös, dann erwachen sie wieder und fallen andere Menschen an. Durch Bisse wird der Virus offenbar übertragen, die Mediziner stehen dennoch vor einem Rätsel. Als Ultima Ratio wird um beide Bezirke eine Mauer errichtet, mit Wachtürmen und Scharfschützen, die das Feuer auf jeden Infizierten eröffnen, der Anstalten macht, sich der Sperranlage zu nähern. Die Behörden verbreiten die Information, dass nur Menschen mit Migrationshintergrund von der rätselhaften Krankheit befallen werden. Dem Journalisten Robert Truhs wird jedoch ein Video zugespielt, dass ganz andere Informationen enthält. Truhs durchschaut das politische Spiel, ist jedoch zunächst ratlos, was er mit dem Material anfangen soll. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Ein ausgezeichneter Plot

Die Freunde von knallharten Zombie-Romanen dürften von Peter Huths Buch enttäuscht sein. Ich bin von dieser Mischung aus Polit-Thriller und Horror-Roman dagegen hellauf begeistert. Es ist mutig und innovativ, in einen phantastischen Roman derartige Szenarien und Anspielungen auf die politischen Verhältnisse in der Hauptstadt einzubauen. Einen beliebigen Zombie-Thriller hätte man auch in Wien, München oder im Schwarzwald spielen lassen können. Aber Peter Huth, Chefredakteur einer großen Berliner Boulevard-Zeitung, hat einige politische Eigenheiten der deutschen Hauptstadt karikiert, indem er Schlüsselfiguren seines Romans mit Eigenschaften realer Politiker ausgestattet hat. Ich werde hier jetzt keine Namen nennen, das mag der Leser selbst zuordnen. Der Plot ist jedenfalls ausgezeichnet, und Huth zeigt mit seinem Buch, dass Journalisten in aller Regel auch gute Geschichtenerzähler sind.

Spiegel für die Gesellschaft

Es geht hier eben nicht nur um Zombies, die ihrem Hunger nach Fleisch folgen. Peter Huth zeigt vielmehr, wie Behörden, Politiker und ganz normale Bürger mit dem Ausbruch einer derartigen Krise umgehen. Da wird ausgesessen bis zum Abwinken, oder die Krise wird zur persönlichen Rehabilitation missbraucht. Da sind aber auch die Scharfschützen auf den Wachtürmen, ihre Familien, die Mediziner in den Krankenhäusern der Stadt. Das Spektrum der Reaktionen reicht von Hilflosigkeit und Massenflucht über politische Skrupellosigkeit bis hin zu reaktionärem Draufgängertum. Peter Huth geht es in diesem Buch offensichtlich nicht darum, auf billige Art Ekel bei seinen Lesern zu erzeugen, sondern die vermeintlichen Zombies in Kreuzberg und Neukölln sind für ihn nur das Vehikel, um der Berliner Gesellschaft den Spiegel vor die Nase zu halten.

Breite Palette an Protagonisten

Dabei sind Zombies ja irgendwie in Mode, und das nutzt Huth, um seine Botschaft zu platzieren. Die mögliche Krise in Berlin muss nicht so phantastisch ausfallen, aber die möglichen Reaktionen auf ein wie auch immer geartetes Krisen-Szenario sind schon höchst plastisch und spannend beschrieben. Und das macht auch die hauptsächliche Spannung in diesem Buch aus, denn man möchte unbedingt weiter verfolgen, wie die einzelnen Protagonisten agieren. Neben Politikern, Polizisten und ganz normalen Bürgern gibt es dann auch noch Journalisten und Kameramänner, die sich auch weiterhin der Aufklärung verpflichtet fühlen. Peter Huth zeichnet in dem Roman durchaus ein differenziertes Bild seines Berufes.

Insgesamt präsentiert der Autor einen ganzen Strauß von Protagonisten. Da sind dann eben charismatische Persönlichkeiten, unbeliebte und fast schon verschrobene Menschen, aber auch durchaus unspektakuläre Protagonisten, die dennoch für die Handlung und ihre Fortgang wichtig sind. Peter Huth ist als Journalist mit den aktuellen gesellschaftlichen Reizthemen bestens vertraut, und er baut diese überaus geschickt in seinen Roman ein. Nochmals sei festgestellt, dass mir diese gelungene Mischung aus Politthriller und phantastischem Roman überaus gut gefällt. Vor allem das Ende ist mehr als gelungen.

Berlin Requiem

Berlin Requiem

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