Die Wächter

  • Bastei-Lübbe
  • Erschienen: Januar 2013
  • 0
Die Wächter
Die Wächter
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Carsten Kuhr
80°1001

Phantastik-Couch Rezension vonAug 2014

Das Ende des ersten Zyklusses – Military SF der besseren Art

Das Leben spielt so manches Mal gar böse Spielchen. Da hatten die Politiker über Jahrzehnte hinweg einen Helden aufgebaut, ihn ihren kriegsmüden Bürgern der Allianz als überlebensgroße Identifikationsfigur präsentiert und dann besitzt ausgerechnet dieser Held, Black Jack Geary die Frechheit gar nicht tot zu sein! Nach Generationen von jungen Menschen, die die Allianz in einem Bruderkrieg gegen die Syndiks verheizt hat, kehrt eine Legende zurück. Und damit nicht genug, gelingt es Black Jack auch noch die bereits geschlagene Flotte sicher durch Feindesland in heimisches Gefilde zurückzuführen.

So Jemanden kann ein Machtmensch nicht so einfach neben sich dulden, zu gefährlich wäre es, wenn der Held plötzlich entscheiden würde, etwas gar Ungewöhnliches zu tun. Etwa das Wohl aller über sein persönliches Befinden und seine Karriere zu stellen. Also wird Geary mit einer maroden Flotte ausgesandt, feindliche Aliens zu finden – er wird schon nicht zurückkommen.

Dumm nur, dass Geary eben dies doch gelingt und er neben einem gigantischen Raumschiff einer feindlichen Rasse gleich auch noch Aliens mitbringt, die den Menschen gegenüber freundlich gestimmt sind. Und diese wollen zur alten Erde – da kann doch nur Einer als Geleit in Frage kommen – Black Jack reist zum Ursprungsplaneten der Menschheit ...

Einige Wiederholungen und Längen zu Beginn – dann gibt Campbell Gas

Der Zyklus um die verschollene Flotte geht zu Ende. Doch eigentlich ist es kein richtiges Finale, das uns Campbell hier kredenzt. Zu viele Fragen bleiben offen, es wurden neue Handlungsstränge angelegt, Konflikte und Rätsel aufgebaut, so dass eine Fortsetzung dringend geboten erscheint.

Vorher aber wird sich Campbell zunächst ein wenig mit Details seines Universums beschäftigen. In Einzelromanen wird er schlaglichtartig die Zustände in den Syndik Systemen – mit Der Ritter, Bastei-Lübbe ist der erste dieser Bände gerade erschienen – beleuchten, aber auch die politische Situation der Allianz noch näher unter die Lupe nehmen.

Bleiben wir bei vorliegenden Roman, der wiederum einige Längen aufweist. Insbesondere der Weg zurück ins Allianz Gebiet – kennen wir dies aus den ersten Bänden nicht schon? - ist deutlich zu lang geraten und wiederholt bekannte Handlungsschemata.

Daneben aber gelingt es dem Autor auch, uns die Fremdartigkeit der Aliens erfahrbar zu machen. An Bord des gekaperten Fremdrassenschiffes gehen Phantome um, die, gleich ob Einbildung oder eine gezielte Waffe, den Menschen das Fürchten lehren.

Nach wie vor bleibt die Zeichnung der Syndiks etwas arg schablonenhaft auch wenn Campbell sich bemüht hier zusehends zu differenzieren. Als Bösewichter per se müssen die politischen Offiziere, die Schlangen des Geheimdienstes aber nach wie vor herhalten – zu verführerisch und einfach wirkt dies auf den Verfasser.

Besonders gut wurde der Text allerdings immer dann, wenn Campbell sich den Fremdrassen zuwandte. Wie bereits im vorhergehenden Roman – Ein halber Sieg – baut er hier viel Sense of Wonder auf, präsentiert uns wirklich fremde Wesen, die sich anders verhalten als die Menschen, die keine Abziehbilder sind und das Interesse auf ein neues, ein anderes Niveau heben.

Auch wenn das Finale auf Terra ein wenig überfrachtet und kitschig wirkt, ein doch letztlich gelungener Teil-Abschluss der Handlung, wobei wir unseren Black Jack sicherlich wiedersehen werden.

Die Wächter

John G. Hemry, Bastei-Lübbe

Die Wächter

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