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Carsten Kuhr
Der Kampf gegen Vlad Dracul geht in seine entscheidende Runde – die Stunde null ist fast da

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Aug 2014

Stellen sie sich vor, dass fast alles, was ein gewisser Bram Stoker in einem Roman niedergeschrieben hat wahr wäre. Es gibt Vampire, die sich von Blut ernähren, denen Sonnenlicht nicht gut tut und die fliegen können. Den Rest, Weihwasser, Kreuze und fließendes Wasser hat Stoker, als guter Autor hinzugedichtet, das Grundgerüst aber erweist sich als erschreckend real.

Damit nicht genug, versucht eine staatliche Institution, das streng geheime Department 19, verzweifelt die Vampire zu bekämpfen, ihre Anzahl zu dezimieren und die Wiederauferstehung Draculas zu verhindern.

In den ersten beiden Romanen wurden uns die jugendlichen Helden, die angesichts der Abenteuer, die sie überstehen mussten, schnell erwachsen wurden vorgestellt, es galt herbe Verluste und Niederlagen einzustecken und Dracula wurde zu erneutem, untoten Leben erweckt.
Nachdem das Department von Verrätern unterlaufen war steht nun zunächst die Prüfung aller Mitarbeiter und das Auffüllen der dezimierten Reihen durch neue, junge Rekruten an. Doch eigentlich haben sie dafür gar keine Zeit. Dracula macht seinen ersten Zug – und es ist, von seiner Warte aus gesehen, ein wahrlich bestechendes Gamebit. Er befreit auf der ganzen Welt psychotische Schwerverbrecher, Insassen der geschlossenen Anstalten und wandelt diese in Vampire.

Damit noch nicht genug, gelingt es ihm, den frisch gewandelten ungewöhnlich große Kräfte und Schnelligkeit angedeihen zu lassen. Die Departments auf der ganzen Welt sehen sich ihrer größten Herausforderung gegenüber, und das, obwohl Dracula selbst noch gar nicht ins Spiel eingegriffen hat ...

Will Hills etwas andere Vampir-Saga geht in ihre dritte, spektakuläre und knallharte Runde

Als Lübbe den ersten Band der Vampirserie im Hardcover publizierte dachte ich noch, ob das, angesichts der Massen an Vampir-Romanen die auf den Büchertischen um die Gunst des lesenden Publikums buhlt wohl gutgehen würde. Doch die Herausgeber haben einen sicheren Instinkt gehabt, diese Serie besonders herauszustellen.

Nicht nur, dass sie ihre All-Age Reihe mit jungen Protagonisten spickten, in deren Haut der Leser mühelos schlüpft, sie nutzen klassische Elemente und Gestalten und transferieren diese in unsere moderne Welt.

Nachdem das Interesse nicht nur an den Figuren sondern auch an den Hintergründen – Stichwort Dracula – geweckt war, tritt der Zyklus nunmehr in eine zweite, etwas andere Phase.

Die Kampfschilderungen nehmen eine neue Qualität an, sind brutal realistisch voller Gewalt, Blut und Schmerzen. Das ist kein weichgespültes Buch, in dem die Kämpfe klinisch rein ablaufen, oder das Mäntelchen der Selbstzensur sorgfältig über die zum Teil martialisch ausgestalteten Auseinandersetzungen ausgebreitet werden, hier werden Hoden zum Matsch zerquetscht, Köpfe abgerissen und Leiber und Hälse durchschlagen. Mit diesen Schilderungen fängt der Autor nicht nur Thriller Fans, sondern bietet auch den von PC-Games Verwöhnten Spielern einen Anreiz zum Medium Buch zu greifen.

Darüber hinaus baut er seine Welt immer weiter und detailreicher aus. Hier ist es insbesondere Valentin, der sich freiwillig sich dem Department ausgeliefert hat aber auch ein Nachfahre Harkers, die hier als Gestalten weiter interessant aufgebaut werden.

Zwar wartet auf den Rezipienten vorliegend wieder einmal mehr Papier, der Roman liest sich dabei aber flüssig und angenehm, so dass die Zeit der Lektüre wie im Flug vergeht. Es bleibt somit spannend, wie es weitergehen wird.

Department 19 - Das Gefecht

Department 19 - Das Gefecht

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