Nebenjobs

  • Feder & Schwert
  • Erschienen: Januar 2014
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Carsten Kuhr
82°

Phantastik-Couch Rezension vonNov 2014

Der Magier ist zurück – und das in elf wunderbaren Geschichten

Chicago, Illinois. Hier, in der Marschlandschaft nahe dem Lake Michigan, in dessen sumpfigen Boden langsam aber sicher auch die modernsten Gebäude versinken, haust er. Harry Dresden, Magier. Nun denken Sie bei den Begriff Magier sicherlich an einen Zauberkünstler, der Kaninchen aus dem Hut, Blumen aus dem Ärmel und bunte Bälle aus dem Nichts zaubert. Falsch.

Auch mit Freiheitsstatue verschwinden lassen hat Harry wenig zu tun.

Oh nein, Harry ist ein echter, wahrhaftiger Magier. Er ist Gandalf auf Speed, der an einer Infusionsnadel mit Red Bull hängt, mit einem wallenden, schwarzen Ledermantel und einen .44er Revolver in der Tasche. Er spuckt Göttern und Dämonen gleichermaßen ins Gesicht, wenn er meint, es sei notwendig, und schert sich einen feuchten Dreck um die Konsequenzen – und trotzdem schafft er es nicht nur, allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz am Leben, sondern irgendwie auch ein anständiger Mensch zu bleiben. Offiziell ist er als Privatdetektiv registriert – als Privatermittler, einem Wirtschaftszweig, in dem der Rubel nie richtig rollt. Doch das stört ihn wenig, so lange er dem Bösen in den Hinter treten kann. Und das beherrscht er, wie kein Anderer!

In mittlerweile fünfzehn Romanen - der neueste ist für Dezember 2014 in Vorbereitung – haben wir unseren oft zynischen, manchmal polternden aber immer engagierten Magier bei seinem Kampf mit und gegen die Vampire, Dämonen, Götter und Erzengel begleitet. Nun war es an der Zeit, uns, seinen Fans ein wenig mehr aus seinem abwechslungsreichen Leben zu berichten. Dass er dabei, wie üblich, nicht gut wegkommt, dass er, der immer mit vollem Körpereinsatz für seine Überzeugungen einsteht nur zu oft gerade noch und mit blutigem Kopf denselben aus der Schlinge zieht erwarten wir ja schon.

Doch in den 11 Erzählungen und Novellen geht es um mehr.

Sei es, dass Harry Halbbruder, ein vorgeblich schwuler Frisör der eigentlich ein Vampir des weißen Hofes ist die Erzählerrolle übernimmt, oder Harry selbst sich einmal wieder mit zu gewichtigen Gegnern anlegt, immer erfahren wir etwas Neues über unseren Antihelden. Die erste Story spielt noch vor dem ersten Band der dunklen Fälle, dann geht es, immer von Jim Butcher zeitlich mittels eines kurzen, informativen Vorworts eingeordnet bis zu den im 12. Band niedergelegten Ereignissen.

Als Einstiegsdroge in die Dresden Files ist das Buch hervorragend geeignet, vermittelt es dem Leser doch das typische Dresden Feeling, ohne dass die Novellen zu viel Wissen aus den Romanen voraussetzen. Einmal mehr beweist Jim Butcher, dass seine dunklen Fälle intelligente Handlung mit skurrilen Gestalten paaren, er mit seinem ganz eigenen Humor und mit rasanter Action den Leser bestens unterhält und dies überraschenderweise auf gleichbleibend hohem Niveau.

Es bleibt die gewohnte Feststellung – Harry ist Kult, und das zurecht!

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