Gefangen in Raumsektor 4

Erschienen: Januar 2014

Couch-Wertung:

72°
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Carsten Kuhr
Die Rückkehr zur goldenen Zeit der Science Fiction

Rezension von Carsten Kuhr Nov 2014

Weitgehend unbemerkt von den Großmächten der Welt hat sich der Industrielle Magnus van Scott seinen Traum verwirklicht. Das, was die Nationen mit ihren immensen Geldmitteln nicht schaffen hat er gestemmt – die Eroberung des Alls.

Im Geheimen hat er eine permanent bemannte Station auf dem Mond errichtet und die Hyperion, ein Raumschiff, das Lichtjahre in einem Augenblick überbrücken kann, fertiggestellt. Ein erster Probeflug an die Grenzen des Sonnensystems gelang trotz Sabotage, nun steht der nächste Schritt an. Vorher allerdings machen die Piloten John Storm und Richard Burke eine sensationelle Entdeckung.

Vor Jahrtausenden hat eine fremde Rasse unser Sonnensystem besucht und eine vollautomatische Station auf dem Mond errichtet. Doch was wollten die Fremden, wie sahen sie aus und wo kamen sie her?

Die Spur führt in ein fremdes Sonnensystem, wo die Hyperion von einer ganzen Wolke von Nanorobotern dazu gezwungen wird, auf einem Planeten zu landen. Wer steckt hinter den Minirobotern und was will die fremde Macht von der Hyperion – Antwort darauf findet John Storm in einer auf den ersten Blick verlassen wirkenden Festung, in der die Menschen schon sehnsüchtig erwartet werden ...

Klassische Motive in einer spannenden Handlung

In der Reihe Retro-SF lanciert Verleger Peter Hopf kurze Romane in der Tradition der klassischen SF der 70er Jahre. Es geht um nichts weniger, als der Suche nach dem so oft, vergebens beschworenen Sense of Wonder. Und so bietet auch der zweite Band der Abenteuer John Storms wieder klassische Motive. Wir begleiten unseren Piloten und seine Kameraden bei der Erforschung des Weltalls.

Der Autor Thomas Knip, der die Storm Romane unter Pseudonym veröffentlicht, kommt dabei erstaunlicherweise ohne große Gewaltschilderungen aus. Im Gegensatz zu dem, was in den 70ern bei Perry, Ren und Co Usus war, hat van Scott die Prämisse der Friedfertigkeit ausgelobt und sein Raumschiff ganz bewusst ohne Kanonen oder Laser gebaut. Nachvollziehbar ist dabei sein Kredo, dass, so man denn auf Aliens treffen würde, diese technisch dermaßen überlegen wären, dass eine gewaltsame Auseinandersetzung gleichbedeutend mit Selbstmord wäre und andererseits jede Zivilisation die den Sprung ins All geschafft hätte, eigentlich aggressives Verhalten abgeschworen haben sollte. Statt dessen geht es um die Suche nach den Erbauern der Mondstation und deren Motiven.

Bezeichnenderweise gehört dann auch der Besuch Storms bei seinem Vater und das Wiedersehen mit einer alten Liebe zu den beeindruckendsten Szenen des Romans. Hier wird der Charakter des Helden näher beleuchtet, wird die Gestalt mit Tiefe hinterfüttert und griffiger.

Danach geht es in die Weiten des Alls. Hier merkt man dem Text an, dass weitere Grundlagen für die Fortführung der Reihe gelegt werden. Es kommt zu ersten Erkenntnissen zu den Schöpfern hinter der Mondbasis der Aliens, wobei das Finale ein wenig abrupt und in sich auch nicht ganz logisch (warum wird der Rückzug der Hyperion von den Nanorobotern nicht gestört?) ausfiel.

Das Gebotene liest sich stilistisch rund, inhaltlich interessant und weckt Interesse daran, wie es wohl weitergehen wird. Insoweit bietet sich dem Leser ein Roman an, der dem Signet Retro SF voll entspricht.

Gefangen in Raumsektor 4

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