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Carsten Kuhr
Gewohnt routiniert verfasste Military SF

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mai 2015

Der gnadenlose Krieg zwischen den Ruul und den Menschen tobt weiter. Ohne zu zögern werfen die Ruul ihre Soldaten in die verlustreiche Schlachten, die Menschen und ihre Verbündeten halten mit Not die Frontlinie. Allerdings bereitet man sich im Hauptquartier auf eine Gegenoffensive vor. Um die dazu benötigten Soldaten freizubekommen beschließt man im Kommandostab die Kolonien von regulären Truppen zu entblößen. Statt dringend benötigte Soldaten in entlegenen Kolonien zu stationieren, sollen die Siedler selbst für ihren eigenen Schutz sorgen. Als Trostpflaster wird ihnen modernstes Kriegsgerät und eine Ausbildung durch Elitetruppen angeboten.

Das 2. Batallion des 105. Rangerregiments ist solch eine im Kampf gestählte Eliteeinheit. In Guerilliataktiken geschult, haben sie schon so manche Schlacht für sich entscheiden.

Als man ihnen eröffnet, dass sie, bevor sie wieder an die Front verlegt werden, zunächst Bauern auf Maguire an den hochgezüchteten Waffen auszubilden hätten, hält sich Begeisterung stark in Grenzen. Sechs Monate muss die Truppe unter Major Flynn am A der Galaxis aushalten, dann werden sie wieder in die Kampfzone verlegt. Zähneknirschend fügen sie sich in ihr Schicksal, erste Freundschaften werden geschlossen und der gegenseitige Respekt beginnt zu wachsen. Dann kommt es, wie es kommen muss – die Ruul werden im Anflug auf Maguire entdeckt, die Invasion steht bevor. Trotz dem ausdrücklichen Befehl sich abzusetzen bleiben die Kämpfer auf dem Planeten und bereiten den Ruul ein heißes, verlustträchtiges Willkommen ...

Vorhersehbar aber in der Charakterzeichnung deutlich verbessert

Wer die Reihe Stefan Burbans um den Ruul-Konflikt verfolgt hat, der weiß, was ihn auch in vorliegendem Roman wieder erwarten wird. Man könnte es treffend zusammenfassen unter dem Satz - Burban liefert das, was er verspricht. Erneut warten packende Kampfbeschreibungen auf den Leser, es wird gefightet, dass die Lasergewehre glühen. Natürlich ist das in der Summe bekannt, haben wir Ähnliches bereits des öfteren gelesen. So ist die Kritik, dass Burban seinen Plot kaum wirklich vorantreiben würde gerechtfertigt, dass er in immer ähnlichen Szenarien den Kampf der unterlegenen Menschen gegen die überlegenen Ruul in immer neuen Variationen vorlegt.

Allerdings muss man dem Autor zugute halten, dass es ihm dieses Mal deutlich besser gelingt den Leser für seine Figuren einzunehmen. Statt diese nur als Kanonenfutter zu verheizen baut er die Charaktere deutlich differenzierter als bislang üblich auf, weckt damit nicht nur das Interesse sondern auch die Sympathie der Leser. Natürlich stehen die erneut packenden Kampfbeschreibungen im Zentrum des Romans, aber seien wir ehrlich, genau dies ist es ja auch, was die Leser bei einem Ruul-Band suchen.

Mir persönlich hat erneut die Zeichnung des Ruul-Anführers besonders gefallen. Auch wenn der Aggressor artgerecht agiert, geht eine gewisse Faszination von dem Ruul aus, sind seine Handlungen überzeugend in seinen Charakter eingebettet und nachvollziehbar.

So werden Fans der Reihe auch diesen Roman wieder verschlingen, sollte Stefan Burban sich aber überlegen, die Handlung endlich ein Stück weit voranzubringen.

Zwischen Ehre und Pflicht

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