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Torsten Ideus
(Schöne?) neue Welt - 100 Abtrünnige auf Pioniersmission

Buch-Rezension von Torsten Ideus Jul 2015

Nach dem Exodus, der "Stunde Null", einer nuklearen Katastrophe globalen Ausmaßes fliehen die überlebenden Menschen ins Weltall. In einem dreigeteilten Raumschiff wartet die Menschheit dreihundert Jahre, immer mit der Hoffnung, irgendwann auf die Erde zurückkehren zu können. Doch das Risiko der Strahlung ist schwer einschätzbar und so werden 100 "Kriminelle" auserwählt und auf den Heimatplaneten geschickt, um zu testen, ob eine Neubesiedelung bereits möglich ist. Die Aktion ist streng geheim und selbst Die 100 haben keine Ahnung, worauf sie sich einlassen. Als angehende Ärztin hätte Clarke eine gesicherte Zukunft auf der Phoenix gehabt, doch ein Vertrauensbruch hatte tief gehende Folgen. Bellamy will seiner Schwester um jeden Preis helfen, doch Octavia hat andere Pläne. Wells will um jeden Preis seine verlorene Liebe retten und lässt dafür seine beste Freundin Glass auf der Phoenix zurück, denn ihr Freund Luke lebt auf der Walden und dessen Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

Auf der Erde sind Die 100 zwar frei und bekommen eine zweite Chance, doch die schlimmen Taten der Vergangenheit kann keiner der jungen Menschen zurücklassen und was sie auf Erden erwartet übertrifft jegliche Vorstellungskraft ...

Ich war sehr froh, die TV-Serie "The 100" noch nicht gesehen zu haben, als ich mit dem Buch begann. Als Serienjunkie steht sie mittlerweile sehr weit oben auf meiner "To-see-list", aber wie ich im Laufe meiner Recherchen feststellte, hat die Serie einen ganz anderen Schwerpunkt und viele Elemente sind für das visuelle Medium verändert worden.

Was mich an Kass Morgans Buch sofort gefesselt hat, ist ihr Schreibstil, der meinem eigenen sehr ähnlich ist - sehr flüssig, frei weg und ohne große Schlenker. Sie hat Phasen, in denen ihre Beschreibungen fast poetisch werden, aber sie legt es nicht darauf an. Das hat mich sehr beeindruckt, wenn man bedenkt, dass sie eigentlich Lektorin und dies ihr erstes veröffentlichtes Buch ist.
Darüber hinaus war es ein cleverer Schachzug, jeder Hauptperson eine eigene Perspektive zu geben, denn damit springt der Leser von Kapitel zu Kapitel in die jeweilige Sichtweise hinein und fühlt sich mittendrin statt nur dabei. Innerhalb der Geschichte laufen zwei Handlungsstränge: zum einen, was auf der Erde passiert und zum anderen, was im Raumschiff passiert, auf der die Story auch beginnt.
In diesem Jahr ist "The 100" eins der ganze wenigen Bücher, die ich innerhalb von nicht mal zwei Wochen gelesen habe. Morgans Charaktere sind gut konstruiert und glaubwürdig, was es einfach macht, mit diesen Protagonisten mitzufiebern. Weniger glaubwürdig empfand ich den Flug vom Raumschiff zur Erde. Es las sich, als würden sie mal eben von Hamburg nach München fliegen und dabei ärgerlicherweise verunglücken.

Gestört hat mich auch das Vertauschen der Vornamen Glass und Clarke an einigen Stellen, wobei völlig eindeutig war, welcher Name der Richtige gewesen wäre und gerade von einer Lektorin erwarte ich solche Fehler nicht. Nichtsdestotrotz hat Kass Morgan eine fantastische Geschichte kreiert, die sehr lesenswert ist und sie kann sich sicher sein, dass ich auch die nächsten zwei Teile ihrer Trilogie lesen werde, hoffe dabei aber, dass sie sich ebenfalls sehr von der TV-Serie unterscheiden, damit ich nach der ausgestrahlten dritten Staffel mit dem Sehvergnügen mein Wissen um diese Zukunftsvision noch erweitern kann.

Die 100

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Letzte Kommentare:
21.02.2020 19:12:07
MarySophie

Handlung:
Vor 300 Jahren fand auf der Erde ein Atomkrieg statt, der ein weiteres Leben auf dem Planeten unmöglich gemacht hat. Doch die Menschheit hatte vorgesorgt, es wurden Raumschiffe gebaut, die nun den Lebensraum darstellen. Jetzt soll die erste Mission stattfinden, es werden 100 jugendliche Straftäter zurück auf die Erde geschickt. So soll herausgefunden werden, ob dort nach so vielen Jahren das Leben wieder möglich ist. Für die Jugendlichen beginnt ein Abenteuer, doch viele wissen nicht, dass die Zeit langsam auch für die Menschen im All knapp wird...

Meinung:
Auf dem Cover sind verschiedene Personen zu sehen, die in der Serie die Hauptrollen einnehmen, zudem wurde das Logo der Serie eingefügt. Leider gefällt es mir nicht so recht, was vor allem an den Personen liegt. Gut die Hälfte der sechs Personen taucht im Buch gar nicht auf, wird nicht mal namentlich genannt. Wenn man die Serie nicht geschaut hat, fällt dies gar nicht auf, man kann sich so überlegen, welcher Protagonist wer sein könnte. Je mehr Seiten ich gelesen habe, desto weniger Sinn machte das Cover. Leider....

Bei diesem Werk habe ich zuerst die Serie gesehen und bin danach erst auf die Bücher gekommen. Vor ungefähr fünf Jahren habe ich die erste Staffel gesehen, war davon recht begeistert und hatte schon damals überlegt, mir die Bücher zu kaufen. Gemacht hatte ich das dann doch nicht, ich war mir unsicher, ob mir die Literaturvorlage so zusagen wird, zudem hatte ich gelesen, dass es einige Unterschiede geben soll. Die Serie habe ich nach der dritten Staffel nur noch spartanisch geschaut und vor wenigen Wochen zufällig den ersten Band bei Arvelle als Mängelexemplar gefunden. Ich habe nicht lange überlegt, mir das Buch einfach bestellt und wollte es erst mal bei diesem einen belassen, um zu schauen, wie mir der Auftakt zusagt. Kurze Zeit später durfte dann aber doch schon der zweite Teil bei mir einziehen, worüber ich jetzt, nach dem Lesen von Band eins recht froh bin.

Mir hat die Schreibweise durchweg recht gut gefallen. Sie ließ ein schnelles und lockeres Lesen zu, war an ein jugendliches Publikum angepasst und hat somit sehr gut zu der Handlung gepasst, wo fast ausschließlich Personen zwischen 16-18 auftreten. Der Schreibstil hatte ein recht einfaches Niveau, es gibt wenige Fachbegriffe. Trotzdem gibt es einen gewissen Anspruch, dieser entsteht immer bei den Szenen, wo das Raumschiff beschrieben wird, weil man versucht sich vorzustellen, wie dieses wohl aussehen und funktionieren mag.
Auf dem Raumschiff wurde die Gesellschaft in unterschiedliche Gruppen unterteilt. Ich kann mir darunter zwar grob etwas vorstellen, einige, wenige Worte wurden dazu verloren, doch nicht so viele, als das ich darüber einen genauen Überblick habe

Es werden verschiedene Ereignisse von vier Personen beschrieben. Besonders interessant fand ich es, dass es bei jeder Sichtweise auch Rückblicke in die Vergangenheit gibt. Das war wirklich sinnvoll, immerhin gibt es einige Anspielungen auf vergangene Situationen und nur so kann man die Reaktionen und Verhaltensweisen der Protagonisten richtig nachvollziehen.
Zudem hat es mir gefallen, dass nicht alle Sichtweisen der Protagonisten auf der Erde spielen, sondern eine Person im All bleibt und man dort noch einiges von dem Leben kennenlernt.

Es gibt zwei Schauplätze, an denen die Handlung stattfindet. Als erstes spielen alle vier Perspektiven im Weltall auf dem Raumschiff. Mit der Reise von 100 Jugendlichen auf die Erde spalten sich die Erzählperspektiven, eine bleibt auf dem Raumschiff, die anderen drei Jugendlichen landen auf der Erde.
Die Handlungsorte auf der Erde sind recht einfach beschrieben, durchweg spielt die Handlung in der freien Natur und oft habe ich das gerade Beschriebene vor Augen gesehen. Mir gefällt das Bodenständige, welche die Szenen ausstrahlen und es war interessant zu lesen, wie die Jugendlichen die Erde erstmals sehen und welche Faszination von dem Ort ausgeht. Davon kann man sich gerne eine Scheibe abschneiden, man betrachtet die Vielfalt und Schönheit der Natur als viel zu selbstverständlich.
Einerseits empfand ich es als richtig spannend, was von dem Raumschiff wie beschrieben wird, weil eine vollkommen andere Welt und ein besonderer Lebensraum beschrieben wird. Doch leider konnte ich mir vieles nicht bildhaft vorstellen. Dafür sind die Dimensionen nicht greifbar genug. Vielleicht wäre es ganz schön gewesen, wenn es eine kleine Zeichnung gegeben hätte, wo das Raumschiff mit den wichtigsten Orten grob dargestellt wird.

Als Protagonisten dienen fast nur Jugendliche, lediglich auf dem Raumschiff gibt es wenige erwachsene Personen. Ich denke, dass die Zielgruppe vor allem Jugendliche sind, weshalb es ganz sinnvoll ist, vor allem Personen dieser Altersgruppe als Hauptcharaktere zu wählen.
Diese wurden recht authentisch dargestellt, es wurden einige Themen eingebunden, die für Jugendliche interessant sind. Seien es Liebesbeziehungen oder Modethemen, aber auch Streitigkeiten oder Probleme mit den Eltern. Es wird so ein breites Spektrum geboten, jedoch wurden diese Aspekte nicht vollständig analysiert, sondern nur kurz angeschnitten. Für mich persönlich hätte es gerne mehr sein können, doch so wären wohl noch einige Seiten dazugekommen und der Rahmen der Handlung gesprengt worden. Auch liegt der Fokus eindeutig nicht auf den angesprochenen Themen, sondern auf der Verseuchung der Erde, deren Folge und das erneute Beleben des Planeten.

Ich fand die Protagonisten im Grunde ganz in Ordnung, sie waren lebendig dargestellt und hatten eigenwillige Charaktere, die immer wieder durchgeschimmert haben. Mich hat es lediglich gestört, dass sie alle etwas oberflächlich in menschlichen Beziehungen dargestellt wurden. Im Umgang mit der Umwelt sind die Personen vorbildhaft und erfrischend begeistert von der Erde waren. Doch untereinander gab es viele Streitigkeiten oder Kämpfe darum, wer von den 100 das Sagen hat. So entstanden mir zu viele Dramen.
Mit keinem Charakter konnte ich eine Bindung aufbauen und auch nur wenige empfand ich als richtig sympathisch. Vielleicht hängt dies auch mit dem Alter zusammen, ich bin etwas älter und ich würde auch mal behaupten, in einigen Zusammenhängen reifer. Vielleicht bin ich dadurch nicht ganz mit ihnen klargekommen. Ich denke aber auch, dass sie nicht sonderlich tiefgreifend dargestellt wurden und ich in es in dieser Angelegenheit mag, wenn die Protagonisten mehr Facetten von ihrem Charakter zeigen.
Wenn ich mir eine Lieblingsperson aussuchen müsste, würde meine Wahl auf Bellamy fallen. Ich fand ihn schon in der Serie sehr sympathisch und genau das hat sich auch hier durchgesetzt. Ich mochte seine Art und sein Auftreten sehr gerne, er wirkt mysteriös und geheimnisvoll, was ihn aus der Masse herausstechen lassen hat. Zudem merkt man eindeutig, dass er sein Herz an der richtigen Stelle hat und einen großen Beschützerinstinkt besitzt.

Fazit:
Ich hatte ja so meine Befürchtungen, wie mir die Literaturvorlage gefallen wird. Mir war bewusst, dass einiges anders sein wird als in der TV-Serie und genau das war auch so. Einige Unterschiede sind mir aufgefallen, doch diese haben mich nicht so sehr gestört, wie ich anfangs dachte. So konnte ich mich gut auf die Geschichte konzentrieren und bin ihr mit der Zeit immer offener entgegengetreten.
Im Grunde hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich mag die Idee der Autorin sehr und zu weiten Teilen fand ich die Umsetzung perfekt. Die Schreibweise war toll, auch die Handlungsorte auf der Erde sind gelungen. Dazu waren die Protagonisten ganz in Ordnung, mir hat lediglich etwas mehr Tiefgang bei ihnen gefehlt, ich hätte mir gewünscht, wenn sie noch mehr Facetten gezeigt hätten.
Dafür, aber auch für die recht vage Beschreibung des Raumschiffs ziehe ich jeweils einen halben Punkt ab, wobei es mich mehr gestört hat, dass ich mir das Raumschiff nicht wirklich vorstellen konnte...
Ansonsten bin ich sehr froh, dem Werk eine Chance gegeben zu haben und auch den zweiten Teil schon hier liegen zu haben. Nachdem der erste Band mit einem Cliffhanger geendet hat, will ich nicht zu lange warten, sondern die Fortsetzung recht zeitnah lesen.

27.07.2015 15:51:00
grit0707

Die Serie lässt sich recht spannend an. Allerdings habe ich gelesen, dass es wenigstens 3 Staffeln davon geben soll.

Warum können die Filmemacher von heute keine Einteiler mehr produzieren. Leider habe ich nie so viel Zeit, als dass ich alle Folgen schauen könnte. Und die Staffeln zu kaufen, finde ich auch nicht zielführend. Wer hat schon Zeit 3 Staffeln, a 13 Folgen zu schauen?