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Carsten Kuhr
Die Jungfernfahrt der Titanic, die Nautilus und der Hive – eine explosive Mischung

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Nov 2015

Quinn Devlin galt als einer der besten Polizisten Belfasts. Bis er sich aus der störenden Zwangsjacke der öffentlichen Obrigkeit befreite und als Privatermittler selbständig machte. Allein, sein Glück fand er damit nicht. Zwar wurde er vom respektablen Dr. Watson, einem engen Freund Sir Arthurs engagiert, mysteriöse Vorkommnisse bei Bau der Titanic zu untersuchen, doch dass er dabei einer intelligenten Maschinenzivilisation auf die Spur kommt, war nicht vorherzusehen. Nur das Opfer der Frau, an die Devlin sein Herz verloren hat, ermöglichte es damals, den Siegeszug der Maschinenwesen über die Menschheit aufzuhalten.

Seitdem suhlt sich Devlin in Selbstmitleid, vermeidet jeglichen Kontakt zu seinen ehemaligen Auftraggebern. Doch dann treten Dr Watson, Sir Arthur und der ehemalige Verbrecher Sherlock Mulligan erneut in sein Leben.

Es hört sich einfach an. Devlin soll im schottischen Edinburgh einen Matrosen, dem vorgeworfen wird, seinen ihn schikanierenden Vorgesetzten ermordet zu haben, vernehmen und die Wahrheit herausfinden. Der Matrose behauptet doch gar, dass die Tat nicht von ihm, sondern von einer leibhaftigen Meerjungfrau begangen worden sei.

Schon auf der Überfahrt nach Schottland beginnt sich in Devlin der Verdacht zu regen, dass weit mehr hinter dem Auftrag steckt, als nur die Sage von den Meerjungfrauen. Schriften tauchen an glatten Wänden auf, die ihn warnen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, Wände verändern sich vor seinen Augen, immer deutlich wird, dass die Maschinenzivilisation damals nicht vernichtet wurde.

Als sich die Liebe seines Lebens plötzlich aus winzigen Maschinen zusammengesetzt vor ihm erhebt, er auf die Nautilus Kapitän Nemos entführt und Zeuge wird, wie ein uraltes Übel angegriffen wird, ahnt er noch nicht, dass ihm noch weit mehr bevorsteht – der Untergang der Titanic hat ganz andere Gründe, als bislang bekannt ...

Packende Mischung aus Steampunk und Horrorelementen

Mit Der zehnte Kreis hat Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein vor gut einem Jahr den ersten Band seiner Irondead Reihe vorgelegt. In dieser verbindet er durchaus gekonnt und kurzweilig zu lesen Elemente des Steampunk mit historischen wie erfundenen Gestalten, Anleihen die an Lovecraft´sche Wesen erinnern und der Bedrohung durch winzige Maschinen, die vom Hive gelenkt den Konkurrenzkampf gegen die Menschheit aufgenommen haben.

Im vorliegenden zweiten Band sattelt er dabei noch Einiges drauf. Ausgehend von dem traumatiserten, trauernden Devlin kombiniert er unterschiedlichste Szenarien miteinander, die seine dramatische Handlung tragen. Hierbei nimmt er Anleihen bei allem, was gut und teuer ist.
Doyles Sherlock Holmes wird ebenso Referenz erwiesen, wie Hornblower, Lovecrafts Mythen und architektonisch unbegreifliche Bauwerken mischen sich mit morphenden Metall, dazu eine Prise Verne´sche U-Boot Romantik und die Titanic – das ist fast schon zu viel des Guten, wobei die Mischung sich durchaus unterhaltsam liest.

Bei all den Verwicklungen, Mysterien und dem Grauen bleibt der Blick konzentriert über den Protagonisten letztlich auf den Hive gerichtet. Dass Devlin unfähig, ja verbohrt ist, die Weiterexistenz seiner Liebsten als Maschinenwesen zu akzeptieren macht ihn als tragische Figur für den Leser begreifbar und real. Das ist kein strahlender Held, der tatendurstig und mutig die Welt rettet, sondern ein geplagter Mann, der verzweifelt und verletzt ist, sich auch so verhält und sich gerade deshalb als Zeuge wunderbar eignet.

Allerdings sollte man den ersten Roman gelesen haben, um der Handlung wirklich folgen zu können.
Dass erneut ein offener Schluss auf den Leser wartet, der die Möglichkeit einer weiteren Fortsetzung bietet sei erwähnt.

So wartet ein munteres, schauriges und allezeit spannenden Abenteuer auf den Leser, in dem er vielen bekannte Gestalten wieder begegnet und packend, wenn auch sprachlich recht einfach unterhalten wird.

Der achte Tag

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