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Carsten Kuhr
Auf der Suche nach Überbleibseln der menschlichen Raumfahrtgeschichte

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jun 2016

Alex Benedict und seine Mitarbeiterin und Pilotin Chase Kolpath haben sich, seitdem Alex´ Onkel vor 17 Jahren an Bord der Capella zusammen mit fast 3.000 Passagieren verschollen ist, einen Namen gemacht. Über die Jahre gelang es ihnen mit Fleiss und Instinkt so manches verloren geglaubtes Relikt, so manche geschichtlich bedeutsame Antiquität aufzuspüren und historische Rätsel zu lösen.

Als ihnen eine ihrer Klienten ein altes NASA-Artefakt aus der Frühzeit der Raumfahrt zugänglich macht, ist auch bei Ihnen die Verblüffung gross. Man weiss, dass Garnett Baylee, in dessen Nachlass der Nachrichten-Transmitter gefunden wurde, Zeit seines Lebens in archäologischen Grabungen auf der Urerde nach den einst in Cape Canaveral ausgestellten und lang verloren gegangenen Ausstellungsstücken aus der Pionierzeit der menschlichen Raumfahrt forschte, doch, wenn er doch ein Teil gefunden hat, warum hat er seinen Fund und die Hintergründe nie publik gemacht?

Hier lauert eine Sensation, das ahnen Alex und Chase, die sich auf den Weg zur Erde begeben, um dort, an Ort und Stelle nach den verschwundenen Artefakten zu suchen. Sie ahnen, dass sie auf einer heissen Spur sind, als ein Anschlag auf ihr Leben erfolgt, doch wohin nur führt die Spur? Währenddessen versuchen die Wissenschaftler des Rimway-Systems die in einer Raum-Zeit-Verwerfung gestrandete Capella zu orten. Alle fünf Jahre soll das Raumschiff kurz auftauchen, zu kurz, um alle fast 3000 Passagiere auf einmal zu retten ...

Schwächster Roman der Reihe ohne einen krönenden Abschluss

Im siebten Band der Alex Benedict Romane legt uns Jack McDevitt, einer der renommiertesten und erfolgreichsten SF-Autoren unserer Zeit, ein Werk vor, das unbestritten der schwächste Roman der Serie ist. Dabei liest sich das Werk leidlich flüssig, die Personen sind interessant gezeichnet, stilistisch ist nichts zu bemängeln. Doch dem Plot fehlt ein wenig "Dampf".

Statt dass der Autor, der uns über hunderte von Seiten den Mund auf die verschollenen Artefakte wässrig macht hier liefern würde – doch halt, der so schon wenigen Spannung wegen breche ich hier ab. Es sei genug damit zu sagen, dass eine wirkliche Climax, die die Handlung zu einem wahren befriedigenden Lese-Abschluss führen würde schlicht fehlt. Alles plätschert relativ geruhsam vor sich hin, könnte sicherlich noch gut ein paar hundert Seiten weitergehen, doch glücklicherweise hatte McDevitt ein Einsehen. Dabei versteht es der Autor Spannung zu erzeugen, das hat er in der weit überwiegenden Anzahl seiner Romane bestechend bewiesen.

Dass er dieses Mal auf eine wirklich dramatische Auflösung eines Plots verzichtet aber erweist sich als Bumerang. Zu sehr dreht sich der Plot in sich selbst, verfolgt man die letztlich mühsame und frustrierende Suche nach Hinweisen mit, schließt falsche Fährten aus, nur um am Ende ...

So ist dies mit Sicherheit der Alex Benedict Roman, der letztlich für den Leser das größt-mögliche Frustrationsangebot bereit hält, ohne dass sich dies in einem schlechten Aufbau oder sprachlich niederschlagen würde. Wer einmal einen guten Benedict Roman lesen möchte, den verweise ich auf Die Legende von Christopher Sim, Polaris, Die Suche, Das Auge des Teufels, Echo oder Firebird.

Apollo

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