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Carsten Kuhr
Der Chronist des Södners

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Sep 2016

Ein Schreiber, das ist gerade und insbesondere in einer archaischen Gesellschaft eine Tätigkeit, die viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Reiche, nun sagen wir ehrlicherweise zu Reichtum gekommene Händler wie Verbrecher, verpflichten sich ihren Chronisten, der ihre Lebensgeschichte, ihre mehr oder minder faszinierenden Weisheiten und die tagtäglichen Erlebnisse festzuhalten hat.

Dass diese Neureichen, aber auch ihre adeligen Konkurrenten zumeist nichts wirklich Wichtiges, nichts Packendes, schon gar nichts Weltbewegendes zu Papier zu bringen haben, erkennt der junge Arki, seines Zeichens Bastard eines Barons und einer Kneipenbedienung, recht bald. Und nur Briefe, die ihm diktiert werden aufzuschreiben, das ist ihm vom Leben dann doch ein bißchen zu wenig.

So ist er mehr als angetan, als Braylar Killcoin, der legendäre Anführer der syldoonischen Söldnertruppe ihn als Schreiber verpflichtet. Wenn es je brenzlig werden sollte, dann kann er ja immer noch kündigen - so zumindest denkt Arki. Dass Braylar da ganz anderer Auffassung vom Diensteifer und der Pflicht eines Chronisten hat, das bekommt unsere Feder dann schon bald zu spüren. Zumal er zunächst nur mit dem Anführer und einer Wilden alleine durchs Grasland zieht.

Allerdings ist es auch hier nicht ganz ungefährlich. Wild Bestien, die Jagd auf alles, was man reißen und futtern kann machen sind ebenso unterwegs, wie Banditen. Da kommt es geschickt, dass Braylar eine Art siebter Sinn für bevorstehende Gewalt hat - und ein ebenso versierter, wie gnadenloser Kämpfer ist. Er gilt als der gnadenloseste, der ruchloseste aller Syldooner - und, wie Arki am eigenen Leibe erfahren muss, dies zurecht.

Als Arki erfährt, dass sich sein Auftraggeber aktiv in die Intrigen um die Zukunft des Reiches einmischt, Mordaufträge ebenso annimmt, wie er spioniert und intrigiert ist es längst zu spät davonzulaufen ...

Zu langatmig, zu umständlich um wirklich zu faszinieren

Tja, was sich in der Zusammenfassung kurzweilig und interessant anhört, das hat sich bei der Lektüre ein wenig gezogen. Und daran ist bestimmt nicht der Übersetzer, der zu den Besten seiner Zunft zählt, schuldig. Nein, die Handlung der ersten Hälfte des Buches ist schlicht - langatmig und ohne grosse Höhepunkte erzählt.

Aus Sicht unseres Chronisten betrachten wir die Söldner, erleben mit, wie trist und im Grunde genommen armselig deren Leben ist. Es geht ums Essen, Saufen und Huren - und natürlich immer um Ruhmestaten auf dem Schlachtfeld. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Feld der Ehre nun eine heruntergekommene Taverne oder ein Kriegsschauplatz ist, es geht immer um Leben und Gesundheit.

Erstaunlich dabei, dass trotz der relativen Distanz unseres Ich-Erzählers zu den Kämpfen und Kämpfern, eine gewisse Faszination bleibt. Insbesondere die Zeichnung Killcoins, der Dank seiner Gabe die Erinnerungen seiner Opfer übernimmt und ebenso mühsam wie schmerzhaft wieder loswerden muss, sonst wird er selbst nicht mehr aufwachen, zeigt uns einen vielschichtigen, intelligenten Charakter.

Allerdings vermisste ich bei der Lektüre ein wenig eine gewisses Flüssigkeit, nie war ich wirklich gebannt, wie sich das Abenteuer wohl wirklich weiter entwickeln würde.

Erst im letzten - guten - Drittel des Buches kam dann endlich mehr Spannung auf, wurden Zusammenhänge sichtbar, Hinweise deutlich und der Plot in sich temporeicher. Allerdings reicht dies kaum, um mich wirklich gespannt auf die Fortsetzung warten zu lassen.

Tanz der Klingen

Tanz der Klingen

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Letzte Kommentare:
19.10.2016 16:51:21
Coltaine

Salyard's Syldoon-Trilogie gehört meiner Meinung nach zur besten Fantasy dieses Jahrzehnts.

Der erste Band, ist zugegeben, teilweise etwas langatmig. Arki's tagtägliche Aufzeichnungen sind erschöpfend und kleinteilig. Hierbei habe ich mich des öfteren beim Überfliegen der Seiten erwischt. Der Erzähler ist Chronist.

Langsam wird man dadurch aber in eine der besseren Fantasy-Welten eingeführt, die sich wohltuend vom Elfen & Zwerge-Einerlei abhebt. Bei der Stange gehalten haben mich hauptsächlich die Charaktere, die Salyards mit wenigen Federstrichen zu Leben erweckt, die sich in den folgenden Bänden entwickeln und ans Herz wachsen, und die tollen Kämpfe, die Arki meist (zumindest im ersten Band) als Aussenstehender beobachtet. Von den Protagonisten getroffenen Entscheidungen können sich als fatal herausstellen. Jeder Kampf ist eine Auseinandersetzung auf Messer's Schneide, Rüstung entscheidet genauso über Leben und Tod wie Können und List.

Die zunächst als langwierig empfundene Erzählung wandelt sich durch diese Detailfülle zur Faszination. Wo andere Autoren sich an epischer Breite zu überbieten versuchen, werden hier (zunächst) nur kleine Rädchen im Getriebe einer größeren Maschinerie beleuchtet.

Überhaupt hat der Autor einen sehr geschliffenen Schreibstil (Salyards war Lektor soweit ich weiß). Leider kann ich hierbei die deutsche Übersetzung nicht einschätzen, da ich nur das englische Original gelesen habe. Muldoos' Lieblingsfluch kann z.B. phonetisch im Englischen durchaus zweideutig Interpretiert werden, was mich beim Lesen des zweiten Bandes zum Lachen gebracht hat.

Insgesamt ist der erste Band der Schwächste der Trilogie. Wie der Rezensent treffend bemerkt, entwickelt sich der Plot erst am Ende. Wie oben beschrieben ist der "Tanz der Klingen" dennoch sehr lesenswert und macht Lust auf mehr. Salyards erweitert seine Welt und seine Geschichte mit jedem der zwei nachfolgenden Bücher. Rahmen und Protagonisten wachsen. Mysterien werden aufgeworfen, Intrigen gespinnt, aber am Ende wird alles stimmig aufgelöst.

Ich könnte jetzt noch zehn Seiten schreiben inwieweit sich das Buch und die Trilogie von all der selbstverliebten (Rothfuss), fahrigen (Martin) und fantasielosen (fast alles Deutsche), ja Fantasy der letzten Jahre abhebt.

Weiterlesen lohnt sich.