Die Leben des Tao

Erschienen: Januar 2016

Couch-Wertung:

75°
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Carsten Kuhr
Mission Impossible meets V Die Ausserirdischen

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Nov 2016

Das Leben ist gar nicht so einfach, wenn man ein übergewichtiger NERD ist. Das muss auch Roen Tan immer wieder feststellen. Seitdem er schon in der Schule ob seines Gewichts gehänselt und verspottet wurde, ist er der perfekte Verlierer. Aus Frust hat er den Plan zu studieren aufgegeben, fristet sein Dasein als unterbezahlter Lohnsklave einer IT-Firma und muss sich von seinem Chef gängeln und ausnützen lassen. Seine Venen und Arterien stöhnen unter der Verkalkung - den Tiefkühl-Pizzen, Fast-Food und Chips sein Lob und Undank - seine Füße hat er, wenn er den Blick nach unten schweifen lässt, schon Jahre nicht mehr gesehen. Von amourösen Abenteuer, einer festen Freundin gar kann er nicht mal mehr träumen.

Dann, abrupt und scheinbar unmotiviert beginnt er sich zu ändern. Er steht um 5 Uhr morgens auf, joggt, stemmt Gewichte, lernt Kampfsport und seine Trainerin ist eine mehr als attraktive junge Frau. Als sein WG-Partner und einziger Freund ihn ausquetscht, was hinter seinem Sinneswandel steckt, kommt unser ehemaliger Couch-Potato mit einer abstrusen Geschichte daher.

Der Geist eines seit Jahrzehntausenden auf Erden weilenden Aliens sei in ihn gefahren - und er jetzt ein Agent in Diensten der Prophus. Im immerwährenden Kampf gegen die Genjix, abtrünnigen Aliens, die einzig im immerwährenden Leid und Krieg die Chance für eine rasante technologische Entwicklung der Menschheit sehen, steht er jetzt mit anderen, teilweise ebenfalls von Alien besetzten Agenten, in vorderster Front. Eine Story die so blöd und unglaublich ist, dass sie eigentlich nur wahr sein kann - oder?

Unterhaltsam, selbstironisch und rasant erzählt

Der Auftaktband einer neuen, etwas anderen Urban Fantasy Trilogie stellt sich vor. Wesley Chu erfindet dabei das Rad zwar nicht neu, weiss aber, wie er seine Leser bei der Stange hält.

Neben der faszinierenden Wandlung des adipösen Sesselpupers zum Agenten sind es zunächst einmal der dem Text innewohnende Humor, die vielen Anspielungen und die Selbstironie, die auffallen. Hier nimmt ein Autor sich selbst, seine Handlung und Vorbilder beileibe nicht bierernst, sondern versucht, und dies gekonnt, seine Leser in erster Linie zu unterhalten.

Und dies gelingt Chu denn auch bestens. Nach der Transformation geht es im Kampf gegen die Gegner in die Vollen, werden weitere Geheimnisse offenbar. Geschickt auch, dass die Wirte der Aliens über ihren Reiter auch Zugriff auf Erinnerungen aus der Vergangenheit haben. Und da die besessenen Menschen zumeist ihre Ära geprägt haben, kommen so namenhafte Figuren wie Dschingis Khan oder Albert Einstein in Anekdoten zu Wort. Das lockert die Handlung weiter auf, ohne sie in ihrem Tempo zu bremsen. Dazu gesellen sich dann Szenen die aus einem Mission Impossible Film stammen könnten, so dass die Lektüre angenehm spannend, lustig und unterhaltsam verläuft.

Die Leben des Tao

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