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Stefanie Eckmann-Schmechta
Fantasy, Liebe und ein interessantes Setting, doch die Umsetzung lässt zu wünschen übrig

Buch-Rezension von Stefanie Eckmann-Schmechta Sep 2018

Isla merkt seit längerem, dass ihre Schülerin, die kleine Ruby, sich im Schlaf nicht erholt und immer schwächer wird. Es sieht aus, als wäre das Mädchen in einem todesähnlichen Schlaf, es träumt nicht und liegt nur bewegungslos da.

Isla möchte der Ursache auf den Grund gehen, doch Rubys Eltern ignorieren den Zustand ihrer Tochter und verbitten sich Islas Einmischungen ausdrücklich. Also holt sie heimlich Informationen ein, über die Familie, über Rubys Ärzte und medizinisches Hintergrundwissen, das sie während der humorvollen Telefonate mit ihrem alten Freund aus Kindertagen erhält.

Während dieser Zeit träumt Isla – im Gegensatz zu Ruby - nachts sehr intensiv. Immer wieder erscheint ihr ein dunkelhaariger, gut aussehender Mann, der ihr aber vollkommen unbekannt ist. Schließlich findet sie in Rubys Zimmer eine saphirblaue Tür vor, die nur da ist, wenn die Kleine schläft. Sie öffnet die Tür und betritt damit Rubys Traum-Manifest; eine durch und durch surreale Welt, die Isla an die Grenzen ihres sonst so rational denkenden Verstandes bringt. Von da an besucht Isla regelmäßig die Welt hinter der Saphir-Tür. Auch trifft sie dort den jungen Mann aus ihren Träumen, kann mit ihm reden und kommt schließlich hinter sein trauriges Geheimnis. Sie begreift auch, dass der Arzt, der Ruby einst behandelt hat, ausschließlich eigene Ziele verfolgte und von da an – Nacht für Nacht - die Träume des kleinen Mädchens für seine Zwecke benutzt.

Bald schon überschneiden sich für Isla Traumwelt und Realität. Isla verliebt sich in den schönen Unbekannten und begibt sich zusammen mit ihm in ein lebensgefährliches Abenteuer, um Rubys Träume zu befreien.

Eine zähe Angelegenheit

Stefanie Lasthaus entwirft mit ihrer „Saphir-Tür“ eine interessante Idee über die Macht, die Träume eines anderen Menschen real werden zu lassen. Das Rätsel um die genauen Hintergründe, die sich erst spät offenbaren sollen, machen durchaus neugierig auf mehr.

Einige Dialoge, Personen- und Situationsbeschreibungen sind atmosphärisch, einfallsreich und teilweise sogar witzig. Doch der Autorin gelingt es leider nicht, diesen souveränen Erzählton durchgängig beizubehalten. Wenn sie gut im Fluss war - etwa wenn Isla bei ihren Recherchen unterwegs ist und das Anwesen verlässt – sind diese Passagen angenehm zu lesen.

Doch durch die vielen Andeutungen, die über sehr weite Strecke keinerlei Anhalts- oder Verknüpfungspunkte finden, war ich irgendwann gelangweilt. Kaum dachte ich, dass es jetzt mit der Story vorangeht, fällt Stefanie Lasthaus wieder in ein zähes Muster zurück, das Gedanken, Gefühle und Betrachtungen Islas ständig wiederholt. Auch dass die Autorin nicht selten eine Charakterisierung oder eine Stimmung aufbaut, um sie dann mit einem Handstreich wegzuwischen, hat mich immer wieder rausgebracht. Es wirkt auf mich, als wäre sie streckenweise unsicher, wie es weitergehen solle.

Demzufolge bleibt die Hauptperson Isla, die die Geschichte ganz aus ihrer Perspektive erzählt, als Charakter nur wenig greifbar. Sie wirkt außerdem nicht wie eine junge Frau aus den 50ern. Das mag auch daran liegen, dass sich kaum wiederspiegelt, dass sich die Ereignisse in der Mitte des letzten Jahrhunderts abspielen. Auch wenn berücksichtigt wird, dass es damals kein Internet gab, wo man mal schnell etwas googeln kann, wollen manche Ausdrücke nicht so recht passen.

Auf den letzten 100 Seiten, kommt dann doch Spannung auf. Endlich wird die Handlung dynamischer und die losen Fäden finden schließlich zusammen. Aber bis dahin heißt es durchhalten.

Fazit:

Eine originelle Idee, ein gefälliger Schauplatz und eine sich anbahnende Romanze; damit ist eigentlich alles geboten, um sich in ein spannendes Fantasy-Abenteuer zu versenken. Doch der Roman ist sprachlich und dramaturgisch so unbeständig, dass es beim besten Willen nicht gelingt.

Die Saphirtür

Die Saphirtür

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