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Carsten Kuhr
Die Arche wird entdeckt – und darin...

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Okt 2018

Das große Buch beschreibt sie – die Sintflut, der allein Noah auf seiner Arche, Dank göttlichem Beistands, entkommen konnte. Weltweit sind private Forscher wie Universitäten auf der Suche nach Hinweisen, die die Überlieferung von der Sintflut und der Arche wissenschaftlich untermauern könnten. Bislang ohne Erfolg.

Auch der in der Türkei im Grenzgebiet zum Iran gelegene Ararat, vermeintlich der Ort, an dem die Arche wieder auf Land traf, wurde mehr als einmal akribisch untersucht. Allein, gefunden hat man, trotz aller technischen Mittel die zum Einsatz kamen nichts.

Als ein Erdbeben eine auf gut 4000 Meter Höhe gelegene Höhle im Ararat freilegt, machen sich Wissenschaftler und Glücksritter aus der ganzen Welt auf zu schauen, was sich in der Höhle befindet. Mit dabei Meryam und Adam, ein junges Paar, das mit seinen filmischen wie Printpublikationen um ihre gemeinsamen Expeditionen ihren Lebensunterhalt bestreitet. Diese Beiden sind, zusammen mit ihren kurdischen Führern die Ersten, die nach einem waghalsigen Aufstieg die Höhe erreichen.

Und sie finden ein uraltes, seit Jahrtausenden im Berg verschüttetes Schiff, darin einen mit Pech und Bannsprüchen versiegelten Sarg. Als sie den Sarkophag öffnen finden sie nicht nur ein missgestaltetes Wesen, das den Überlieferungen der Bibel entspricht, sie setzen auch etwas frei - etwas Böses, das die zum Berg geeilten Wissenschaftler heimsucht...

Ein moderner Horror-Roman der Extraklasse

Christopher Golden gehört zur Riege der jungen Horror-Autoren, die mit ihren Werken in den letzten Jahren auf sich aufmerksam machen konnte. Im Buchheim Verlag erschienen zwei seiner Romane in hochwertigen Hardcover-Ausgaben, nun hat mit Blanvalet / Random House auch ein Großverlag das Potential des Autors erkannt und dessen bislang meines Erachtens bestes Werk veröffentlicht.

Leider sind sowohl die äußere Aufmachung des Buches, wie auch die Publikation als normales Taschenbuch wenig geeignet, breite Leserschichten auf das Werk neugierig zu machen. Das recht nichtssagende Titelbild und der ebenfalls nicht unbedingt packende Titel lassen die Publikation in der Masse der monatlichen Produktion leider etwas untergehen.

Dabei hätte das Buch alle Ingredienzien, um es auf die Bestsellerliste zu schaffen. Golden gelingt es nicht nur, uns eine bunt gemischte Truppe von Handelnden vorzustellen, von denen er jede einzelne Figur mit Leben und Hintergrund erfüllt, er hat sich auch eine unheimlich packende Geschichte einfallen lassen.

Geschickt verbindet er dabei biblische Themen mit aktuellen Beschreibungen, lässt das Unheimliche zunächst zögerlich, dann immer deutlicher in seinen Plot einfließen. Zu Beginn fußt die Handlung noch ganz im Hier und Jetzt, wird alles wissenschaftlich untersucht und hinterfragt, bevor schleichend fast, das Grauen Einzug ins Camp hält.

Fazit:

Das hat alles, was ein moderner Weird Fiction Roman braucht – jede Menge nie plakativ wirkende Gruselszenen, atmosphärische Dichte und einen straff und ohne Brüche durchgezogenen Handlungsbogen. Schade nur, dass das Buch wohl leider nicht die Aufmerksamkeit bekommen wird, die es verdient.

Das Totenschiff

Das Totenschiff

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