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Yannic Niehr
„Der erste Stein löste sich aus der Mauer“

Buch-Rezension von Yannic Niehr Sep 2019

Ein exklusives Interview in einem der berüchtigtsten Spukhäuser Amerikas – ein Angebot, das vier Horrorautoren kaum abschlagen können. Genau ein solches unterbreitet der exzentrische New Media Tycoon Justin Wainwright mit Hang zur Theatralik einigen großen Genrevertretern, deren Karrieren an sehr unterschiedlichen Punkten angekommen sind und die darüber hinaus noch eine Vielzahl an Problemen mit sich herumschleppen: da wäre Sebastian Cole, der Vertreter des psychologischen Horrors der alten Schule, dessen Beschreibungen gerne auch mal ins Kosmische gehen und der somit als Verbeugung vor H.P. Lovecraft zu verstehen ist – er hat seine Homosexualität und damit auch seine große Liebe nie publik gemacht und u.a. mit den ersten Warnzeichen einer beginnenden Demenz zu kämpfen; Daniel Slaughter bedient die softere Jugendsparte des Grusels wie am Fließband, kommt mit seinen religiös geprägten Moralvorstellungen, die er durch simple „Gut vs. Böse“-Szenarien in seine Bücher einfließen lässt, aber auch beim konservativen Establishment an; T.C. Moore gibt sich nach außen hin taff und unnahbar, was sich allerdings auf Narben der Vergangenheit zurückführen lässt, die sie in ihren blutrünstigen Werken mit Anklängen an Clive Barker, aber auch mit sehr viel plattem Splatter überspielen möchte – ihre innere Verletzlichkeit verbirgt sie hinter einer harten Schale, da sie glaubt, sich in einer Männerdomäne beweisen zu müssen, aber leider gar nicht glücklich ist mit den Produzenten, denen sie die Filmrechte an ihrem letzten Erfolg verkauft hat; und zuletzt Sam McGarver, dessen erfolgreiche Romane das Böse in die vermeintliche Idylle des kleinstädtischen Alltags sickern lassen und der somit als eine Art Stephen King der fiktiven Welt dieses Buches gelten könnte – momentan hat ihn jedoch eine heftige Schreibblockade gepackt, nicht zuletzt deshalb, weil ihn ein Trauma aus der Vergangenheit unablässig quält.

Diese schillernden Figuren möchte Wainwright zu einem Livestream an Halloween versammeln, und zwar im Haus der längst verstorbenen Finch-Schwestern am Kill Creek, das aufgrund seiner brutalen Vergangenheit (sein eigenbrötlerischer Erbauer wurde gemeinsam mit seiner Geliebten aufgrund deren gemischtrassiger Beziehung brutal ermordet) als Topschauplatz für ein solches Ereignis besticht. Nach anfänglichen Kabbeleien siegt die Neugier auf das, was das einsame, mitten in der Pampa von Kansas stehende Haus an Nervenkitzel zu bieten hat. Und natürlich lassen seltsame Ereignisse nicht lange auf sich warten. Doch ist Wainwright zu trauen? Ist alles wirklich so, wie es scheint? Ist in diesem Gemäuer wirklich etwas Böses verankert?

„Im traditionellen Schauerroman geht es um Geheimnisse. Dunkle Geheimnisse, schreckliche Geheimnisse, die direkt hinter der Fassade der Normalität lauern“

Scott Thomas‘ Genredebut wurde bereits mit Lobeshymnen überschüttet. Sein Buch ist ein klassischer Spukhaus-Roman, gleichzeitig ist es aber auch eine Liebeserklärung an das Horrorgenre an sich und berichtet von der Macht des Erzählens. So schlägt die Story in der Mitte dann auch eine unvorhergesehene Richtung ein, die hier nicht verraten werden sollen, und folgt nicht ganz dem stereotypen Plot, den man erwarten würde. Leider vermag Thomas nicht wirklich, mit diesem Kniff viel anzufangen, und verliert sich am Ende dann doch in Klischees. Auch hätte man sich ein wenig mehr stilistische Varianz gewünscht, die einem die Werke der Hauptfiguren vielleicht noch ein wenig näherbringen würde.

So gibt es zwar Anklänge an die unterschiedlichen Subgenres, die sie vertreten – mehr aber auch nicht, und man bleibt doch leicht enttäuscht zurück, weil aus der Prämisse noch mehr herauszuholen gewesen wäre. Sein Handwerk versteht Thomas aber definitiv, und seine Figuren bilden ein nuanciertes, vielseitiges Ensemble mit einer Menge Nährboden für psychologischen Horror. Mit Blut wird am Ende nicht gegeizt, doch wissen auch die unheimlichen Szenen zu überzeugen. Der Roman hinkt seinen eigenen Ambitionen ein wenig hinterher. Spannend ist er aber allemal.

Fazit:

Das bahnbrechende Meta-Werk schlechthin ist Kill Creek unterm Strich zwar nicht geworden, wohl aber eine durchweg solide und unterhaltsame Hommage an das Horrorgenre, das wir alle kennen und lieben.

Kill Creek

Kill Creek

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