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Petra Meyeroltmanns
Eine einfache Idee interessant ausgeführt

Buch-Rezension von Petra Meyeroltmanns Jan 2019

Die Ausgangssituation ist im Grunde sehr simpel: Die Welt steckt immer noch in der Eiszeit, die Menschen halten Winterschlaf, nur ein paar bleiben wach, um auf die Schlafenden aufzupassen – was könnte ein Autor daraus nicht alles machen … Was er daraus machen konnte, zeigt Jasper Fforde mit diesem Roman. Angesiedelt hat der gebürtige Londoner ihn in seiner Wahlheimat Wales, dass Eiszeit und Winterschlaf aber ein globales Problem sind, erfährt man in einigen Andeutungen.

Winterschlaf, in der Biologie Hibernation genannt, ist für die Menschen, ähnlich wie für die Tiere, die bis heute immer noch diese Zeit verschlafen, nicht ungefährlich. Hat man sich nicht genug Polster angefuttert oder zu viel Energie mit Träumen verloren, kann es sein, dass man im Frühling nicht mehr aufwacht. Es kann aber auch passieren, dass man zwar aufwacht, aber nur noch eine leere Hülle ist, ähnlich einem Zombie, hier Nachtwandler genannt, wie diese zum Kannibalismus neigt, und im Folgenden für leichte Arbeiten umgewidmet und/oder früher oder später ausgeschlachtet wird; da im Winter schon so manchem das eine oder andere Glied abgefroren ist, ist für Ersatzteile immer Bedarf.

Nicht jeder schläft

Es gibt aber auch Menschen, die im Winter nicht schlafen, da sind z. B. die sogenannten Schurken, die alle der britischen Oberschicht entstammen (!), und für ein entsprechendes Leben natürlich auch entsprechende Mittel benötigen. Dass den Schlafenden und ihrem Besitz ein gewisser Schutz gewährt wird, dafür verzichten andere auf ihren Winterschlaf. In Schlaftürmen, sogenannten Dormitorien, sorgen Portiers für einen sorgenfreien Schlaf, achten z. B. auch auf die Temperaturen im Turm. Daneben gibt es die Konsuln, die außerhalb der Dormitorien für Sicherheit sorgen.

Charlie Worthing leistet seinen ersten Winter als Konsul ab, eigentlich in Cardiff stationiert, gerät er in den sogenannten Sektor 12, und bleibt dort hängen. In Sektor 12 hat Hauptkonsul Toccata das Sagen, deren größter Feind Aurora, die Sicherheitschefin HiberTechs ist, einer Firma, die, nicht ganz uneigennützig, den Schlaf erforscht. Charlie bekommt es mit beiden Frauen zu tun, die im übrigen mehr miteinander verbunden sind, als man zunächst vermuten konnte.

Skurril und spannend

Die Charaktere sind alle, wie auch die gesamte Geschichte, skurril, aber auch pointiert gezeichnet. Bereits Charlie ist ein Unikum, mit seinem Geburtsfehler und seiner Herkunft aus einem Geburts- und Erziehungspool. Mit der Fortpflanzung klappt es nämlich nicht so gut, so dass Kinder z. B. von den Schwestern der Unaufhörlichen Austragung (die so sprechende Namen wie Zygotia oder Placentia haben) ausgetragen und aus den Pools adoptiert werden. Leider wurde Charlie nie adoptiert, so dass das Winterkonsulamt für ihn auch ein Entkommen aus dem Pool ist.

Hier sieht man schon, dass es dem Roman nicht an typischem britischem Humor fehlt. Wer andere Romane des Autors gelesen hat, kennt das von ihm schon. Auch „Eiswelt“ hat hier einiges zu bieten. Aber nicht nur Humor wird großgeschrieben, auch Action und Spannung kommen nicht zu kurz, denn Charlies erster wacher Winter ist alles andere als langweilig. Nachtwandler, Schurken, die Rebellengruppe RealSleep und das legendäre Wintervolk machen ihm neben dem Wetter zu schaffen, aber auch manches/mancher, das/der zunächst Sicherheit versprach, zeigt überraschend sein wahres Gesicht. Doch Charlie, den der Autor selbst in Ich-Form erzählen lässt, ist nicht dumm, im Gegenteil, er ist clever und patent – ob er aber den Winter überlebt, zeigt sich erst ganz am Ende.

Der Roman ist wegen seiner Komplexität nicht immer leicht zu lesen, er erfordert Aufmerksamkeit, auch, weil manches erst nach und nach klar wird. Auch der spezielle Humor ist vielleicht nicht für jeden etwas. Sehr informativ sind sowohl die wunderbar passenden kapiteleinleitenden (fiktiven) Zitate als auch die Fußnoten, die man nicht überlesen sollte. Dass die Welt des Romans eine Alternativwelt zu unserer eigenen ist, daran erinnert der Autor immer einmal wieder, in dem er z. B.uns bekannte Persönlichkeiten erwähnt.

Fazit:

Jasper Fforde hat aus einer einfachen Idee viel gemacht, der Roman ist ausgesprochen unterhaltsam, spannend, humorvoll und voller skurriler Ideen. Die Charaktere sind interessant und bieten teilweise Stoff zum Nachdenken, wie auch der Plot, der durchaus auch Ernstes thematisiert. Wer seine Fantasy nicht immer bierernst braucht erhält hier einen lesenswerten Roman.

Eiswelt

Eiswelt

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