Das Ritual von London (Alex Verus 2)

Erschienen: April 2019

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Carsten Kuhr
Konkurrenz für Jim Butcher und Ben Aaronovitch

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mai 2019

Es ist schon eine rechte Krux, wenn man eine magische Begabung sein Eigen nennt. Jahrelang, manches Mal Jahrzehnte andauernd, muss man bei einem der angesehenen Magier in die Lehre gehen, wird dabei in aller Regel missbraucht, gedemütigt und nur zu oft verletzt, bis man es dann - vielleicht - geschafft hat.

Geld ist für Magier nicht wichtig - mit seinen Gaben kann sich ein Jeder, der über das Wissen und die Begabung verfügt Selbiges in mehr als ausreichendem Maß beschaffen. Was zählt ist die magische Befähigung, die Kraft, die diese antreibt und die Anzahl von Gefallen, die man bei seinen Kollegen einfordern kann.

Gestatten, Alex Verus der Name, Inhaber des in Camden gelegenen Zauberladens Emporium Arcana und ehedem Lehrling eines Schwarzmagiers.

Ich bin Wahrsager - nein, nicht was sie jetzt meinen. Ich lese die Zukunft weder aus Kaffeesatz noch aus den Karten, Horoskope erstelle ich auch nicht. Ich sehe, dank meiner Gabe mögliche Zukünfte, je näher sie zeitlich der Jetztzeit sind, umso deutlicher und enger wird die Auswahl der möglichen Abläufe.

Nachdem ich kürzlich im Kampf gegen einige Schwarzmagier, allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz, nicht nur obsiegt, sondern auch überlebt habe, habe ich beim Rat etwas gut.

Dann erfahre ich, dass eine alte Bekannte, Mitschülerin und tödliche schwarzmagische Gegnerin ein Ritual gestohlen hat, mit dem man magischen Wesen ihre Macht entreißen und sich selbst einverleiben kann. Es droht einmal wieder der Untergang unser bekannten magischen Welt - und nun raten sie einmal, wer es wieder richten soll?

Richtig, Me Myself and I.

Damit nicht genug, treffe ich auf eine umwerfend aussehende Zauberin, mein Lehrmädchen verlässt mich und ihr eingebildeter Lover lässt gleich noch einen magischen Wunscherfüller aus meiner verschlossenen Abteilung mitgehen. Wenn das mal gut geht, war es bislang doch immer so, dass es mit den Wünschenden ein böses Ende nahm. Ach ja, und meine Freundin, eine riesige Spinne und ihr Untermieter, ein gigantischer Drache spielen auch noch eine gewissen Rolle - na, lesen sie lieber mal selbst ...

Eine Kultserie aus Britannien erobert die teutonischen Bestsellerlisten

Mittlerweile sind in Großbritannien bereits neun Romane um den kauzigen Magier Alex Verus erschienen. Nachdem Blanvalet zunächst einmal nur die ersten drei Romane angekauft hatte, wurde aufgrund des großen und begeisterten Publikumszuspruchs die Option gezogen, für Nachschub ist also im halbjährlichem Abstand, gesorgt.

Warum aber ist die Reihe, die sich zwar in ihrer britischen Heimat gut verkauft, international aber nicht so wirklich aus den Puschen kommt, so gut?

Nun, Jim Butcher gibt immer noch den George R. R. Martin, sprich, der nächste Harry Dresden (dt. Feder & Schwert) lässt weiter auf sich warten, Ben Aaronovitch schreibt aufgrund sehr intensiver Recherche maximal einen neuen Peter Grant Roman pro Jahr (dt. dtv Verlag) und Jonathan Greens Urban Fantasies (dt. Feder & Schwert) lassen auch auf sich warten. Leser dieser speziellen Unterart der phantastischen Literatur suchen daher etwas hilflos nach neuen, inhaltlich wie handwerklich überzeugendem Lesestoff.

Hier sind sie bei Alex Verus bestens aufgehoben und dies, zu einem doch recht moderaten Preis.

Nachdem der erste Roman zur Einführung der Welt mit dem Hof, den zwei einander misstrauisch gegenüberstehenden Zweigen der Magie - weiß und schwarz - und der maßgebenden Figuren diente, kann der Autor vorliegend sich mehr seinem Plot widmen.

Und dieser hält so einiges für den Rezipienten bereit. Da gibt es hochgerüstete Söldner ohne Gewissen, dunkle wie weiße Magier, die nicht einmal erahnen, was man unter Gewissen überhaupt verstehen könnte, es geht um Freundschaft, Vertrauen, Verlässlichkeit und Opferbereitschaft - und dies alles garniert mit jeder Menge mitreißender Action.

Ich habe aber zu Beginn gefragt, was die Reihe um Verus so gut, so besonders macht.

Nun, da ist zum Einen zu nennen, dass der Autor uns nach und nach ein sehr komplexes, damit aber auch sehr interessantes und in sich glaubwürdiges Bild einer magischen Parallelgesellschaft aufzeigt.

Dazu kommt, dass Jacka Figuren kreiert, die nicht nur ihre Ecken und Kanten haben, sondern recht ambivalent dargestellt werden. Das sind einmal keine nur guten Protagonisten, die gegen die Bösen antreten und natürlich obsiegen, das sind Menschen, die fehlen, die ihre Freunde auch einmal im Stich lassen oder enttäuschen, die an sich selbst zweifeln und dann - für den Leser nachvollziehbar - mit sich selbst aushandeln, dass und wichtiger noch warum sie weiter kämpfen, wie sie vorgehen wollen.

Ähnlich wie bei Aaronovitch und Butcher macht diese Darstellung sie griffig und als Charaktere überzeugend. Dass sie sich, geprägt von den Geschehnissen, denen sie ausgesetzt sind logisch fortentwickeln, schadet der inneren Überzeugung der Romane auch nicht unbedingt.

Fazit:

So legt Benedict Jacka im zweiten Teil seiner Reihe einen in sich überzeugenden, packenden Roman auf, der das Potential, das die weiteren Romane erst so richtig ausschöpfen andeutet, der spannend und rasant unterhält und dem Sub-Genre gut zu Gesicht steht.

Das Ritual von London (Alex Verus 2)

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