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Lisa Reim
Tief im Wald bei den Hexen, Bestien und Fanatikern

Buch-Rezension von Lisa Reim Jul 2019

Im Wald lauert das Böse. Das muss auch die 7-jährige Alys schmerzlich erfahren, als sie eines morgens ihre Eltern und die anderen Dorfbewohner tot auffindet. Nur die Kinder haben überlebt. Schnell ist klar: Das waren Seelenesserinnen, junge Frauen, die nachts in die Dörfer kommen, um den Menschen ihre Seelen auszusaugen. Die Waisen kommen im Nachbarort Schafsdorf unter, wo die Menschen tiefgläubig sind und jedem, der auch nur ansatzweise vermeintlich magische Begabungen besitzt, den Prozess machen. Keine gute Voraussetzung für Alys, die in der Nacht, als die Dorfbewohner starben, den Seelenesserinnen begegnete – und von ihnen verschont wurde.

Ein Geheimnis, das Alys um jeden Preis verheimlicht, erst recht, als die Schafsdorfer eine Barrikade bauen, um sich vor den Gefahren des Waldes zu schützen. Doch Alys weiß, dass ein einfacher Zaun die Dorfbewohner nicht retten wird. Denn neben den Seelenesserinnen ist ihr noch ein ganz anderes Geschöpf über den Weg gelaufen: Sie ist der Bestie begegnet. Und was diese Kreatur ihr zu sagen hatte, stellt alle anderen Ängste in den Schatten.

Horrormärchen mit wenig Horror und viel Märchen

Peternelle van Arsdale versucht in ihrem Debüt, möglichst viele Gruselelemente unterzubringen. Da wären zum einen die zwei Seelenesserinnen, die in ihrem Hunger nach Seelen und ihrem Hang zu nächtlichen Aktivitäten an eine Kreuzung aus Vampiren und Hexen erinnern. Eigentlich eine schöne Idee für das personifizierte Grauen aus dem Wald, würde die Autorin nicht bereits im Prolog und in mehreren Zwischensequenzen ihre Leser regelmäßig aufklären, was es mit den Seelenesserinen auf sich hat, woher sie kommen, warum sie tun, was sie tun, was sie denken und was sie planen. So geht vieles von dem potentiellen Grusel verloren, zumal der Leser immer mehr weiß als die Figuren.

Bei einer Geschichte über ein kleines Dorf, das am Rande eines dunklen Waldes liegt, darf natürlich das obligatorische Monster nicht fehlen, „The Village“ lässt grüßen. Seelenesserinnen reichen wohl nicht aus, um die ohnehin schon panischen Bewohner des fiktiven Landes Erd zu plagen. Doch aus der groß angekündigten Bestie wird man bis zum Schluss nicht wirklich schlau. Die Kreatur scheint nur durch die Wälder zu stromern, um vor Alys undurchsichtige Sprüche zu klopfen. Auch sie tritt schon sehr früh in Erscheinung, sodass auch hier das Geheimnisvolle und Bedrohliche schnell im Keim erstickt wird.

Unterdrückung, Ausgrenzung, Verfolgung: die Hobbys der Schafsdorfer

Alys wird ziemlich viel zugemutet: Sie verliert ihre Eltern und kommt in ein Dorf, in dem die Bewohner den Neuankömmlingen nicht nur ablehnend gegenüberstehen, sondern sie auch für niedere Arbeiten einsetzen. Zudem sind Heilerinnen, Hebammen und sonstige intelligente Menschen, wie Alys neue Ziehmutter, in dieser religiös-fanatischen Gesellschaft besonders gefährdet. Hier bringt die Autorin den traditionellen Hexenglauben und die damit verbundene Verfolgung unter. Diese beklemmende Situation für Alys und ihre neue Mutter ist tatsächlich viel aufwühlender gestaltet, als die Gefahren, die im Wald lauern.

Trotzdem reagiert Alys in vielen Situationen sehr emotionslos. Nur wenig erfährt man über ihre Gefühle und Ängste und wenn, dann nur durch einen lieblos dahingeworfenen Satz. Sie findet die eigenen Eltern tot im Bett – und verzieht keine Miene. Sie muss die Regeln der Dorfältesten brechen – und zeigt keinerlei Furcht. Sie begegnet der Bestie – und tut so, als hätte sie bei einem Spaziergang lediglich ein Eichhörnchen gesehen. Kein Wunder, wenn man nicht gerade vor Spannung auf den Nägeln kaut. Insgesamt klingt die Geschichte packender, als sie es tatsächlich ist. Neben den distanzierten Schilderungen sind daran auch einige Längen schuld. Und dennoch lässt sich das Buch sehr schnell runterlesen. Nicht zuletzt, weil man sich doch immer wieder fragt, wo die Autorin ihre Leser hinführen will. Zum Schluss dann die Erkenntnis: Zu einem sehr schnell abgehandelten Ende, das einige Fragen offenlässt.

Fazit:

Man kann es nicht wirklich Horror nennen und in die Schublade der Spannungsliteratur passt dieses Werk auch nicht. Am ehesten handelt es sich um ein düster angehauchtes Märchen, das viele bekannte Grusel-Elemente ungruselig vereint, das historische Grauen der Hexenverfolgung jedoch gekonnt thematisiert. Nette Lektüre für Fans der seichten Spannung – kann auch bedenkenlos im Wald gelesen werden.

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