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André C. Schmechta
Eine Ikone der deutschen Romanheft-Kultur neu interpretiert, oder - wie ich auf eine Mogelpackung hereingefallen bin...

Buch-Rezension von André C. Schmechta Mär 2019

John Sinclair. Der unverwechselbare Schriftzug prangert in großen roten Lettern auf dem Cover. Erinnerungen kommen auf. Der Geisterjäger im Dienste von Scotland Yard ist ein Held meiner Jugend, mein täglicher Begleiter im Schulbus. Seine unermüdlichen Kämpfe gegen Dämonen, Zombies und Vampire haben meinen Hunger nach kurzweiligen Grusel- und Horrorgeschichten gestillt.

Die Heftromane füllten Kartons in meinem Zimmer. Bis ich mich irgendwann von John Sinclair verabschiedete und nicht mehr weiterlas. Das ist nun mittlerweile viele Jahre her und es blieb beim Versuch, die Abenteuer digital oder in Sammelalben wiederzuentdecken.

Das Sinclair-Universum ist unterdessen stetig weiter gewachsen. Die Heftroman-Serie von Schöpfer Jason Dark - alias Helmut Rellergerd - hat es seit 1973 auf mittlerweile weit über 2.000 Bände in mehreren Auflagen, Hörspiele und zahlreiche Ableger gebracht. Mittlerweile gibt es sogar eine John Sinclair Convention.

Mit „Sinclair - Dead Zone“ wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Ikone der deutschen Romanheft-Kultur wird von Autor Dennis Ehrhardt neu interpretiert. Ein neuer Anfang für John Sinclair. Und damit auch für mich.

Hinein ins Abenteuer mit bekannten Figuren aus dem Sinclair-Universum - nur anders eben.

Vor der portugiesischen Küste wir ein seltsames Artefakt gefunden. Ein großer schwarzer Würfel, der mit Symbolen - ähnlich Hieroglyphen - beschriftet ist. Dr. Rachel Briscoe vom Ägyptischen Institut der University of London soll bei der Entschlüsselung helfen. Allen Warnungen zum Trotz berührt sie das Aretefakt und hat eine grausame Vision. Was sie noch nicht weiss, sie ist dem Tod geweiht. Und sie wird nicht die Einzige bleiben.

Der Auftakt liest sich spannend und durchaus vielversprechend. Bekannte Figuren aus dem Sinclair-Universum tauchen nach und nach auf, jedoch mit Veränderungen. Aus Suko wird Zuko Gan. Er und John Sinclair sind bereits Kollegen bei Scotland Yard. Bill Conolly ist weniger der smarte, sympathische und erfolgreiche Typ aus den Romananfängen. Es gibt viele weitere Freiheiten, die bei einem Neustart natürlich durchaus gestattet seien. Als ehemaliger Sinclair-Fan frage ich mich aber die ganze Zeit - warum eigentlich?

Warten auf das Unheimliche. Vor allem aber warten auf John Sinclair!

Bei einem Einsatz verfolgt John Sinclair einen Verdächtigen aus den eigenen Reihen. Es kommt zu einer Explosion auf einem Schiff. Es gibt Tote - darunter John Sinclair... ! ... ?! ... Wie jetzt? ... Moment mal! ... John war doch gerade mal auf ein paar sehr wenigen Seiten in Aktion... Abwarten... Der taucht bestimmt gleich wieder auf! .... Ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass Sinclair auch wieder unter den Lebenden weilen wird. Das geht bereits aus dem Prolog hervor. Es geschieht dann aber wirklich so dermaßen dünn, dass ich mich - als ich das Buch zur Seite lege - frage, was in den Köpfen der Macher vorgegangen ist, um diese Mogelpackung zu konstruieren. Das ist wie zwei Wochen verheißungsvollen Urlaub am Strand buchen von denen aber 13 Tage zunächst reine Fahrzeit durch Industriegelände sind...

Wurde Story und Figuren ohne „prominente“ Unterstützung nicht genügend Potential für eine eigene Serie zugetraut? Das wäre denkbar, denn unterm Strich ist „Sinclair - Dead Zone“ lange Zeit ein eher gewöhnlicher Thriller. Der mystisch anmutende Auftakt mündet in viel klassischer Ermittlungsarbeit der eigentlichen Hauptfiguren Zuko und Kollegin Shao im Drogenmilieu. Eine neue synthetische Droge breitet sich aus. Die Story hat mit Längen zu kämpfen. Die Mystery- und Horror-Elemente kommen insgesamt zu kurz. Und gerade diese wollen auch nicht so wirklich überzeugen.

Lediglich zum Ende gewinnt die Geschichte wieder deutlich an Fahrt. Doch es bleiben noch sehr viele Fragen offen. Letzteres will ich nicht als Kritikpunkt werten, denn schließlich handelt es sich um einen Auftaktband. Und sicherlich dürfte auch John Sinclair in den Folgebänden (zumindest ein weiterer scheint in der Danksagung angekündigt) wieder mehr Platz eingeräumt werden... vermutlich... oder?

Für einen Reboot bleibt die titelgebende Hauptfigur jedoch viel zu sehr im Hintergrund ... nein, sie ist eigentlich überhaupt nicht präsent! Und so gelingt es Ehrhardt in meinen Augen auch nicht John Sinclair neues Leben einzuhauchen. Das auch vor dem Hintergrund, das weder die Hauptgeschichte noch die weiteren Figuren - bei allen Bemühungen - so richtig zünden wollen.

Fazit:

Sinclair steht zwar groß und plakativ auf dem Cover - ist aber in „Dead Zone“ nicht drin. Und das in jeder Hinsicht. Da hätte ich mir als Fan der ursprünglichen Romanfigur einfach mehr - oder zumindest etwas deutlich anderes - erhofft.

Für alle, die John Sinclair bis dato noch nicht kennen, bleibt möglicherweise nur Verwunderung über die Abwesenheit der Titelfigur.

So bin ich aber leider schon wieder raus und behalte den Held meiner Jugend lieber so in Erinnerung, wie ich ihn gemocht habe. Beinahe bezeichnend, dass nach gut 300 Seiten aus Zuko Gan einmal kurz wieder Suko wird. Schimmerte hier vielleicht kurz die Sehnsucht nach dem Original durch? Und schon schiele ich wieder auf einen Sammelband in meinem Regal...

Sinclair - Dead Zone

Sinclair - Dead Zone

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