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Nina Pimentel Lechthoff
Die nette und zutreffende Rezension zum tollsten Roman auf Erden

Buch-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Mai 2019

Eine sehr gewagte Behauptung vorweg: Für mich ist „Ein gutes Omen“ eines der besten Bücher von Neil Gaiman (von Terry Pratchett habe ich nicht viel gelesen, deswegen weite ich meine These nicht auch auf ihn weiter aus).

Adam Young oder Wie ein kleiner Junge fast die Welt zerstörte

Der Antichrist ist geboren, und der Dämon Crowley soll ihn zum Höllenfürsten erziehen, damit er die Apokalypse heraufbeschwört. Doch Crowley bemerkt, dass sich das Kind, Warlock, mehr für seine Briefmarkensammlung und Kaugummi mit Bananengeschmack als für den Weltuntergang interessiert. Es stellt sich heraus, dass Warlock im Krankenhaus vertauscht wurde. Nun versuchen Engel, Dämonen und Hexen, den wahren Antichristen aufzuspüren. Und während der Weltuntergang näher rückt, begreift Crowley, dass die Erde doch gar keine so üble Gegend im Universum ist.

Gegen diesen Weltuntergang hätte ich nichts

Die Geschichte um den wahrhaftigen Satansbraten Adam Young und wie ein Engel und ein Dämon versuchen, die Welt vor dem sicheren Untergang zu bewahren ist clever, unglaublich witzig und hat gleichzeitig so viel Herz. Die aberwitzigen Ideen – etwa, dass die vier Reiter der Apokalypse unter uns weilen und bspw. Diät-Bücher herausbringen oder die Pest, die nach der Erfindung des Penizillins durch Umweltverschmutzung ersetzt wurde – sind gleichzeitig sehr originell, aber dennoch hat man das Gefühl: Warum bin ich nicht darauf gekommen?!

Durch und durch authentische, sympathische Figuren

Dadurch, dass die Handlung von vielen verschiedenen Figuren erzählt wird, bleibt die Geschichte immer spannend. Das Schönste ist aber, dass die Autoren Terry Prachett und Neil Gaiman alle ihre Figuren sehr sympathisch und vor allem sehr authentisch zeichnen. Die Kinderbande um Adam Young verhält sich wie Kinder, den Dämon Crowley und den Engel Erziraphael verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft, und auch der angehende Hexenjäger Newton Pulsifer und die Hexe Anathema Apparat sind – außer was ihre Berufe angeht – ziemlich normale Menschen.

Kratzt an die 30, dennoch hochaktuell

Nach der Apokalypse kann nur eine Seite gewinnen: Himmel oder Hölle. Diese Schwarz-Weiß-Denkweise wird sehr gut durch die Figuren Crowley und Erziraphael aufgebrochen, denn obwohl sie zu den verschiedenen Seiten gehören, entscheiden sie sich, für die Menschen und für den Erhalt der Erde zu arbeiten. Obwohl „Ein gutes Omen“ schon fast sein 30-jähriges Jubiläum feiert, sind die Themen, die der Roman behandelt, sehr aktuell. Vor allem heutzutage, wo Schwarz-Weiß-Denken immer mehr wird, Positionen sich zunehmend verhärten und es so gut wie keinen Austausch zwischen den Ideologien gibt.

Dass die Themen von „Ein gutes Omen“ immer noch aktuell sind, könnte daran liegen, dass sie einfach universell und allgemeingültig sind. Neben der Zusammenarbeit verschiedener Seiten für ein höheres Ziel, werden auch Themen wie freier Wille oder das Aufbrechen von Stereotypen behandelt.

Dabei kommt der Roman auf keinen Fall belehrend rüber. Das liegt einerseits an den toll ausgearbeiteten Figuren, andererseits haben die Autoren eine trocken-sarkastische, sehr ironische Erzählweise, dass man den ganzen Roman über lachen muss. Trotz des sehr humorigen Stils nehmen die Autoren ihre Geschichte und die Figuren sehr ernst, sodass man nicht ÜBER sie lacht, sondern MIT ihnen.

Als Buch überragend, als Hörbuch ein Genuss

Das Hörbuch zu „Ein gutes Omen“ klappt aber nur, weil der Erzähler Volker Niederfahrenhorst den Spagat zwischen Ironie und Ernst sehr gut trifft. Und obwohl er kein Rufus Beck ist, schafft er es, die Figuren sehr schön zum Leben zu erwecken, indem er ihnen individuelle Stimmen gibt.

Fazit:

Meine Bedenken, ob die deutsche Version mit dem Original mithalten kann, wurden restlos getilgt. Der Witz und die Ironie sind in der Übersetzung nicht verloren gegangen. Durch die tolle Leistung von Volker Niederfahrenhorst habe ich „Ein gutes Omen“ von einer ganz neuen Seite erfahren. Wer noch vor (oder parallel zum) Start der Amazon Prime-Serie den Roman lesen will, dem kann ich das Hörbuch sehr empfehlen!

Ein gutes Omen (Hörbuch)

Ein gutes Omen (Hörbuch)

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Letzte Kommentare:
03.06.2019 19:08:49
K.-G. Beck-Ewerhardy

Achtung, dies ist eine andere Hörversion des gelichen Titels:

Azirphale, der Schutzengel des Östlichen Tors des Paradieses und Crawly, auch bekannt als die Schlange – genau, DIE Schlange – kennen sich bereits seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte, denn sie sind ja schließlich beide dabei gewesen. Mit der Gewißheit jeweils auf der anderen Seite zu stehen und der Unsicherheit darüber, warum es diese zwei Seiten eigentlich gibt, verbringen sie in mehr oder minder freundlicher Konkurrenz die Jahrtausende miteinander, die sich gerade so langsam dem Ende nähern.

Tatsächlich gibt es dafür ein ganz festes Datum in den „Nife and Accurate Prophecies of Agnes Nutter“, einer Hexe, die die gesamte Geschichte der Menschheit bis zu deren Ende vorhergesehen hat – wenn auch aus einer etwas engen Perspektive – und deren Prophezeiungenbuch sich jetzt im Besitz ihrer Nachfahrin Anathema Device befindet. (Dieses Buch beinhaltet mehr sprechende Namen, als man einen Stock gegen schütteln kann.

Überall in Himmel, Hölle und auf Erden bereitet man sich auf die letzte große Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse vor, denn der Antichrist wird nun bald elf, hat bereits seinen Höllenhund angenommen und wird nun bald instrumental darin sein, die letzten Tage einzuläuten. Wenn er das nur wüsste, denn er wurde bei der Geburt vertauscht und wuchs darum anders als von Himmel und Hölle geplant auf. Aber da Aziraphale weiß, dass das Kommen der letzten Tage unausweichlich ist – schließlich steht es geschrieben -, gehen die Vorbereitungen weiter und die vier Reiter der Apokalypse bereiten sich darauf vor auszureiten – wobei es bei diesem Team aber im 20. Jahrhundert einen Spielerwechsel gegeben hat.

Anathema Device, die selbst auch eine Hexe ist, kennt die Zukunft irgendwie aus dem Buch ihrer Vorfahrin und darum weiß sie auch, dass bald ein junger Mann an ihre mehr oder minder jungfräuliche Pforte klopfen wird. Dummerweise ist dieser junge Mann hauptberuflich ein Hexenjäger aus dem letzten Rest der einst mächtigen Hexenjägerarmee. Und er hat seine Nadel und sein Feuerzeug dabei.

Dies ist nur der irre und verdrehte Rahmen dieser Geschichte, in der es vor Engeln, Dämonen, Hell’s Angels, Prophezeiungen, Vertreter für Doppelverglasung, satanischen Nonnen und ähnlichen Gestalten nur so wimmelt, was die intelligenteren Charaktere immer wieder zu überaus überraschenden Gedankengängen anregt.

Wenn sich zwei Genies zusammen tun kann dies zu einer Katastrophe nach dem chinesischem Sprichwort von „zwei Tigern auf einem Berg“ führen – oder zu einem Feuerwerk an Genialität und Irrsinn, die einen einfach nicht mehr loslassen. Genau das ist in diesem Buch geschehen, für das zwei der größten Geschichtenerzähler des 20. Und 21. Jahrhunderts zusammengetan haben um etwas zu schaffen, das größer ist, als die Summe ihrer Teile.

Die vorliegende Hörbuchversion, die den Text vollständig wiedergibt, ist von Martin Jarvis hervorragend vorgetragen, was einmal mehr zeigt, dass ein klassischer Theaterhintergrund für einen Schauspieler, und die, die ihn rezeptieren, immer ein Gewinn ist. Sehr kurzweilige elfeinhalb Stunden Unterhaltung, Religionskritik und Philosophie.