Sandtaucher

Erschienen: Oktober 2019

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André C. Schmechta
Packende Familiengeschichte in einer postapokalyptischen Welt

Buch-Rezension von André C. Schmechta Nov 2019

Die Welt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr. Ehemalige Städte liegen unter Wüstensand begraben. Die Menschen versuchen in den unaufhörlich wachsenden Sandmassen zu überleben. Tief unten im Sand jedoch warten noch immer Artefakte und wertvolle Bodenschätze vergangener Zivilisationen darauf geborgen zu werden. In der Hoffnung auf ein wenig Reichtum, riskieren dabei nicht wenige ihr Leben...

Palmer und sein Freund Hap sind erfahrene Sandtaucher und lassen sich im ehemaligen US-Bundesstaat Colorado auf einen gefährlichen Tauchgang ein. Sie sollen den Standort von Danvar ausmachen. Einer noch unentdeckten Stadt, da sie noch tiefer im Sand begraben liegt, als alle anderen. Doch noch ahnen die beiden nicht, dass die Interessen ihrer zwielichtigen Auftraggeber nicht nur materieller Art sind.

Unterdessen hoffen die Geschwister Conner und Rob darauf, dass ihr älterer Bruder Palmer zum jährlichen gemeinsamen Zeltabend kommt, bei dem sie mit Geschichten ihrem Vater gedenken, der die Familie vor einigen Jahren - offenbar grundlos - verlassen hat. Während ihre Mutter in ein neues Leben geflüchtet ist und sich nun als Bordellbesitzerin durchschlägt, hält sich ihre Schwester Vic - ebenfalls versierte Sandtaucherin - seit Jahren von der Familie fern.

Unten

Schon in Hugh Howeys Romanreihe „Silo“ ging es in Bunker unter die Erdoberfläche.

Die besondere, noch unverbrauchte Idee des Sandtauchens hat mich auch hier sofort neugierig gemacht. Der US-amerikanische Autor schafft von Beginn an ein sehr stimmiges und atmosphärisch dichtes Szenario. Es ist schon eine faszinierende Vorstellung, dass Tauchen im Sand tatsächlich funktionieren könnte. Und Hugh Howey gelingt es die technologischen Hintergründe und zum Einsatz kommenden Ausrüstungsgegenstände nachvollziehbar und glaubwürdig zu schildern.

Die Sandtaucher müssen zugewehte Versorgungseinrichtungen wieder in Gang setzen oder sind eben auf der Suche nach Material, was sich bergen und verkaufen lässt. Die besten Sandtaucher können nur wenige hundert Meter tief tauchen. Doch das gesuchte Danvar soll ca. 500 Meter im Sand begraben liegen.

Die Schilderungen der Tauchgänge sind dramatisch inszeniert. Die beklemmende Enge im Sand, die drohende Atemnot, die eingeschränkte Sicht in der Dunkelheit, das Sichten von im Sand begrabenen Gegenständen oder gar das Erkunden von Wolkenkratzern, die nun tief im Sand verborgen sind, lässt nach manchem Kapitel beruhigt zur Wasserflasche greifen und konzentriert Luft einatmen.

Howey erzählt packend und temporeich, verliert sich nicht in Belanglosigkeiten, aber gibt den Figuren immer genügend Raum sich zu entfalten. Es gibt berührende, emotionale Momente, die den tristen und unwirklichen Lebensbedingungen entgegenstehen.

Momentaufnahme in einem vermeintlich epischen Konflikt

Der Überbau der Geschichte mag anfänglich noch größer wirken, als er dann im weiteren Verlauf von Howey tatsächlich konstruiert wird. Detailliert Ausführungen, welche die derzeitigen widrigen Lebensumstände erklären, gibt es nicht. Informationen zu den Machtverhältnissen und kriminellen Machenschaften unterschiedlicher Gruppierungen werden eher zurückhaltend in die Haupthandlung eingeflochten. Auch am Ende wird nicht alles gänzlich aufgelöst, es bleiben zentrale Fragen offen.

Das jedoch stört zu keiner Zeit, denn „Sandtaucher“ ist im Kern eine Familiengeschichte mit gut entwickelter Figurenkonstellation. Die fünf Familienmitglieder und ihr vor langer Zeit verschwundener Vater bzw. Ehemann stehen im Vordergrund. Natürlich wird es die eine oder andere überraschende Wendung geben, die alle vor neue Herausforderungen stellt. So bleibt Sandtaucher vielmehr eine Momentaufnahme in einem vermeintlich epischen Konflikt.

Fazit:

„Sandtaucher“ ist ein auf jeder Seite mitreißender dystopischer Roman. Hugh Howey erzählt eine spannende Familiengeschichte in einer postapokalyptischen Welt. Einer Welt mit schwierigsten Umweltbedingungen, in der es um Leben und Überleben geht, in der jeder auf sich allein gestellt ist, die familiären Bande aber noch immer stark und von Bedeutung sind.

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