Pepper-Man

Erschienen: März 2020

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Lisa Reim-Benke
Das Böse kommt aus dem Wald?

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Okt 2020

Cassandra Tipp ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, mit viel Vermögen und einem kleinen Häuschen am Waldrand. Ein schönes und erfülltes Leben, wäre da nicht Cassandras dunkler Begleiter namens Pepper-Man, der sie bereits seit ihrer Kindheit heimsucht. Und ein Mord, in den Cassandra einst verwickelt war, und der ihren ohnehin schon miserablen Ruf noch weiter verschlechterte.

Als die berühmte Autorin eines Tages spurlos verschwindet, stellt sie ihren Erben in ihrem Testament nur eine Bedingung: Sie sollen zu ihrem Haus kommen und dort ein Manuskript lesen. Ein Manuskript, das alle Mysterien rund um ihre Person aufklären und ihre wahre Lebensgeschichte enthalten soll. Doch was sich den Lesern offenbart, ist viel mehr als die bloße Autobiographie einer schrulligen alten Frau. Es ist ein Horror, der weitere Kreise zieht, als man zunächst denkt.

Holla, die Waldfee!

Camilla Bruce hat mit ihrem Debüt einen durchweg gelungenen Genre-Mix geschaffen: Eine ordentliche Portion Grusel, eine Schippe Psycho-Thriller und ein Hauch Drama vereinen sich zu einem spannenden Lese-Abenteuer. Und ein Abenteuer ist die Lektüre allemal, ganz besonders wegen Pepper-Man. Was genau Pepper-Man ist, erklärt uns die Erzählerin Cassandra gleich am Anfang: Er ist eine Fee, ein mystisches Wesen, das sie einst beim Spielen entdeckte, als sie noch ein Baby war, und sie seitdem nicht mehr in Ruhe lässt.

Bei Camilla Bruce sind Feen keine kleinen geflügelten Wesen mit Blumenschmuck und Zauberstab. Ihre Feen sind düster, gefährlich und grotesk. Allen voran Pepper-Man mit eingefallenem Gesicht, weißen Haaren und knorrigen Gliedmaßen. Mit einer Selbstverständlichkeit schildert Protagonistin Cassandra von ihrem Leben mit dieser Schreckgestalt, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Und dass Pepper-Man nachts mit ihr im Bett liegt, sich in ihrem Nacken festbeißt und ihr Blut trinkt, ist für sie das Normalste der Welt. Für sie ist er ihr einziger Freund, bietet ihr Halt und Verständnis. Gleichzeitig bringt er immer wieder Cassandras Leben durcheinander, stiftet sie zu Dingen an, die sie in Schwierigkeiten bringen, und macht sie emotional von sich abhängig. Die archaische Welt der Feen, die sich im Wald beim Feenhügel abspielt, durchsetzt mit blutigen Ritualen und fragwürdigen Umgangsformen, dringt durch Pepper-Mans merkwürdige Beziehung zu Cassandra immer mehr in die Welt der Menschen ein und sorgt im Umfeld des Mädchens für Grauen.

Neben dem Grusel erweckt das Buch beim Leser aber auch eine tiefe Traurigkeit. Je weiter man liest, desto mehr offenbart sich, dass es noch eine ganz andere Version dieser Geschichte geben könnte, eine Version, die Cassandra nicht sehen will und vielleicht auch nicht kann. Ob das alles wirklich stimmt, was sie erzählt, oder ob es nur die Phantasie einer gemarterten Seele ist, wird bis zum Schluss nicht eindeutig geklärt. Aus diesem Grund ist „Pepper-Man“ ein Buch, das einem nach dem Lesen noch lange im Kopf herumspuken wird.

Diese Autorin sollte man auf dem Schirm haben

Camilla Bruce hat sich in ihrem ersten Roman selbst übertroffen. Obwohl ihr nur die Perspektive von Cassandra zur Verfügung steht, die als Erzählerin nicht gerade zuverlässig ist, gelingt es ihr zwischen den Zeilen enorm viel Information unterzubringen. Zusammen mit dem gruseligen Pepper-Man und der wendungsreichen Handlung ist dies ein enorm spannendes Erzählkonzept, das mit seinen Lesern spielt und sie immer wieder dazu anhält, eigene Vermutungen zu hinterfragen. Zu verwirrend oder zu vage ist das Buch jedoch keinesfalls. Camilla Bruce führt die Leser trotz zeitlicher Sprünge sehr konzentriert durch die Geschichte. Ehe man sich’s versieht ist man am Ende angelangt, wo die letzten Sätze den Lesern noch einmal etwas zum Grübeln und sogar Schmunzeln mitgeben.

Fazit:

„Pepper-Man“ ist vieles zugleich: Schaurig, fesselnd, traurig, erzählerisch beeindruckend. Kurz: Die Geschichte ist ein kleines Meisterwerk. Wer es durch und durch düster mag, ist hier bestens aufgehoben. Aber Vorsicht beim nächsten Spaziergang durch den Wald. Man weiß ja nie …

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