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Lisa Reim
Lass mich dir eine Geschichte erzählen …

Buch-Rezension von Lisa Reim Dez 2019

Der junge Kihirin sitzt im Kerker und wartet auf seine Veruteilung. Doch er ist nicht alleine: Seine Wärterin Klaue, ein Monster in Frauengestalt, lauert vor den Gittern. Aus Langeweile überredet sie Kihirin seine Geschichte zu erzählen. Und da dieser nichts Besseres zu tun hat, erzählt er Klaue, wie er einst auf dem Sklavenmarkt zu einem überhöhten Preis an eine Gruppe magiebegabter Valé verkauft und auf ein gefährliches Abenteuer mitgenommen wurde.

Kihirins Erzählung reicht Klaue jedoch nicht. Da sie eine Gestaltwandlerin ist und die Erinnerungen ihrer Opfer in sich aufnehmen kann, unterbricht sie Kihirins Geschichte immer wieder, um sie mit den Erinnerungen seiner Familie und Freunden zu ergänzen. Klaues Version beginnt an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, als Kihirin und sein Ziehvater noch als Musiker in einem Bordell auftraten. Doch Kihirins Einbruch in ein nobles Stadthaus änderte alles, denn dort zog er die Aufmerksamkeit eines Dämons auf sich.

Dass wir überhaupt von diesem ungewöhnlichen Zwiegespräch zwischen Wärterin und Gefangenem erfahren, verdanken wir einem magischen Stein, der die Worte seines Trägers speichert. Thurvishar D’Lorus fertigte schließlich eine Abschrift dieses Gesprächs für seinen Herrscher an und konnte nicht widerstehen, das Ganze mit Fußnoten zu versehen. Und so erfahren wir, wer Kihirin wirklich ist und wie es dazu kam, dass er wegen Hochverrats angeklagt wird.

Nach Rezept und dennoch anders

Jenn Lyons hat mit ihrem Debüt das Zeitalter einer neuen Saga eingeläutet. Immerhin ist es als Fantasy-Fan fast unmöglich, an diesem Wälzer vorbeizukommen. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch, zumal das Werk häufig in einem Atemzug mit Christopher Paolini, Brandon Sanderson und Patrick Rothfuss genannt wird. Derartige Vergleiche liegen tatsächlich nicht fern, hat sich die Autorin doch an der klassischen Fantasy-Checkliste abgearbeitet und so alle möglichen Motive in ihrem Buch untergebracht: Kihirin ist ein 16-jähriger Waisenjunge aus den Slums, der nach einer Prophezeiung jedoch der Retter der Welt sein soll. Dazu gesellen sich noch Drachen, Dämonen, Monster, ein elbenähnliches Volk, Intrigen, Schwertkämpfe und so weiter.

Dass Jenn Lyons sich altbekannter Versatzstücke bedient, klingt nach den üblichen Bemühungen, irgendwie auf den fahrenden Fantasy-Zug aufzuspringen. Und das meist mit wenig Erfolg. Doch in diesem Fall macht die Autorin einiges richtig: Ihr gelingt es, die Dinge so zu kombinieren, dass etwas Eigenes daraus entsteht. Die Geschichte wirkt bekannt und dennoch neu, nicht zuletzt dank der raffinierten Erzählweise auf drei Ebenen. Jenn Lyons ist eine solide Geschichtenerzählerin und sorgt gerade wegen ihrer Arbeit mit altbekannten Elementen immer wieder für Überraschungen.

Der Komplexitätswahn greift um sich

Das Setting stimmt, die Handlung verspricht Spannung. Und trotzdem stört etwas. Zum einen dauert es einige Zeit, bis man sich in die Erzählperspektiven eingearbeitet und überhaupt begriffen hat, worum es gehen soll. Jenn Lyons mag es nämlich ausführlich, was jedoch nicht viel zur Geschichte beiträgt. Zum anderen ist die Handlung dermaßen komplex angelegt, dass man die Tragweite spannender Entwicklungen oft nicht auf Anhieb durchschaut. Aufmerksames Lesen, manchmal vielleicht auch mehrmals, ist hier angesagt. Nicht nur findet sich hier ein riesiges Figurenensemble, das allein schon genug Konzentration fordert, hier werden auch wild Körper und Seelen getauscht, was die Verwirrung perfekt macht. Wenn dann noch Stammbäume und Erbfolgen relevant werden, ist es fast ganz aus. Dass beinahe alle Namen entweder mit T oder K anfangen, macht die Sache nicht leichter. Zum Glück gibt es den Anhang, der die Leser mit Glossar, Auflistung der Adelshäuser und Hinweisen zur Aussprache versorgt. Leichte Kost ist dieser 800-Seiten-Wälzer also nicht und nicht jeder hat die Muße, sich durch ein solches Werk durchzuarbeiten und immer wieder im Anhang nachzuschlagen. Zumal es am Schluss eben „nur“ eine solide und keine bahnbrechende Geschichte bleibt.

Fazit:

Jenn Lyons hat das Rad nicht neu erfunden. Dennoch wird sich ihr Werk in die Riege der High-Fantasy-Größen einreihen können. Für zwischendurch ist es jedoch nicht zu empfehlen, dafür ist der Plot zu kompliziert. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Autorin in den Folgebänden nicht vollends in der Komplexität ihrer Geschichte verliert.

Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1

Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1

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Letzte Kommentare:
10.11.2019 15:25:58
PMelittaM

Kihrin erzählt dem Ungeheuer, Klaue genannt, das die Kerkerzelleie, in der sitzt, bewacht, seine Geschichte. Wie ist er hier gelandet? Doch Klaue scheint seine Erzählung nicht ganz ausreichend, und da sie eine Mimikerin ist, die sich über die Gehirne ihrer Opfer auch deren Erinnerungen einverleibt, kann sie auch etwas zur Geschichte beitragen, nämlich die Geschehnisse, die vor Kihrins eigener Erzählung passiert sind.

750 der insgesamt gut 850 Seiten erzählen Kihrin und Klaue ihre Geschichten, immer abwechselnd, Kihrin in der ersten, Klaue in der dritten Person, bis sie am Ende ineinander übergehen und das danach Geschehene erzählt wird. Schon alleine durch die beiden Perspektiven/Zeitebenen ist die Geschichte sehr komplex und verlangt aufmerksames Lesen, aber immerhin kann man die beiden gut unterscheiden. Im Laufe der Zeit wird das Charakterensemble immer größer, manche Charaktere verschwinden bald wieder, andere bleiben länger, auch hier ist eine gewisse Aufmerksamkeit nötig, im Glossar am Ende kann man aber noch einmal nachlesen, wer wer ist, ohne dass dort gespoilert wird.

Sehr komplex ist auch die Geschichte, die immer wieder für Überraschungen sorgt, und bei der man nie sicher sein kann, was weiter passieren wird. Die Charakterzeichnungen sind gelungen, aber auch hier gilt: Man kann sich nie sicher sein. Erzählt wird ausführlich, ohne jemals langweilig zu sein, und atmosphärisch. Unterhaltsam und/oder interessant sind die Fußnoten, die mich immer wieder an Pratchett erinnert haben.

Die Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat, ist überzeugend, Geschichte, Völker, Religion, Politik usw. sind gut durchdacht und machen das Ganze rund. Auch Magie spielt eine Rolle und ist gut integriert. Die Geschichte ist oft brutal und auch recht blutig, nicht wenige liebgewonnene Charaktere werden getötet.

Neben dem bereits erwähnten Glossar gibt es eine Karte, die ich allerdings nicht benötigt habe, sowie Hinweise zur Aussprache der Namen, eine Übersicht über die Adelshäuser und die Herrscherhäuser der Vané (eines der Völker der Welt).

Ich hätte mir diesen Roman durchaus als Einzelband vorstellen können, doch am Ende bleibt doch das eine oder andere offen und ein zweiter Band ist bereits im Original erschienen. Ich bin gespannt, was sich die Autorin dafür hat einfallen lassen.

Ein epischer Fantasyroman, wie er nicht besser sein könnte, voller Überraschungen und gelungenen Charakteren, mit einer gut durchdachten Welt, sowie einer spannenden und komplexen Geschichte. Für mich ein Lesehighlight, das ich gerne weiterempfehle. 93°

06.11.2019 10:24:26
leseratte1310

Eigentlich bin ich nicht so der Fantasy-Leser, aber mich hatte das Buch auf den ersten Blick angesprochen und die Leseprobe hat mich überzeugt, das Buch lesen zu wollen. Dieses Buch ist der Auftakt einer Fantasy-Saga von Jenn Lyons. Es ist kein leichtes Werk, weder vom Umfang her, noch vom Inhalt. Die Geschichte ist komplex und man sollte aufmerksam lesen. Mich haben die vielen Fußnoten in meinem Lesefluss etwas beeinträchtigt.
Das Ungeheuer in Gestalt der schönen Frau Klaue bewacht Kihrin in seiner Gefängniszelle. Doch das ist langweilig und so fordert Klaue Kihrin auf, ihr Geschichten zu erzählen. Doch die gefallen ihr nicht unbedingt und so beginnt auch Klaue zu erzählen.
Der Leser erfährt also alles aus verschiedenen Perspektiven, denn es gibt auch noch einen Berichterstatter, der eine weitere Sichtweise dazu bringt. Dabei geht es aber nicht chronologisch zu, was es nicht einfach macht, den Überblick zu behalten.
Es treten sehr viele interessante Figuren in diesen Geschichten auf und Klaue taucht selbst in vielerlei Gestalt auf. Kihrin kommt zwar aus den Elendsvierteln von Quur, aber als er von einem Prinzen für den verloren gegangen Sohn gehalten wird, zeigt sich, dass hinter seiner Person mehr stecken muss. Doch wer ist er wirklich? Ist er dazu bestimmt, die Welt zu retten oder sie zu vernichten? Auf jeden Fall ist Kihrin zwischen die Fronten von Zauberern, Adeligen und Dämonen geraten.
Es ist eine komplexe und spannende Geschichte, dabei geht es aber auch in den Dialogen durchaus humorvoll zu. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

20.09.2019 21:26:15
Drache

Etwas Besonderes
Ich mag es, wenn sich eine Autorin etwas Neues traut. Besonders in einem so in Standards festgefahrenem Genre wie High Fantasy. Dafür braucht es Mut, aber es lohnt sich – zumindest bei „Der Untergang der Könige“.
Ich bin begeistert von dem Erzählstil. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem eine Geschichte auf diese Weise erzählt wird: Im Prinzip ist das Buch ein Bericht von Thurvishar D`Lorus. Dieser Bericht betrifft Kihrin, den Hauptprotagonisten der Geschichte. Er ist Gefangener und wird von einem Monster bewacht, das seine Erinnerungen lesen kann. Aber weil es sich langweilt zwingt es Kihrin seine Geschichte zu erzählen. Bei jedem zweiten Kapitel übernimmt aber das Monster selbst das Berichten, und zwar von einem früheren Zeitpunkt in Kihrins Leben an. Es selbst kommt auch in der Handlung vor. Genauso wie Thurvishar D`Lorus, der die Erzählung, die Kihrin und das Monster abwechselnd beschreiben, immer wieder mit eigenen Kommentaren unterbricht. Dadurch entstehen Informationsdefizite und Interessenskonflikte, die dem Buch eine einzigartige Spannung geben. So kompliziert wie der Erzählstil klingt, ist es anfangs auch. Ich habe jedoch recht schnell hineingefunden.
Nicht hineingefunden habe ich jedoch in die Erklärungen komplexer Zusammenhänge. Meist geht es dabei um Familienstammbäume. Ich habe entsprechende Passagen oft mehrmals gelesen und mir Mühe gegeben sie zu verstehen, trotzdem glaube ich nicht, dass ich alles richtig verstanden habe. Das ist leider, zusammen mit der Länge des Buches, das größte Manko des Fantasyromans. Trotzdem bin ich froh, dass die Autorin sich getraut hat etwas Neues auszuprobieren. Es macht das Buch zu etwas Besonderem.

15.09.2019 07:44:41
elke17

Ich lese selten Fantasy-Romane, wenn aber doch, dann muss es schon es schon High Fantasy und möglichst in mehreren Bänden angelegt sein. Letzteres Kriterium erfüllt Jenn Lyons mit ihrem auf fünf Bände angelegten „Chorus of Dragons“, von dem nun der erste Band mit dem Titel „Der Untergang der Könige“ in deutscher Übersetzung vorliegt.

Die Anleihen bei Patrick Rothfuss‘ „Königsmörder-Chronik“ sind offensichtlich. Hier wie dort gibt es einen Erzähler, in Lyons‘ Fall Kihrin, ein sechzehnjähriger Junge, eingesperrt in einen Kerker, der der Wärterin Klaue seine Geschichte erzählt.

Ein Niemand, aufgewachsen in den Slums, sich als Musiker und mit Diebstahl über Wasser haltend, der in eine abenteuerliche Geschichte gerät, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Dass ein Habenichts eigentlich der verlorene Sohn eines alten Adelsgeschlechts ist, kommt in diesem Genre ja öfter vor, aber da hat Lyons für ihren Protagonisten noch einiges mehr zu bieten. Er zieht die obsessive Aufmerksamkeit eines Drachen auf sich, wird eines Teil seiner Seele beraubt und in die Sklaverei verkauft an die Schwarze Bruderschaft, die ihn für ihre Ziele einspannen will.

Die Zwiegespräche, zum einen aus der Ich-Perspektive Khirins, zum anderen die in der dritten Person erzählte Geschichte der Wärterin, sorgen für Abwechslung und Tempo, wecken die Neugier. Und es ist alles vorhanden, was man von einem Fantasy-Roman erwartet: jede Menge Action, Gestaltwandler, Mord, Folter, Dämonen, Götter, Drachen, Könige, dunkle Magie. Was mir allerdings gefehlt hat, waren interessante und starke Frauen, bisher leider nur Beiwerk, aber das kann ja noch kommen.