Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1

Erschienen: September 2019

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Jenn Lyons eröffnet mit »Der Untergang der Könige« ein großes Epos um einen Jungen, der mitten hinein gerät in die Konflikte zwischen Adelshäusern, Zauberern und Dämonen. Hängt von ihm das Schicksal des ganzen Reiches ab? »Erzähl mir eine Geschichte.« Das Ungeheuer machte es sich vor den eisernen Gitterstäben von Kihrins Kerkerzelle bequem.

Und der Junge aus den Elendsvierteln von Quur beginnt zu erzählen. Von seinem Leben als Dieb, von seinem Vater, der Harfe spielte, und ihn mit den Geschichten verschollener Prinzen und ihrer Abenteuer großzog. Davon, wie sein Unglück begann, als ihn ein Prinz für seinen verloren geglaubten Sohn hielt und er von nun an Macht und Intrigen einer Adelsfamilie ausgeliefert war. Was hat es aber mit Khirin auf sich, dass er später auf dem Sklavenmarkt zu einem unvorstellbar hohen Preis versteigert wurde? Und wie kam es dazu, dass er in der düsteren Gefängniszelle, bewacht von einem zum Plaudern aufgelegten Ungeheuer, landete? Vielleicht gehört Kihrin ja gar nicht zu den Helden, von denen die alten Sagen und Lieder erzählen. Vielleicht ist er auch nicht dazu bestimmt, die Welt zu retten – sondern sie zu vernichten.

Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1

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Letzte Kommentare:
20.09.2019 21:26:15
Drache

Etwas Besonderes
Ich mag es, wenn sich eine Autorin etwas Neues traut. Besonders in einem so in Standards festgefahrenem Genre wie High Fantasy. Dafür braucht es Mut, aber es lohnt sich – zumindest bei „Der Untergang der Könige“.
Ich bin begeistert von dem Erzählstil. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem eine Geschichte auf diese Weise erzählt wird: Im Prinzip ist das Buch ein Bericht von Thurvishar D`Lorus. Dieser Bericht betrifft Kihrin, den Hauptprotagonisten der Geschichte. Er ist Gefangener und wird von einem Monster bewacht, das seine Erinnerungen lesen kann. Aber weil es sich langweilt zwingt es Kihrin seine Geschichte zu erzählen. Bei jedem zweiten Kapitel übernimmt aber das Monster selbst das Berichten, und zwar von einem früheren Zeitpunkt in Kihrins Leben an. Es selbst kommt auch in der Handlung vor. Genauso wie Thurvishar D`Lorus, der die Erzählung, die Kihrin und das Monster abwechselnd beschreiben, immer wieder mit eigenen Kommentaren unterbricht. Dadurch entstehen Informationsdefizite und Interessenskonflikte, die dem Buch eine einzigartige Spannung geben. So kompliziert wie der Erzählstil klingt, ist es anfangs auch. Ich habe jedoch recht schnell hineingefunden.
Nicht hineingefunden habe ich jedoch in die Erklärungen komplexer Zusammenhänge. Meist geht es dabei um Familienstammbäume. Ich habe entsprechende Passagen oft mehrmals gelesen und mir Mühe gegeben sie zu verstehen, trotzdem glaube ich nicht, dass ich alles richtig verstanden habe. Das ist leider, zusammen mit der Länge des Buches, das größte Manko des Fantasyromans. Trotzdem bin ich froh, dass die Autorin sich getraut hat etwas Neues auszuprobieren. Es macht das Buch zu etwas Besonderem.

15.09.2019 07:44:41
elke17

Ich lese selten Fantasy-Romane, wenn aber doch, dann muss es schon es schon High Fantasy und möglichst in mehreren Bänden angelegt sein. Letzteres Kriterium erfüllt Jenn Lyons mit ihrem auf fünf Bände angelegten „Chorus of Dragons“, von dem nun der erste Band mit dem Titel „Der Untergang der Könige“ in deutscher Übersetzung vorliegt.

Die Anleihen bei Patrick Rothfuss‘ „Königsmörder-Chronik“ sind offensichtlich. Hier wie dort gibt es einen Erzähler, in Lyons‘ Fall Kihrin, ein sechzehnjähriger Junge, eingesperrt in einen Kerker, der der Wärterin Klaue seine Geschichte erzählt.

Ein Niemand, aufgewachsen in den Slums, sich als Musiker und mit Diebstahl über Wasser haltend, der in eine abenteuerliche Geschichte gerät, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Dass ein Habenichts eigentlich der verlorene Sohn eines alten Adelsgeschlechts ist, kommt in diesem Genre ja öfter vor, aber da hat Lyons für ihren Protagonisten noch einiges mehr zu bieten. Er zieht die obsessive Aufmerksamkeit eines Drachen auf sich, wird eines Teil seiner Seele beraubt und in die Sklaverei verkauft an die Schwarze Bruderschaft, die ihn für ihre Ziele einspannen will.

Die Zwiegespräche, zum einen aus der Ich-Perspektive Khirins, zum anderen die in der dritten Person erzählte Geschichte der Wärterin, sorgen für Abwechslung und Tempo, wecken die Neugier. Und es ist alles vorhanden, was man von einem Fantasy-Roman erwartet: jede Menge Action, Gestaltwandler, Mord, Folter, Dämonen, Götter, Drachen, Könige, dunkle Magie. Was mir allerdings gefehlt hat, waren interessante und starke Frauen, bisher leider nur Beiwerk, aber das kann ja noch kommen.