Die Töchter von Ilian

Erschienen: März 2019

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Petra Meyeroltmanns
Epische Fantasy mit eigentlich originellem Ansatz

Buch-Rezension von Petra Meyeroltmanns Jul 2019

Vier Artefakte gab es einst, sie waren auf alle Völker verteilt, und wenn sie in Liebe verschenkt wurden, halfen sie, den Frieden zu wahren.. Doch dann entwickelte sich Machtgier und Eigennutz bei den Besitzern, die Artefakte wurden nur noch ungern weitergegeben, und wenn, dann mit Hintergedanken. Schließlich verloren sie ihre Macht und wurden teilweise vergessen. Der Sprechende Spiegel ging kaputt, seine Scherben wurden von den Zwergen zum Kupfernen Kleid der Königin verarbeitet, die damit andere beeinflussen kann. Die Sternenscheibe behielten die Waldelfen, die sich damit nach Ilian zurückzogen, der Blickende Becher und die Flüsternde Flöte gelten als verschollen – bis jetzt.

Die Suche nach den verschollenen Artefakten

Walgreta, Enkelin der Zwergenkönigin, hatte sich in den Kopf gesetzt eine Wyka zu werden, doch keine der sieben weisen Frauen, bei denen sie in die Lehre ging, setzte sie als Nachfolgerin ein. So bleibt ihr nichts übrig, als nach Hause, in die Zwergenstadt Horuns Bauch zu gehen. Dort trifft sie zwei Männer, die ihr Leben beeinflussen werden: Rianon, einen Fürsten der Ubier, einem der Menschenstämme, der mehr aus sich machen möchte, und Fayanú, einen elfischen Wandererzähler.

Beide Männer haben interessante Hintergrundgeschichten, die nach und nach erzählt werden. Auf Fayanu liegt sogar eine Prophezeiung, die besagt, er würde die fehlenden drei Artefakte nach Ilian zurückbringen. Er und Walgreta schließen sich zusammen, um die Artefakte wieder ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen – doch dann werden sie getrennt. Walgreta landet an Rianons Seite, und versucht weiterhin dieses Ziel zu erreichen.

Die Welt, die die Autorin entworfen hat, kommt einem oft der unseren ähnlich vor, statt der verschiedenen Völker (Menschen, Elfen und Zwerge) kann man sich gut verschiedene Nationen vorstellen. Die Autorin setzt allerdings stark auf einen feministischen Ansatz. Da die Zwerge matriarchalisch organisiert sind, und die Artefakte in der Regel in weiblichen Hände weitergegeben wurden, ist es für Walgreta natürlich, ihre Zukunftsvision darauf aufzubauen. Die Artefakte sollen in die Hände der Wyken gegeben werden, und alle Völker unter weiblicher Führung geeint werden. Mit Fayanú hatte sie bereits einen entsprechenden Plan entwickelt, diesen mit Rianon zu verwirklichen ist deutlich schwerer, denn die Ubier sind patriarchalisch organisiert, ihre Frauen haben nichts zu sagen. Schon hier ergibt sich für Walgreta eine große Schwierigkeit, die sie selbst letztlich negativ beeinflusst.

Protagonisten aus verschiedenen Völkern

Erzählt wird aus Sicht der drei bereits erwähnten Protagonisten, zusätzlich gibt es noch die Perspektive Mauskins, eines menschlichen Rebellen, der die Wege der Drei kreuzt und ebenfalls Einfluss auf das Geschehen hat. Die Perspektivwechsel sind hier wichtig, damit der Leser einen umfassenden Blick auf das Geschehen erhält, er weiß somit aber auch immer mehr als die Charaktere selbst, erkennt so, wenn sie Dinge falsch interpretieren, z. B. wenn Walgreta den Blickenden Becher dafür nutzt, nach Fayanú Ausschau zu halten. Auf diese Weise wird einem vor allem bei Walgreta bewusst, wie falsch sie sich mitunter entscheidet und wie wenig Vertrauen sie hat. Überhaupt ist Walgreta in meinen Augen die schwierigste und ambivalenteste der Protagonisten. Gerade bei ihr möchte man als Leser oft eingreifen. Ihre Gedanken und vor allem ihr teilweise widersprüchliches Handeln sind nicht immer nachzuvollziehen. Sie verliert mehr und mehr ihre ursprünglichen Ziele aus den Augen und wird zu dem, was sie eigentlich bekämpft.

Rianon ist dagegen ein Charakter, dem der Leser leicht folgen kann, er tut, was er für richtig hält, aber nicht zu jedem Preis, bleibt sich und seinen Zielen aber im Wesentlichen treu.

Fayanú ist der interessanteste und schillerndste der Drei. So ist er dem diversen Geschlecht zuzuordnen, dies und seine Abstammung von den zurückgezogen lebenden Waldelfen, die jeden Kontakt zu den anderen Völkern abgebrochen haben, macht ihn besonders, noch mehr aber seine Geschichte, die größtenteils ungut ist und ihn zu der Person gemacht hat, die er nun ist. Im Laufe des Geschehens wird er noch mehr erleiden müssen, beinahe mehr, als er ertragen kann. Trotzdem hält auch er an seinen Plänen fest – und an seiner Liebe.

Der feministische Ansatz wird nicht konsequent bis zum Ende durchgezogen

Im Grunde ist der feministische Ansatz eine gute Idee, Fantasyvölker werden oft durch Männer regiert, die sich untereinander bekriegen. Eine matriarchalische Gesellschaft, wie hier bei den Zwergen, ist eher selten, und könnte wirklich Frieden bedeuten. Aber schon hier gibt es erste Brüche, denn die Herrschaft kann nur durch das Kupferne Kleid (also den zerbrochenen Sprechenden Spiegel) ausgeübt werden, basiert also bereits auf Machtgebahren und Unterdrückung, so dass es letztlich schnell kippen kann. Bei den anderen Völkern in dieser Welt ist diese Gesellschaftsform sowieso nicht gegeben, und nur durch die Wyken, die aber mittlerweile auch zurückgezogen leben und sich nicht mehr einmischen, gibt es noch Anklänge an frühere Zeiten. Dass Walgreta sich letztlich mehr und mehr korrumpieren lässt, führt diesen Ansatz immer weiter ad absurdum – was sehr schade ist. Schöner und interessanter wäre gewesen, ihn konsequent durchzuziehen.

Dies und die öfter langatmige Erzählweise, die wenig Spannung übrig lässt, tun der Geschichte nicht gut. Gelungen sind dafür die schönen bildhaften Beschreibungen, die den Lesern Bilder in den Kopf zaubern. Wer sich die Welt etwas genauer vor Augen führen möchte, findet eine Karte, den Überblick über die Vielzahl an Personen erleichtert ein Personenverzeichnis.

Fazit:

Der Roman lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück, einerseits ist die Thematik recht originell und die bildhafte Erzählung spricht das Kopfkino an. Andererseits bleibt vom feministischen Ansatz wenig übrig und die Geschichte ist teilweise sehr langatmig und spannungsarm. Mit den Protagonisten wird man nur teilweise warm, gerade Walgretas Entwicklung enttäuscht. Enttäuscht wird man auch von der Entwicklung der Handlung. Eine Empfehlung ist daher schwierig, ich denke aber, dass es sicher Leser(innen) geben wird, die sich freuen, dass hier nicht nur männliche Charaktere im Mittelpunkt stehen, und dass der Roman durchaus zum Nachdenken anregt.

Die Töchter von Ilian

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