Die Astronautin

Erschienen: Juli 2019

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André C. Schmechta
Spannender Survival-Thriller mit starker Hauptfigur und einer Prise Romantik

Buch-Rezension von André C. Schmechta Jul 2019

Wir schreiben das Jahr 2067. Die NASA hat eine Expedition zum Planeten Europa - ein Mond in der Umlaufbahn des Jupiters - gestartet. Hier soll der Grundstein für menschliches Leben abseits der Erde gelegt werden. Doch die Mission läuft keineswegs nach Plan.

NASA, ich habe ein Problem

Commander May Knox erwacht an Bord des Raumschiffs „Hawking II“ aus dem Koma. Sie liegt auf der Krankenstation und hat keine Erinnerung daran, warum sie hier liegt und was auf dem Raumschiff geschehen ist. Nur langsam kommt sie wieder zu Kräften und kann mit ersten Nachforschungen beginnen.

Das Raumschiff ist in keinem guten Zustand. Zudem ist sie scheinbar die letzte Überlebende einer dreißigköpfigen Crew. Gemeinsam mit der KI des Raumschiffes - die May auf den Namen ihrer Mutter „Eve“ tauft - versucht sie Licht ins Dunkel zu bringen. Vor allem aber gilt es die massiven Schäden am Raumschiff zu beheben und schnell Kontakt zur NASA aufzunehmen.

Raumschiff und Beziehung defekt

Als endlich eine Verbindung zur Heimatbasis hergestellt ist, muss May erkennen, dass sie nur Rajah Kapoor - Ingenieur der Hawking II - und ihrem Mann Dr. Stephen Knox trauen kann. Letzterer ist verantwortlicher Wissenschaftler der Mission und Erfinder einer bahnbrechenden Nanosphärentechnologie, die auf Europa getestet werden sollte. Wurde die Mission sabotiert? Die gesamte Crew ermordet? Was hat ihre Krankheit verursacht.

May geht den Ereignissen auf den Grund. Dabei wird sie auch mit ihrer privaten Vergangenheit und der Beziehung zu Stephen konfrontiert. Ihre Beziehung war vor Missionsstart alles andere als rosig und führte zur Scheidung. Doch auch daran fehlt May jede Erinnerung.

Die Rettung aus ihrer misslichen Lage wird derweil immer unwahrscheinlicher. May ist in einen Strudel aus Macht und Verrat geraten. Ihr Überleben und die Rückkehr zur Erde soll verhindert werden...

Hollywood winkt

Hinter S. K. Vaughn verbirgt sich der amerikanische Autor Shane Kuhn, der bereits erfolgreich Kriminalromane und Drehbücher geschrieben hat. „Die Astronautin“ ist sein erster Science-Fiction Roman. Auch dieser könnte eine Filmumsetzung erfahren, wenn sich entsprechende Meldungen bewahrheiten.

Und vieles im Roman wirkt bereits wie ein gestrafftes, gut durchdachtes und temporeiches Drehbuch, bei dem auch die Hauptfigur Commander May Knox passend für ein Kinoformat gezeichnet ist. Nach außen die starke, selbstbewusste Frau, die eigene Karriere fest im Blick, nie um einen lockeren Spruch verlegen, dabei trotzdem verletzlich mit besonderer Beziehung zu ihrer Mutter.

Auch wenn May schnell die Sympathien des Lesers gewinnt und wir jederzeit mitfiebern, dass es gut für sie ausgehen mag, gelegentlich ist das „Hollywood-Design“ dann doch ein wenig zu viel des Guten. Etwa bei einigen allzu geschliffenen Dialogen mit Bordcomputer Eve oder der heldenhaften Abgeklärtheit auch in dramatischsten Situationen.

Rendezvous im Weltraum

Insbesondere zum Ende hin konstruiert Vaughn mir ein wenig eilig den Überbau des eigentlich Plots, um die Motive von Mays Widersachern, natürlich mächtige Figuren aus den eigenen Reihen und ebenso vergangene Wegbegleiter.

Das bleibt zwar alles unterhaltsam und insgesamt - trotz zahlreicher technologischer Superlative, mit denen wir noch konfrontiert werden - auch irgendwie nachvollziehbar, muss sich aber der dichten und greifbareren Atmosphäre an Bord der Hawking II geschlagen geben. Denn hier liegen eindeutig die Stärken im Buch. Technische Details und Abläufe sorgen für viel Science Fiction Flair. Immer wieder neue Fehlfunktionen führen zu dramatischen Zuständen und schier unlösbaren Problemen, die May mit Hilfe von Eve meistert. So entsteht eine emotionale, rührende und überaus menschliche Beziehung zwischen den beiden. Und dennoch muss May sich fragen, ob sie der KI hundertprozentig vertrauen kann.

Der Buchumschlag versucht “Die Astronautin“ als Romanze im Weltraum zu vermarkten. Auch wenn die Beziehung zwischen May und Stephen immer wieder aufgegriffen wird und beide trotz hoher Distanz bald miteinander kommunizieren, so bleibt diese inhaltlich doch über weite Strecken eher Beiwerk.

Zudem werden mit den Erinnerungen an die Vergangenheit - die in zahlreichen Rückblenden enthüllt wird - nicht nur alte Probleme an die Oberfläche gespült, es entstehen auch neue. Von Harmonie also keine Spur. Und schon bald rückt die Hoffnung auf eine wieder entfachte Liebe in weite Ferne, denn Vaughn würzt Mays Kampf ums Überleben mit einer unerwarteten Überraschung!

Fazit:

„Die Astronautin“ ist ein spannender Survival-Thriller im Weltraum mit starker Hauptfigur und einer Prise Romantik. Durchweg mit viel Tempo erzählt, gestattet S.K. Vaughn dem Leser bis zum packenden Finale nur selten eine Verschnaufpause.

Die Astronautin

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Letzte Kommentare:
10.08.2019 19:15:38
Wolfgang

Die besten Momente des Buches finden imho an Bord der Hawking II statt. Die Interaktion mit der Bord KI, das langsame Herantasten der an einer teilw. Amnesie leidenden Hauptfigur an die Umwelt und immer wieder Fehlfunktionen zeichnen einen guten Spannungsbogen. Manchmal gibt es einen Hauch von Alien oder Event Horizon. Wer einen mit viel Technik unterlegten SF-Thriller lesen möchte, macht mit diesem Buch sicher nichts falsch.