Das Herz der verlorenen Dinge: Ein Roman aus Osten Ard

Erschienen: November 2018

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Lisa Reim
Zurück nach Osten Ard!

Buch-Rezension von Lisa Reim Okt 2019

Eigentlich hatte Tad Williams nicht vor, in die Welt von Osten Ard zurückzukehren. Nach Abschluss seiner „Das Geheimnis der großen Schwerter“-Reihe war für ihn dieses Kapitel abgeschlossen. Stattdessen widmete er sich neuen, jedoch nicht minder erfolgreichen, Sagas wie „Otherland“, „Tinkerfarm“ oder der „Bobby Dollar“-Reihe. Doch die Serie um Osten Ard sollte mehr Spuren hinterlassen haben, als Tad Williams ahnte. Nicht nur hatten seine Bücher George R. R. Martin zu „Das Lied von Eis und Feuer“ inspiriert, auch seine Fans gaben keine Ruhe, löcherten ihn regelmäßig mit Fragen und beharrten auf einer Fortsetzung. Irgendwann musste sich Tad Williams selbst die Frage stellen: Ist über Osten Ard wirklich alles erzählt worden? Eine Frage, die er sich selbst offensichtlich mit einem großen „Nein!“ beantwortete, denn es folgte kurzum der Auftakt einer neuen Saga („Der letzte König von Osten Ard“), für die aktuell noch kein Ende in Sicht ist. Um seinen Fans nach mehr als 20 Jahren die Rückkehr nach Osten Ard zu erleichtern, schrieb Tad Williams zunächst eine Art Übergangsband, der die Verbindung zwischen den beiden Reihen herstellt und die Frage beantwortet: Was passierte eigentlich nach dem Krieg des Sturmkönigs und der Niederlage der Nornen?

Wer ist hier gut oder böse?

Verfolgt von den Menschen, sehen sich die geschlagenen Nornen einer unsicheren Zukunft gegenüber; ihr Volk droht durch die rachsüchtigen Sieger des Krieges ausgerotttet zu werden. Buchstäblich mit dem Rücken zur Wand starten sie einen verzweifelten Versuch, zu überleben. Währendessen haben auch ihre scheinbar überlegenen Belagerer mit der Situation zu kämpfen, denn die Nornen gelten als unberechenbar. Bald schon zeigt sich auch, warum.

Vorbereitung auf etwas Großes

Dass Tad Williams ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, hat er schon zur Genüge bewiesen. Auch in diesem Band zeigt Williams sein Gefühl für epische Schlachten, Intrigen, Weltenbau und nicht zuletzt für die Ausgestaltung seiner Figuren. Besonders die Kombination dreier Perspektiven setzt die Geschehnisse gekonnt in Szene. Dabei stehen Herzog Isgrimnur und der Krieger Porto auf der Seite der Belagerer, wohingegen Baumeister Viyeki zu den Nornen gehört. In beide Seiten erhält man so einen intensiven Einblick, und wer hier wirklich gut oder böse ist, ist schwer zu sagen: alle haben Dreck am Stecken, alle wollen überleben und alle sind getrieben von Rache, Zorn und Verzweiflung. Tatsächlich sind es die Figuren, die das Ganze so spannend machen, denn die Handlung an sich kommt für einen epischen Fantasy-Roman doch recht einseitig daher: Belagern, fliehen, belagern, fliehen … Über das Volk der Nornen erfährt man dabei erfreulicherweise recht viel, ihre faszinierende Kultur und Geschichte verleiht dem Kampfgeschehen im hohen Norden exotisches Flair.

Insgesamt ist dieses Zwischenspiel eine runde Sache, trotzdem spürt man beim Lesen: Hier handelt es sich tatsächlich nur um ein Übergangsbuch. Schnell wird klar, dass man nur einen Ausschnitt von etwas viel Größerem präsentiert bekommt, die epischen Ausmaße der Handlung sind nur zu erahnen, als ob man auf den rund 330 Seiten nur Zeuge einer zwar interessanten jedoch in ihrer Bedeutung nicht ganz überzeugenden Szene geworden ist. Zumal das Ende sehr offen gehalten wird, im Grunde hört das Buch einfach auf. Neueinsteiger dürften sich deshalb genötigt fühlen, für ein umfassendes Erlebnis die vorherigen und folgenden Bände zu lesen.

Fazit:

Für alte Osten-Ard-Fans ist dieses Buch vielleicht nicht unbedingt ein Muss, besonders, weil die geschilderten Ereignisse im Kontext nicht ganz so gravierend erscheinen, wie das, was noch folgen wird. Für alle Neueinsteiger ist es jedoch zu empfehlen, vor allem, wenn sie sich noch nicht an die dicken Wälzer heranwagen, ist dieses verhältnismäßig schlanke Büchlein genau das Richtige, um auf den Geschmack zu kommen.

Das Herz der verlorenen Dinge: Ein Roman aus Osten Ard

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Letzte Kommentare:
13.10.2019 13:20:34
PMelittaM

Die Nornen haben den Krieg verloren und sind auf dem Weg zurück in ihre Heimat. Doch einige der „Sterblichen“ verfolgen sie und nicht wenige davon sind der Meinung, es sein am besten, die „Feenwesen“ gänzlich auszulöschen.

„Siegen ist eine gute Sache“, sagte der Herzog. „Die Feinde davon zu überzeugen, dass sie verloren haben, ist eine ganz andere“. (S. 43)

Ich gestehe, dass ich zwar die Osten-Ard-Reihe Tad Williams namentlich kannte, aber bisher noch keinen einzigen der Romane gelesen hatte. Interessiert hatten sie mich schon, und so ergriff ich die Gelegenheit, nun den neuen Band des Autors zu lesen, der in Osten Ard spielt, und einen Übergang zwischen der älteren Tetralogie und der neu geplanten Trilogie bilden soll. Da ich aber keine Ahnung davon habe, was bisher passiert ist, muss ich mir meine Meinung zum Buch gänzlich nur auf dieses bezogen bilden.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, da sind einmal die Anführer der „Sterblichen“, allen voran Herzog Isgrimnur, ein Anführer der sogenannten Rimmersleute, die mich sehr an Wikinger erinnert haben. Desweiteren erfahren wir einiges aus Sicht der Befehlshaber der Nornen, vor allem Yaarike, der Großmagister der Bauleute und sein Gefolgsmann Viyeki und die Generalin Suno'ku spielen hier eine wichtige Rolle. Eine dritte Perspektive nehmen zwei einfache Soldaten ein, die im Grunde dazu verdammt sind, Befehle auszuführen, oft ohne auch nur im Geringsten ahnen zu können, wozu diese gut sein sollen, anhand dieser beiden thematisiert der Autor auch, welchen Ängsten und Sehnsüchten sich Soldaten stellen müssen. Schließlich wird zwischendurch immer einmal wieder aus der Chronik der Nornen zitiert, so erhalten die Nornen ebenfalls eine zweite Stimme, es dient aber auch dazu, zwischendurch Geschehenes verkürzt zu erzählen.

Im Anhang findet sich neben einem Glossar, das auch sämtliche erwähnte Personen auflistet, zweier Karten und einer Leseprobe zum ersten Band der neuen Trilogie, auch eine Abhandlung, die in die Welt Osten Ards einführen soll und die der Autor dem Neueinsteiger zu lesen nahelegt, mir persönlich hat sie aber wenig gebracht, mich eher noch verwirrt. Der Start in den Roman ist mir dagegen recht schnell gelungen, schon nach wenigen Seiten hatte mich die Erzählung gepackt und begeistert. Tad Williams erzählt sehr eingängig und bildhaft, die Charaktere gefallen mir sehr gut, man kann ihre Gefühle und ihr Handeln gut nachvollziehen – und es fällt schwer, sich für eine Seite zu entscheiden, aber das muss man ja auch nicht unbedingt.

Ich bin begeistert, der Wunsch nach mehr war sehr schnell da, nicht nur die Fortsetzung, auch die Vorgängerbände möchte ich nun unbedingt lesen Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung für Genrefans. 87°