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Lisa Reim
Sie kommen mit dem Schnee

Buch-Rezension von Lisa Reim Mai 2020

Ein Schneesturm allein kann schon etwas sehr Beängstigendes sein: Stromausfälle, Eingesperrtsein im eigenen Haus, kein Kontakt zur Außenwelt aufgrund von beschädigten Telefonleitungen. Wenn dann noch mordlüsterne Eis-Wesen dazukommen, ist der Horror perfekt. Genau das passiert dem kleinen Städtchen Coventry in Neuengland. An schwere Schneestürme gewöhnt, stellen sich die Bewohner auf eine Nacht in Isolation ein. Doch niemand hätte sie darauf vorbereiten können, dass Menschen in dem Sturm spurlos verschwinden oder von Kreaturen aus ihren schützenden Heimen in die Kälte gezerrt werden und sterben.

Zwölf Jahre später ist Coventry wieder einem heftigen Schneesturm ausgesetzt und die Erinnerungen an die verhängnisvolle Nacht drängen an die Oberfläche. Viel Zeit ist seitdem vergangen, Beziehungen haben gelitten, Schuldgefühle und Trauer haben die Bewohner gebrochen. Doch nun sehen sie sich erneut mit dem Schrecken konfrontiert, auf eine Art und Weise, die niemand für möglich gehalten hätte.

Charakterstudie einer Kleinstadt

Nach ein paar Seiten wird schon klar: Das Buch ist sehr charakterlastig. Das erste Viertel beschäftigt sich mit den Ereignissen von vor zwölf Jahren, und obwohl der Horror hier schnell sehr präsent wird, bleibt der Fokus auf den Figuren und ihrem Inneren. Noch deutlicher wird das in den folgenden drei Vierteln des Buches. Der Horror an sich spielt sich im Hintergrund ab. Vielmehr geht es darum, was die undurchsichtige und beklemmende Situation mit den Bewohnern von Coventry macht.

Um ein möglichst umfassendes Gesamtbild dieser Situation darzustellen, hat es Christopher Golden mitunter etwas zu gut gemeint: Man wird mit einer ganzen Meute an Figuren konfrontiert, deren Perspektiven sich immer wieder abwechseln. Nach jedem Wechsel ist kurzes Innehalten angesagt, um sich zu orientieren und zu erinnern, welches Schicksal nochmal zu welchem Namen gehörte. Lange Lesepausen sind deshalb von Nachteil.

In der Ruhe liegt … die Angst

Christopher Golden lässt sich viel Zeit bei der Ausarbeitung seiner Charaktere. Er appelliert an ihre Urängste, lässt sie Trauer, Einsamkeit, Trennungen und Furcht erleben. Als Leser ist man sehr nahe dabei und weiß zu jeder Zeit, was die jeweilige Figur gerade durchmacht. Und je mehr sich die Bewohner Coventrys mit dem Horror ihres Städtchens und den Monstern aus dem Schnee konfrontiert sehen, desto mehr schwappt auch die Panik auf die Leser über. Es handelt sich deshalb nicht um ein rasantes Horror-Abenteuer, sondern um eine intensive Mischung aus Emotionen und Grusel. Auf die Tränendrüse wird jedoch keinesfalls gedrückt und von Kitsch ist diese Geschichte auch weit entfernt. Stattdessen weiß Golden mit seiner sprachlichen Präzision ganz genau, wie er die inneren Konflikte seiner Figuren für den Spannungsaufbau einsetzen kann.

Gegen Ende wird es zunehmend spektakulärer. Einige Fragen bleiben dabei jedoch offen. Das Tiefgründige, das Golden bei seinen Charakteren meisterlich herausgearbeitet hatte, vermisst man bei dem eigentlichen Horror-Element. Am Schluss bleiben die Ernüchterung und die Vermutung, dass da noch ein wenig mehr möglich gewesen wäre.

Fazit:

Kaum Action, wenig Blut, gar kein Splatter. Dafür ruhige Töne und ein Grusel, der sich langsam aber sicher unter die Haut der Leser schleicht. Für alle Fans des subtilen Horrors!

Snowblind - Tödlicher Schnee

Snowblind - Tödlicher Schnee

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