Devolution

Erschienen: August 2020

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Moritz Kollmer
Wenn die Natur ihre Dornen zeigt

Buch-Rezension von Moritz Kollmer Feb 2021

Greenloop – eine Ökosiedlung irgendwo in der Wildnis der vereinigten Staaten. Hier finden sich gestresste Großstädter zusammen, die genug von der Hektik der Moderne haben und sich stattdessen mehr mit sich selbst und der Natur beschäftigen wollen. Aus der anfänglichen Idylle wird jedoch bald Chaos, als der nahgelegene Mount Rainier – ein seit längerer Zeit inaktiver Vulkan – Rauchwolken und Lava auszuspeien beginnt und die Bewohner von Greenloop sich in einer von der Außenwelt abgeschnitten Zwangslage wiederfinden. Dies ist jedoch nichts gegen das, was Ihnen bald darauf blüht: In der Ferne ertönen ungekannte Geräusche und es zeigt, sich, dass sich aus der Wildnis Sasquatch - affenähnliche Kreaturen dem Dorf langsam nähern, instinktgetrieben und hungrig…

Tumult in der vermeintlichen Idylle

Max Brooks hat bereits mehrere Bücher geschrieben, die sich mit dem Überleben im Kontext von Zombie-Apokalypsen beschäftigen. Besonders sein Buch „World War Z“, in dem er das Szenario einer weltweiten Zombie-Pandemie schildert, hatte großen Erfolg.

Devolution wendet den Blick nun auf die düsteren Seiten der Natur und die Gefahren, welche draußen in der Wildnis lauern. Erzählt wird die Geschichte anhand einer Mischung aus verschiedenen Formaten: Der Großteil der Geschichte wird durch Tagebucheinträge von Kate Holland, einer Bewohnerin der Öko-Gemeinde erzählt. Angefangen bei der Ankunft in der Öko-Gemeinde, erste Erfahrungen und Probleme mit sowie ihre Beziehung zu den anderen Bewohnern, über den Ausbruch des Mount Rainier und schließlich zum Konflikt mit den Sasquatch, erfährt man viel. Zwischen den Tagebucheinträgen gibt es verschiedene weitere Einträge in Form von Experteninterviews und Medienberichten, die das Geschehen in einen Kontext stellen und Hintergrundwissen liefern.

Zusammen mit ihrem Mann Dan und den meisten anderen Bewohnern verkörpert Kate exemplarisch das Milieu des modernen gehobenen Stadtbürgertums, dass sich ein entschleunigtes Leben wünscht, jedoch dabei auch nicht auf gewisse Vorzüge der modernen Technik verzichten möchte. Tony Durant und seine Frau Yvette verkörpern dieses Milieu ebenfalls sehr plastisch. Tony ist ein technikbegeisterter Optimist und hat das Konzept von Greenloop entwickelt: Eine exklusive Gemeinschaft von weitestgehend autark lebenden Bewohnern, die in energieeffizienten, smarten Häusern wohnen und einen nachhaltigen Lebensstil pflegen.

Die ebenfalls im Dorf lebende Mostar hingegen ist von einer anderen Art: Durch ihr direktes und oft unwirsches Verhalten wirkt sie zu Beginn recht deplatziert in der Yoga praktizierenden, auf postmaterielle Werte orientierten Gemeinschaft. Im Gegensatz zu den anderen verkörpert sie als Überlebende des Bosnien-Kriegs eher den Typus der hartnäckigen Überlebenskämpferin, die körperlich anpacken kann. Es zeigt sich im Lauf der Handlung, dass es genau solche Überlebenskünstler sind, die in besonderen Situationen über Leben oder Tod im Angesicht von existenziellen Gefahren entscheiden können.

Back to the roots

Eines muss hier angemerkt werden: Die Geschichte braucht eine Weile, bis sie wirklich an Fahrt gewinnt. In der ersten Hälfte passiert nicht allzu viel Brisantes, das auf einen Thriller hindeuten könnte. Lange Zeit nimmt man als Leser einfach am Leben von Kate in Greenloop teil und erhält Einblicke in ihre alltäglichen Träume, Hoffnungen und Probleme. Hier muss man als Leser entscheiden, ob man das Format des Tagebuchs für sich erzählerisch spannend findet oder eher andere Erzählweisen vorzieht. Ich konnte mich nicht so recht mit Kate anfreunden, da sie wie auch die meisten anderen Bewohner einen doch recht gehobenen, fast elitären Teil der Gesellschaft verkörpert.

Durch die Schlüsselereignisse des Vulkanausbruchs und der damit einhergehenden Isolation werden die Bewohner in jedem Falle dazu gezwungen, ihren Lebensstil drastisch einzuschränken und lernen dadurch, was es wirklich bedeutet, von der Natur zu leben. Der Konflikt mit den Sasquatch, der den Höhepunkt der Handlung bildet, wird spannend erzählt. Dass selbst Menschen, die ihr Leben in Apartments, Universitäten und Hightech-Firmen verbracht haben, in Anbetracht ihrer Auslöschung zu grimmigen Kämpfern und Jägern werden können, wird hier deutlich gezeigt.

Fazit:

In Devolution erhalten wir einen Einblick darin, wie die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur ist: Gerade in der modernen Zeit sehnen sich viele Menschen nach einem entschleunigten Leben mit Bezug zur Natur. Dabei wird oft vergessen, dass Natur, so wie wir sie uns vorstellen, nur ein künstliches Abbild ist. Die wahre, rohe Seite der Natur tritt uns heutzutage nur noch selten entgegen.

Dass in der Natur Kräfte walten, die keine Moral kennen und alles in ihrem Weg zerstören, wird hier plastisch gezeigt. Allerdings braucht Devolution sehr lange, um wirklich spannend zu werden. Auch die durch das Format des Tagebuchs gewählte, stark von subjektiven Empfindungen geprägte Sichtweise der Erzählung ist etwas, was man mögen muss – ich tat es eher nicht.

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