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Andrea Betschart
Paris, je t'aime

Buch-Rezension von Andrea Betschart Mai 2020

Ich bin ein grosser Frankreich-Fan. Die wunderschönen Landschaften, die leckeren Gaumenfreuden und die wohlklingende Sprache haben es mir schon früh angetan. Als mir der Debutroman von Kester Grant in die Hände gefallen ist, welcher in Paris (richtig geraten, ich liebe Paris!) zur Zeit der französischen Revolution spielt war meine Reaktion: Magnifique!

Die Katze und der Tiger

Wir befinden uns in der französischen Hauptstadt anno 1823. Die Revolution ist gescheitert und Paris wird vom Adel und verschiedenen Diebesgilden regiert. In der Unterwelt, beim legendären "Hof der Wunder", treffen sich die Angehörigen aller neun Gilden, um Geschäfte abzuwickeln oder Trinkgelage zu feiern. An der Oberfläche geniessen die Reichen und Mächtigen ihr Leben in Saus und Braus, während die übrigen Bürger an Hunger und Armut leiden. Auch Nina Thénardier und ihre ältere Schwester Azelma fristen ein hartes Dasein. Obwohl ihr Vater ein mächtiges Mitglied der Diebesgilde ist, zeichnet sich das Leben seiner Töchter durch viel Arbeit und wenig Annehmlichkeiten aus. Damit er seine unermessliche Gier nach Gold befriedigen kann, verkauft er sogar Azelma an den "Tiger", den skrupellosen Anführer der Gilde des Fleisches, welche auf Menschenhandel und Prostitution spezialisiert ist.

Um ihre Schwester zu retten, tritt Nina der Diebesgilde bei und ist fortan als "die schwarze Katze" bekannt. Da sie von ihrer neuen Familie keine Hilfe erhält, um Azelma aus den Krallen des Tigers zu befreien, ersinnt sie selbst einen waghalsigen Plan.

Abwechslung mangelhaft

Herzstück von Ninas Rettungsaktion ist die junge Waise Ettie. Als jedoch der Tiger auf das bildhübsche Mädchen aufmerksam wird, droht die ganze Sache in einem Fiasko zu enden. Nina ist fortan nur noch damit beschäftigt, Ettie vor dem Obersten der Fleischesgilde und seinen Häschern in Sicherheit zu bringen. Eine ausbrechende Hungersnot und junge, aufrührerische Studenten, die mit einer Revolution einen Umschwung der gesellschaftlichen Strukturen erzwingen wollen, sind weiter Hindernisse für die Katze. Doch Nina lässt sich im Kampf um Azelmas Freiheit durch nichts und niemanden aufhalten.

Mit fortwährender Dauer der Geschichte, flacht die Handlung immer mehr ab. Bald geht es nur noch darum, Ettie zu retten, der auf gefühlt jeder zweiten Seite irgendeine Gefahr vom Tiger droht. Die fehlende Abwechslung sorgt für Ermüdungserscheinungen und führt dazu, dass die Aufmerksamkeit und der Lesegenuss deutlich nachlassen. Schade, spannende Ansätze sind nämlich durchaus vorhanden, werden von Kester Grant aber kaum vertieft.

Zu perfekt um wahr zu sein

Im Verlauf des Buches begegnet man vielen Referenzen an zwei Klassiker der Weltliteratur: "Les Misérables" und "Das Dschungelbuch". So ist nicht zu übersehen, dass der Anführer der Fleischesgilde Parallelen zu Moglis Erzfeind Shir Khan hat. Oder das Kester Grants Figuren Gavroche sowie Nina und Azelma Thénardier namentlich aus Victor Hugos Meisterwerk entnommen sind. Das ist eine nette Idee, tut aber ansonsten nicht viel für die Story.

Mit der Beziehung zu Ich-Erzählerin Nina habe ich mich schwergetan. Sie ist eine starke junge Frau, die sich nicht von ihrem Ziel abbringen lässt, ihre Schwester zu retten. Zusätzlich beschützt sie noch die junge Waise Ettie und plant praktisch im Alleingang, die mächtige Gilde des Fleisches zu stürzen. Als ob das noch nicht genug wäre, gelingen Nina die schwierigsten Diebeszüge und aus jedem Abenteuer geht sie unbeschadet hervor. Es entsteht der Eindruck, dass bei ihr einfach nichts schiefgehen kann. Genau diese Perfektion hat mich gestört und Nina recht unglaubwürdig erscheinen lassen.

Ein Pluspunkt ist der von Kester Grant kreierte Schauplatz. Ihr alternatives Paris aus dem Jahr 1823 kommt so lebendig und detailliert daher, dass man das Gefühl hat mittendrin zu sein. Die verschiedenen Diebesgilden wecken ebenfalls Neugier und man will mehr über die Hintergründe ihrer Entstehungsgeschichte erfahren. Leider bleibt Grant hier vieles schuldig, da sich die Handlung mit fortwährender Dauer nur noch darum dreht, Ettie zu beschützen.

Fazit:

"Der Hof der Wunder" ist für mich kein Buch der Sparte Fantasy, sondern ein historischer Roman. Wer aber gut auf fantastische Elemente verzichten kann, erhält dank dem flüssigen Schreibstil der Autorin eine angenehm zu lesende Geschichte. Die Grundidee mit verschiedenen Diebesgilden in einem alternativen Paris ist spannend. Jedoch wirkt die Handlung sehr flach und die Hauptfigur kommt zu perfekt daher, als dass man völlig von der Geschichte verzaubert wird.

Der Hof der Wunder

Der Hof der Wunder

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