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Lisa Reim-Benke
Ein bisschen zu viel Ewigkeit

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Sep 2020

Kira Navarez hat sich ihren größten Traum erfüllt: Als Xenobiologin erforscht sie neue Planeten auf der Suche nach kolonialisierbaren Lebensräumen und außerirdischen Existenzen. Letzteres allerdings eher weniger erfolgreich. Doch eines verhängnisvollen Tages fällt Kira in eine Felsspalte und entdeckt ein merkwürdiges Konstrukt, das nur von Aliens erschaffen worden sein kann. Doch etwas ergreift Besitz von ihr, das ihr ganzes Leben plötzlich auf den Kopf stellt. Und gleichzeitig auch das Leben ihrer Kollegen, ihres Verlobten, der gesamten Menschheit.

Kollektives Durchdrehen

Es gab einen Hype um dieses Buch, noch bevor es überhaupt erschienen war. Christopher Paolini, der Bestseller-Autor, der mit seinem Eragon-Zyklus einen Welterfolg landete, wagt sich nun in die Science-Fiction-Gefilde vor! Und nicht nur das: Neun Jahre ließ Paolini literarisch gesehen nichts von sich hören (abgesehen von einem kleinen Eragon-Nachtrag). Aus genau diesen Gründen wurde sein neues Werk mit viel Neugierde, ja sogar Euphorie erwartet. Doch kann der Wälzer seiner Ankündigung, „bildgewaltig wie ein Kino-Blockbuster“ zu sein, gerecht werden?

Rein in den Science-Fiction-Strudel

Paolinis neuer Streich kann sich durchaus sehen lassen. Den Leser erwarten 960 Seiten geballte Science-Fiction-Power. Der Autor scheint dabei alles, was irgendwie mit dem Genre zu tun hat, untergebracht zu haben: First Contact, Aliens, Weltraum-Kriege, Konflikte apokalyptischen Ausmaßes, kosmisches Worldbuilding, die Erforschung fremder Planeten und jede Menge technische Spielereien. Besonders bei letzterem wird deutlich, warum Paolini neun Jahre zur Fertigstellung des Manuskripts gebraucht hat. Trotzdem fügt sich alles zu einem beeindruckenden Worldbuilding zusammen, auch wenn der Autor es mit den vielen technischen Details öfter übertreibt. Sehr positiv fällt die Weiterentwicklung von Paolinis Schreibstil auf. Im Gegensatz zu „Eragon“ weiß der Autor hier ganz genau, was er den Lesern zeigen möchte und wie er das sprachlich am besten hinbekommt, ganz besonders bei den Dialogen. Das hilft über einige zähe Episoden hinweg und davon gibt es in dem Buch wahrlich genug.

Wer sich durch die ersten Seiten gekämpft hat (Liebesgeschichten kann Paolini immer noch nicht, dafür aber seine Leser peinlich berührt auf dem Stuhl rumrutschen lassen), wird mit einem wahren Super-Gau belohnt. Die Handlung nimmt eine ungeahnte Wendung. Und dann noch eine. Und wenig später noch eine. Und … na ja, man kann es sich denken. Um es kurz zu fassen: Es ist extrem viel los in „Infinitum“. Kaum meint man, erkannt zu haben, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, kommt eine Wendung, die alles bisher Geschehene und Erreichte über Bord wirft. Man weiß nie, was als nächstes passiert. Keine Figur ist sicher, deshalb schließt man am besten niemanden ins Herz. Denn schon auf der nächsten Seite könnte derjenige schon wieder Geschichte sein. Das klingt zunächst ziemlich spannend, bringt aber auch einige Probleme mit sich.

Eine Handlung mit Hummeln im Hintern

Je mehr Seiten man liest und je stärker man von der Handlung durchgeschüttelt wird, desto mehr offenbart sich, dass sich Paolini zunehmend mit dem eigenen Plot übernimmt. Immer wieder befürchtet man, dass das komplexe und extrem dynamische Handlungskonstrukt dem Autor irgendwann um die Ohren fliegen wird. Zumal sich viele Szenen immer und immer wieder zu wiederholen scheinen. Paolini schrammt außerdem regelmäßig haarscharf am Übertriebenem, Ausuferndem und letztlich Langweiligem vorbei. Denn bei so einer plotgetriebenen Geschichte bleiben zwangsläufig die Charaktere auf der Strecke. Viel Entwicklung gibt es in diesem Bereich deshalb nicht. Vor allem spürt man das bei Protagonistin Kira. Ihren Reaktionen wird oft zu wenig Raum gewährt, sodass sie mehr und mehr zur Spielfigur der Handlung wird, als zu einer runden Figur. Viele Themen werden angesprochen, jedoch aufgrund des unausgewogenen Erzähltempos nicht richtig ausgearbeitet und viel zu oft einfach von etwas vollkommen anderem abgelöst. Kann man mal machen, bei einem so seitenstarken Buch ist das jedoch … anstrengend.

Er kann es einfach nicht lassen …

Apropos anstrengend: Damit auch niemand vergisst, dass Paolini der Verfasser von „Eragon“ ist, reibt der Autor das seinen Lesern gerne mal unter die Nase. So finden sich häufig Anspielungen auf die Geschichte rund um Eragon und teilweise sogar wörtliche Zitate. Wer die Drachenreiter-Saga nicht gelesen hat, wird sich daran nicht stören. Auf die Kenner kann das Vermischen von Elementen einer Fantasy-Geschichte, die bisher der größte literarische Erfolg des Autors war, mit seinem aktuellen Science-Fiction-Experiment jedoch sehr fragwürdig wirken. Von sich selbst abzuschreiben, hätte echt nicht sein müssen.

Fazit:

Paolini liefert eine waschechte Space-Opera ab, welche die Herzen von Science-Fiction-Fans höherschlagen lässt. Für den gelungenen Lesespaß muss man aber einige Probleme ignorieren, so wie das eben auch bei manchen „bildgewaltigen Kino-Blockbustern“ ist. Sogar Paolini selbst hat die Schwächen erkannt, wenn er in der Danksagung schreibt, dass seine Geschichte nicht perfekt wäre, sie aber die beste Version sei, die er hinbekäme. Lassen wir das einfach mal so stehen.

Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne

Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne

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Letzte Kommentare:
17.09.2020 11:46:07
NobbyR

Es ist bedauerlich, dass der deutsche Verlag den schönen Originaltitel komplett ignoriert hat, obwohl die wörtliche Übersetzung "Schlafen im Meer der Sterne" sehr petisch gewesen wäre.

Sci-Fi & Mystery
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