Die dunklen Pfade der Magie

Erschienen: September 2020

Couch-Wertung:

40°
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Lisa Reim-Benke
Die öden Pfade der Magie

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Dez 2020

Csorwe wächst in einem Tempel zu Ehren des unaussprechlichen Gottes auf. Ihr ganzes Leben lang wurde sie nur auf eines vorbereitet: Mit 14 Jahren dem Unaussprechlichen geopfert zu werden. Doch kurz vor ihrem großen Tag taucht ein Fremder im Tempel auf. Belthandros Sethennai überlässt ihr am Opferaltar die Wahl. Entweder sie kommt mit ihm mit oder sie wählt den Tod. Csorwe schließt sich Sethennai kurzentschlossen an und begibt sich mit ihm auf eine Reise durch die Welten auf der Suche nach dem Reliquiar, einem vergessenen Artefakt.

Wie ... was ... ach, egal!

Anstatt ein verlorenes Artefakt zu bergen, hätten die Protagonisten sich lieber auf die Suche nach dem roten Faden begeben sollen. Zwar wird fleißig nach dem Reliquiar geforscht, doch was drumherum passiert, ist nur schwer zu durchschauen oder einfach uninteressant. Positiv fällt nur das Worldbuilding-Konzept auf: Mehrere Welten verbunden durch Portale, das hat Potential. Doch auch daraus wurde nicht viel gemacht. Stattdessen dümpelt man von einer Welt in die andere, ohne viel von dem jeweiligen Setting kennenzulernen. Erklärungen gibt es nicht, dafür viel Frust. Wer in eine liebevoll ausgearbeitete Fantasy-Welt eintauchen möchte, hat Pech gehabt. Und wenn entscheidende Schlachten, Entwicklungen und Entscheidungen auf nicht einmal einer Seite abgehakt werden, grenzt das schon fast an Hohn. Doch Zeitraffungen an den unpassendsten Stellen muss man sich von diesem Buch regelmäßig gefallen lassen. Kein Wunder, dass man nie so richtig ankommt in der Geschichte. Weshalb einen auch der spannend gemeinte Schluss nicht wirklich juckt.

Die Osharaa ohne Eigenschaften

Csorwe ist eine Osharaa, ein orkähnliches Wesen mit Hauern und grauer Haut – das verspricht mal eine etwas andere Protagonistin. Zumal sie in Isolation aufgewachsen ist und keine Ahnung von der Welt hat. Damit hat sie mit den Lesern viel gemein. Doch anstatt diese durch Csorwes Augen die Welten und ihre Bewohner kennenlernen zu lassen, wurde so viel Distanz zwischen ihr und den Lesern aufgebaut, wie nur möglich. Meistens erlebt man Csorwe nur durch eine Außensicht, Motivationen, Gedanken und Emotionen – Fehlanzeige. Ihr Verhalten ist deshalb kaum einzuschätzen und ihre Entwicklungen sind nicht nachvollziehbar. Warum geht sie, die nichts anderes als den Tempel kannte und zeit ihres Lebens auf ihr Schicksal vorbereitet wurde, überhaupt mit einem dahergelaufenen Alten mit? Tja, man weiß es nicht. Als unbeteiligter Beobachter bleibt einem nichts anderes übrig, als dem Treiben ahnungslos zuzuschauen. Von den schier unaussprechlichen Namen von Orten und Figuren fangen wir am besten gar nicht erst an. Obwohl dies im Grunde nur symptomatisch für den gesamten Schreibstil ist: wirr, unausgewogen und hölzern wird man hier durch die Handlung geführt. Ein ziemliches Gesamt-Desaster.

Fazit:

Das war irgendwie nix ... zu unpersönlich, zu träge, zu langweilig. Figuren und Handlung sind einem schlichtweg egal, der Todesstoß eines jeden Romans.

Die dunklen Pfade der Magie

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