Lady Trents Erbe - Aus der Finsternis zum Licht

Erschienen: Dezember 2020

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Lisa Reim-Benke
Akademiker-Fantasy vom Feinsten

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Feb 2021

Audrey Camherst steht im Schatten ihrer berühmten Großmutter Lady Trent. Letztere hat sich in der Vergangenheit mit ihrer Erforschung von Drachen hervorgetan und die lange ausgestorben geglaubte Zivilisation der Drakoneer entdeckt. Als die Forschungsexpedition des stinkreichen Lord Gleinleigh einen antiken Hort dieses drachenähnlichen Volkes entdeckt, beauftragt er Sprachen-Expertin Audrey mehrere beschriebene Tontafeln zu übersetzen. Eifrig widmet sich die Nachwuchsforscherin zusammen mit ihrem drakoneischen Freund Kudshayn der Arbeit, um endlich die langersehnte Anerkennung in wissenschaftlichen Kreisen zu erlangen. So einfach ist das jedoch nicht, denn neben einer erschreckenden Legende decken die beiden auch eine ungeheuerliche Verschwörung auf. Beides könnte die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen dem drakoneischen Volk und den Menschen für immer verändern. Und nicht zuletzt Audrey in große Schwierigkeiten bringen.

Der etwas andere Wissenschaftsthriller

Stundenlanges Brüten über alten Tontafeln und mindestens ebenso langes Hirnen über Wortwurzeln und Semantik – Marie Brennen hat seit ihrer fünfbändigen Reihe um die Memoiren von Lady Trent bewiesen, dass diese Arbeit mit unglaublich spannenden Entwicklungen einhergehen kann. In „Von der Finsternis zum Licht“ befinden wir uns jedoch nicht auf einer Reise zu fremden Kulturen und in andere Länder, wie Audreys Großmutter das immer gerne zu tun pflegte. Stattdessen spielt alles in Audreys Heimat Scirland, einem viktorianisch angehauchten England-Verschnitt. Als Wissenschaftlerin und unabhängige Frau ist es in einem solchen Land selbstverständlich nicht immer einfach. Trotzdem widmet sich Audrey voller Leidenschaft ihrem Themengebiet und boxt sich (teilweise wortwörtlich) durch die männlich geprägte Gesellschaft durch. Audrey tut sich dabei als sture Idealistin hervor, die immer wieder aneckt, dennoch ist gerade ihre Kämpfernatur ausgesprochen hilfreich angesichts der Ungeheuerlichkeit, die sie und Kudshyn entdecken.

Bevor es aber so weit ist, schlägt Marie Brennan erst einmal ruhige Töne an. Durch Briefe, Tagebucheinträge, Zeitungsausschnitte und Fußnoten zu den Übersetzungen werden den Lesern die Geschehnisse nähergebracht. Eine Erzählweise, die Raum für originelle dramaturgische Kniffe bietet, was Brennan voll ausschöpft. Was als gemütliche Erforschung alter Tontafeln beginnt, steigert sich schnell zu einem packenden Wissenschaftskrimi. Bei Lady Trent war da schon einiges los, doch Brennan setzt hier locker noch einen drauf. Dank so vieler Wendungen und Entwicklungen lässt sich das Buch gegen Ende nur schwerlich aus der Hand legen.

Als studierte Anthropologin weiß die Autorin natürlich ganz genau, wovon sie da schreibt. Trotz ihrer Liebe zum Detail hält sie wunderbar die Waage zwischen fesselnder Handlung und Einblicke in Archäologie und Linguistik. Eine Mischung, bei der alle Leser bestens unterhalten werden und Geisteswissenschaftler sich verstanden fühlen.

Ein Volltreffer, wäre da nicht …

Ironischerweise ist diese Geschichte – in welcher der Ausgangspunkt allen Übels die Übersetzung eines Textes ist – grauenhaft übersetzt worden. Oft wurde der Inhalt in mehr als gewöhnungsbedürftige Satzkonstruktionen gepresst und Begriffe wortwörtlich aus dem Englischen übertragen. Folgender Satz bringt das wohl am besten auf den Punkt: „Wir konnten nicht sofort nach dem Abendessen aufbrechen, ohne unsere Gastgeberin zu beleidigen, aber zum Glück hat sie keine Ideen von der Jahrhundertwende darüber, wie die Leute sich an dieser Stelle unterhalten sollten.“ Da läuft es einem eiskalt den Rücken runter, und zwar beinahe auf jeder Seite. Angesichts der grandiosen Geschichte, die locker hundert Punkte verdient hätte, ist eine solche Umsetzung auf Deutsch eine sehr große Enttäuschung.

Fazit:

Was für eine spektakuläre Geschichte! Marie Brennan versteht es wie keine andere, Wissenschaft, Phantastik und Spannung miteinander zu verweben. Die mangelhafte Übersetzung macht es aber nicht leicht, das Buch zu genießen. Wer kann, sollte es deshalb auf Englisch lesen.

Lady Trents Erbe - Aus der Finsternis zum Licht

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