Das Flüstern der Magie

Das Flüstern der Magie
Das Flüstern der Magie

Erschienen: Mai 2020

Erschienen: Mai 2020

Couch-Wertung:

50°
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Andrea Betschart
Aussen hui, innen...

Buch-Rezension von Andrea Betschart Nov 2020

Auf den ersten Blick enthält Laura Kneidls neues Werk alles, was das Fantasy-Leserherz erfreut: Magische Gegenstände, das schottische Edinburgh als Kulisse, die Jagd auf ein mysteriöses Tarot-Set... und trotzdem will der Funke nicht überspringen. Ginge es nur nach dem Cover, würde ich 200 Punkte vergeben. Da jedoch vor allem der Inhalt zählt, sieht die Sachlage etwas anders aus.

Wenn Gegenstände flüstern

Die 19-jährige Fallon führt in der schottischen Hauptstadt Edinburgh ein wahrlich magisches Leben. Mit noch nicht mal 20 Lenzen ist sie bereits stolze Besitzerin ihres eigenen Antiquariats. Wobei dieses nur der Tarnung dient. Das eigentliche Herzstück liegt verborgen unter einem Teppich: Ein Archiv, welches magische Gegenstände beherbergt. Diese Objekte sprechen eine eigene Sprache und Fallon hat das Talent, das "Flüstern der Magie" wahrzunehmen. Ihre Begabung ermöglicht es ihr auch, magische Artefakte aufzuspüren und diese sicher im Archiv zu verwahren.

Bei einer nächtlichen "Suchaktion" trifft Fallon auf Reed, der sie von Anfang an in ihren Bann zieht. Und das liegt nicht nur an seinem guten Aussehen. Vielmehr überrascht sie der Umstand, dass Reed immun gegen ihren magischen Mantel ist, welcher ihr wahres Äusseres tarnt. Die sonst so vorsichtige Fallon lässt alle Bedenken fallen und nimmt den mysteriösen jungen Mann mit zu sich nach Hause. Ein grosser Fehler, wie sich am nächsten Morgen herausstellt. Nicht nur Reed ist spurlos verschwunden, auch ein magisches Tarot-Set hat sich offensichtlich in Luft aufgelöst.

Keine Karten, kein Archiv

Zerknirscht beichtet Fallon den Verlust der magischen Karten ihren Eltern. Während der Vater noch einigermassen human reagiert, ist ihre Mutter schockiert. Sie sieht sich in ihrer Vermutung bestätigt, dass Fallon als Archivarin überfordert ist. Sollte ihre Tochter die Karten nicht innert kürzester Frist wieder auftreiben, wird das Archiv an jemand anderes übergeben. Für Fallon eine albtraumhafte Vorstellung. Um ihre geliebte Profession weiter ausführen zu dürfen, setzt sie alles daran, das Tarot-Set ausfindig zu machen.

Über die Hälfte des Buches begleiten wir Fallon nun auf ihrer Suche nach den Tarot-Karten. Laura Kneidl schreibt zwar durchaus flüssig und unterhaltsam, trotzdem ist bei mir nie richtig Spannung aufgekommen. Dafür passiert einfach zu wenig, und die Auflösung zum Schluss hat auch nicht das grosse Feuerwerk gezündet.

Wenig Magie und viele offene Fragen

Die Grundidee von Laura Kneidl fand ich wirklich gut. Magische Gegenstände, welche eine eigene Sprache sprechen und mit ihren Zauberkräften nicht immer nur Gutes bewirken... das hätte Potenzial gehabt, um eine tolle Geschichte zu werden.

Leider kommen die magischen Artefakte sehr selten vor, da es hauptsächlich um die Liebesgeschichte von Fallon und Reed geht. Zudem fehlt es der Handlung oft an Tiefgang. Viele Umstände werden nicht weiter erklärt und haben mich als Leserin ratlos zurückgelassen: Warum kann Fallon das Flüstern hören? Wieso ist Reed immun gegen Magie? Was hat es mit den vielen zauberhaften Gegenständen sonst noch auf sich? Fragen über Fragen, auf die es keine Antwort oder wenn höchstens eine oberflächliche Erklärung gibt.

Bleiben noch die beiden Hauptcharaktere. Fallon fand ich zu Beginn recht sympathisch. Eine junge Frau, die ihren Lebensunterhalt mit einem sehr speziellen Beruf und noch spezielleren Hilfsmitteln bestreitet. Doch kaum tritt Reed in ihr Leben, beginnt sie, naive und unüberlegte Entscheidungen zu treffen, die sich schwer nachvollziehen lassen.

Zu Reed kann ich nicht sehr viel sagen. Er wäre sicher eine interessante Figur, würde man mehr über seine Hinter- und Beweggründe erfahren. Die bruchstückhaften Informationen zu seiner Vergangenheit reichen aber nicht aus, um aus ihm mehr als einen ziemlich blassen Charakter zu machen.

Fazit:

Ein Buch für Zwischendurch mit viel Liebe und wenig Magie, welches keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Grundidee mit "flüsternden" magischen Gegenständen hätte durchaus Potential. Doch zu vieles wird zu schnell und zu oberflächlich abgehandelt, und der Schreibstils sowie die beiden Protagonisten punkten wohl eher bei einem jüngeren Publikum.

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