Skyward - Der Ruf der Sterne (Claim the Stars 1)

Erschienen: August 2021

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André C. Schmechta
Coming-of-age im Weltraum

Buch-Rezension von André C. Schmechta Sep 2021

Die junge Spensa möchte Pilotin werden. Sie fiebert auf den Test zur Aufnahme bei den Defiant Defense Forces - kurz DDF - hin, um im langjährigen Krieg gegen die Krell zu kämpfen und ihren Heimatplaneten Detritus zu verteidigen. Doch gegen diese Pläne gibt es Widerstand. Das hat weniger mit ihr, als vielmehr mit ihrem Vater zu tun.

„Wenn jeder nur die Tochter des Feiglings in dir sieht - nicht irgendeines Feiglings, sondern des Feiglings -, dann macht das was mit Dir.“

Denn der war Pilot bei der DDF, gilt aber als größter Verräter auf Detritus. In der bisher größten Schlacht gegen die Krell hatte Spensas Vater seine Staffel bei einem Einsatz im Stich gelassen und wurde getötet. Admiralin Judy „Ironsides“ Evans will daher um jeden Preis verhindern, dass ausgerechnet dessen Tochter nun Karriere in der DDF macht, fürchtet gar einen neuen Verrat. Dank Captain Cobb, einem hochrangigen Militär und Ausbilder, schafft es Spensa aber doch auf die Kadettenschule.

Brandon Sanderson hat mit seinen Fantasy-Romanen Bestseller geschrieben. Mit „Skywards“ geht es nun in den Weltraum. Am Anfang der Geschichte steht aber zunächst Spensas mühsamer Weg zur DDF. Hier sieht sie sich weiterer Schikane ausgesetzt. Und kaum, dass ihre Staffel das erste Mal auf dem Pilotensitz Platz nimmt, werden sie in erste Kämpfe verwickelt und mit der harten Realität des Krieges gegen die Krell konfrontiert.

„Liegt es an meinem Vater, dass ich so ein wütendes, unbeherrschtes und gestörtes Großmaul bin?“

Spensa ist 17 Jahre jung. Ihr vordergründig selbstbewusster Charakter zeigt sich mal hitzig, aufbrausend und wild entschlossen. Aber gibt es auch eine sensiblere, zweifelnde, mal mutlose Seite. Ihre Suche nach der eigenen Identität - insbesondere vor den Ereignissen der Vergangenheit - ist elementarer Bestandteil des Romans. Auch wenn mir Spensas Verhalten dabei gelegentlich etwas überzeichnet ist - und anfangs auch gar nicht so sympathisch - gelingt es Sanderson, dass wir uns sehr schnell auf ihre Seite schlagen. Spensa ist überzeugt, dass ihr Vater kein Feigling war und zweifelt an der Geschichte, die die DDF über ihn erzählt. Ihr Leben soll eine entscheidende Wendung nehmen, als sie in einer Höhle ein altes Raumschiff entdeckt…

Sanderson entwickelt die Geschichte um seine Hauptfigur herum. Erzählt wird aus Spensas Perspektive. Entsprechend jugendlich wirkt der Roman auch in Sprache und Dramaturgie. So präsentiert sich „Skyward“ für mich auch definitiv als Jugend – bzw. Young-Adult-Roman. Das Cover des englischsprachigen Originals betont das deutlicher, als die deutsche Ausgabe.

Figurenzeichnung, Hintergründe über die Krell und die Begebenheiten auf dem Planeten Detritus werden behutsam weiterentwickelt. Dabei vermeidet Sanderson ein zu komplexes World-Building oder detaillierte technologische Ausführungen, verleiht seinem Roman aber stets ausreichend Substanz. An Atmosphäre mangelt es sowieso zu keiner Zeit - im Gegenteil. Sanderson spielt hervorragend mit der Gefühlswelt der Kadettenstaffel, unter deren Mitgliedern sich langsam Freundschaft und Zusammenhalt entwickelt, den dramatischen Umständen des Krieges und den sich langsam zuspitzenden Ereignissen auf Detritus.

Spannend und packend erzählt sind die Weltraumgefechte, in denen die noch jungen Pilotinnen und Piloten ihren Mut beweisen müssen, zugleich mit ihren Ängsten konfrontiert werden. Die Action geladene Abschnitte lassen den Weltraum lebendig werden. Immer wieder wird das Tempo angezogen, gibt es neue Wendungen. Entsprechend kurzweilig liest sich „Skyward“ über die gesamten 560 Seiten. Und mit oben genanntem Raumschiff hält auch erfrischender Humor Einzug.

Fazit:

Eine junge Pilotin kämpft gegen Aliens, gegen ihre eigene Vergangenheit und für eine neue Zukunft ihres Planeten. Brandon Sanderson erzählt eine durchweg spannende Coming-of-Age Geschichte im Weltraum, dessen Ende noch sehr viele weitere unterhaltsame Seiten tolle Science-Fiction in Aussicht stellt. Die Geschichte von Spensa ist also noch lange nicht zu Ende erzählt. Während Band 2 der Reihe in Deutschland im März erscheint, geht es im englischsprachigen Original im November bereits mit Band 3 weiter. „Skyward - Der Ruf der Sterne“ ist ein tolles Lesevergnügen nicht nur für junge Leserinnen und Leser, das sich auch ganz wunderbar als TV-Serie oder Kinofilm machen würde.

Skyward - Der Ruf der Sterne (Claim the Stars 1)

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