Die Legende von Sleepy Hollow - Im Bann des kopflosen Reiters

  • Penhaligon
  • Erschienen: September 2022
Die Legende von Sleepy Hollow - Im Bann des kopflosen Reiters
Die Legende von Sleepy Hollow - Im Bann des kopflosen Reiters
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Julian Hübecker
87°

Phantastik-Couch Rezension vonOkt 2022

Der kopflose Reiter weckt tief sitzende Ängste – nehmt euch in Acht!

Ben denkt sich nichts Böses, als er mit seinem besten Freund in den Wäldern spielen geht. Doch die beiden werden Zeuge, wie ein kopfloser Junge gefunden wird. Dieser kommt wie die Freunde aus dem Örtchen Sleepy Hollow. Hat etwa der kopflose Reiter wieder zugeschlagen? Als ein echter Van Brunt kennt Ben natürlich keine Angst und stürzt sich mitten hinein in das gefährliche Rätsel um die Legende vom kopflosen Reiter …

„Dann sah ich ihn. Aber er war nicht vor mir. Er war in meinen Augen und in meinen Ohren und in meinem Herzen, er brachte mein Blut zum Rasen, mein Herz zum Galoppieren, so wie er galoppierte, weckte die Sehnsucht in mir zu sein, wo er war – frei und wild unter den Sternen.“

In Sleepy Hollow geht alles seinen ruhigen, traditionellen Gang. Umgeben von einem dichten Wald, in dem Magie zu finden ist, aber auch Wesen, die nicht herausgelockt werden sollten, haben sich die Menschen in der Ortschaft mit ihren Geschichten und Legenden arrangiert. Doch die Geschichte vom kopflosen Reiter hält sich hartnäckig: wie er den armen Ichabod Crane verfolgte und verschwinden ließ. Was genau mit dem Mann geschah, weiß keiner.

In dieser Mischung aus bemühtem Vergessen und respektvollem Abstand wächst Ben Van Brunt auf. Die Van Brunts sind eine bekannte und angesehene Familie, die über viel Einfluss verfügt. Vor allem Bens Großvater Brom trifft viele wichtige Entscheidungen – was natürlich nicht jedem Bewohner in Sleepy Hollow gefällt. Doch seine einschüchternde Art macht ihn ebenso gefürchtet wie seine Nächstenliebe beliebt. Ben vergöttert seinen Großvater und eifert ihm nach – ganz zum Missfallen seiner Großmutter, die sich etwas anderes für ihn vorstellt …

Eines Tages – Ben spielt mit seinem besten Freund im Wald – werden sie Zeuge davon, wie einige Männer aus dem Dorf einen toten, kopflosen Jungen finden. Schnell wird klar, dass es sich um Cristoffel handelt, der im gleichen Alter wie Ben ist. Der Fund öffnet alte, schmerzhafte Wunden, denn schon einmal versetzte der kopflose Reiter die Menschen in Angst und Schrecken: Dreißig Jahre zuvor tötete er Bens Vater. Ist der furchterregende Reiter etwa wieder zurück? Ben möchte mehr über die Vorfälle herausfinden – und kommt dem Reiter schließlich näher, als ihm lieb ist …

„Sleepy Hollow war ein magischer Ort, ein Ort, an dem Magie in der Luft lag. Aber manchmal konnte diese Magie einem auch Staub in die Augen pusten und es einem schwer machen zu erkennen, was direkt vor einem lag.“

Das Örtchen Sleepy Hollow ist untrennbar mit einem Mythos verbunden, der die umgebenden Wälder unsicher macht: dem des kopflosen Reiters. Geschrieben vom amerikanischen Schriftsteller Washington Irving fasziniert die Geschichte bis heute und findet Eingang in viele Erzählungen und Medien. Der tiefgehende Horror und der Mystizismus sind ein Grund dafür, warum die eigentliche Geschichte wie gemacht ist, um von Christina Henry adaptiert zu werden. Wie schon einige Male zuvor bedient sich die Autorin dabei einem bekannten Märchen und verleiht diesem eine Überarbeitung, die die Grundzüge noch erkennen lässt, aber zu etwas völlig Eigenem wird.

In Die Legende von Sleepy Hollow sind die bekannten Elemente die Ortschaft Sleepy Hollow, die Legende des kopflosen Reiters und die Person Ichabod Crane. Ansonsten erzählt die Autorin eine neue Geschichte und verpasst ihr einen atmosphärischen Anstrich, der sehr gut ins Horror-Genre passt. Ihre Art zu schreiben ist dabei einzigartig und unverwechselbar. Man ist schnell in ihrem Universum drin und muss sich alsbald dem Sog hingeben, den sie zu erzeugen vermag. Auch hier genießt man den subtilen Horror und die Verwicklungen, die natürlich mit der Familie Van Brunt zu tun haben. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, aber es kommen einige Überraschungen zum Vorschein, die die ursprüngliche Geschichte auf den Kopf stellen.

Leider schafft es die Autorin oft nicht, einen Schluss zu finden, der auf dem gleichen Level wie der Rest der Geschichte bleibt. Auch hier muss man ein paar Abstriche machen, wobei es sich noch immer sehr gut liest.

Fazit:

Die Legende vom kopflosen Reiter umzuschreiben, braucht schon viel Fantasie und Ideenreichtum. Christina Henry hat all das und noch viel mehr! Ein wahrer Pageturner.

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