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Seit mehr als 300 Millionen Jahren gibt es auf der Erde staatenbildende Insekten. Sie sind in der Lage, in vergifteter und radioaktiv verseuchter Umwelt weiter zu existieren, und haben alle Aussicht, weitere 300 Millionen Jahre zu überleben. Daneben wirkt das Dasein der menschlichen Rasse wie das Auftauchen einer Eintagsfliege. Im Jahre 1971 drehte Walon Green den Film "The Hellstrøm Chronicle" ("Die Hellstrøm-Chronik") um den fiktiven Entomologen Nils Hellstrøm, der die Insekten als die wahren Herrscher der Erde zeigt. Frank Herbert, betroffen und tief beeindruckt von dem Film, fragte sich, welche Überlebenstechniken der Mensch wohl entwickeln müsse, um seinen Fortbestand über vergleichsweise lange Zeiträume zu sichern, und spielte den Gedanken in diesem Roman durch. Zwei Dinge sind unabdingbare Voraussetzungen für eine derartige Existenz: der absolute Verzicht auf Individualität und die totale Unterordnung unter die Interessen des Gemeinwesens. Und beide sind für den Menschen nicht akzeptabel, ohne daß er sich selbst aufgibt.

Hellströms Brut

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Letzte Kommentare:
07.03.2019 21:29:06
benfi

Der amerikanische Autor Frank Herbert ist durch seine Dune-Romane weltberühmt geworden und selbst in Deutschland gibt es zahlreiche Fans der 'Wüstenplanet'-Bücher. Aber der im Jahre 1986 verstorbene Schriftsteller hatte auch noch andere Fiktionen veröffentlicht, die ebenfalls einen wunderbaren Lesestoff bieten. In dem Roman 'Hellstrøms Brut' befasst er sich mit der Frage, ob es für die Menschheit langfristig nicht sinnvoller wäre, es den Insekten gleichzutun und sich wie diese in einem Stock oder Bau effektiv sowie relativ frei von Empfindungen und nur der Aufgabe für die Gemeinschaft dienend, zu organisieren. Angeregt wurde der Autor von dem Film 'Die Hellstrøm Chronik', in der der Entomologe Nils Hellstrøm die Insekten als die wahren Herrscher der Erde aufzeigt. Die Figur übernahm Herbert direkt und spinnte seine Ideen weiter. Zwar weitaus weniger ausufernd als ich vor dem Lesen angenommen hatte, entwickelt sich der Roman zu einem spannenden, psychologischen Duell zwischen dem Stock und der Organisation. Die Gedanken um eine gezielte Züchtung von Fähigkeiten dürften Lesern von Frank Herbert schon aus den Wüstenplantet-Romanen und der Schwesternschaft der Bene Gesserit vertraut sein, hier bezieht es sich allerdings schon eher um weltliche Talente, die perfektioniert werden sollen. Aus heutiger Sicht mag nun die Frau an sich als 'Zuchtstute' etwas frauenfeindlich zu lesen sein (gerade unterstützt durch das leicht anrüchige Cover) - aber in der Insekten-Welt ist dies bei den weiblichen Vertreterinnen eben immer noch so. Beim Lesen einer Lektüre sollte man immer das Datum der Veröffentlichung berücksichtigen und das ist hier in dem Jahr 1972. 'Hellstrøms Brut' ist ein lesenswerter Roman mit einer leicht bedrückenden Atmosphäre, der zum Nachdenken anregt - die geheimen Mächte und ihre internen Ränkespielchen gibt es de Facto heute ebenso wie vor Jahrzehnten. Und ob eine andere Organisation der Menschheit nicht zielführender und nachhaltiger wäre - das ist eine Überlegung wert!
80°

23.07.2014 15:46:44
Gilbert von Luck

Worte der Brutmutter Trova Hellström: "Mit freudiger Gewissheit erwarte ich den Tag, da ich in die Bottiche eingehen werde, um mit unserem ganzen Volk eins zu werden."
26.10.1896

Es sind teilweise konkurrierende Geheimdienste der USA, die Gerüchten, verwirrenden Vorkommnissen und Anzeichen nachgehen.
Doch sie alle unterschätzen, was sich tief unter dem Boden des mächtigsten Imperiums der Neuzeit wirklich entwickelt hat und zu einer völligen Umkrempelung des menschlichen Daseins, der Lebensweise, Ethik, Moral und jeglicher bisher bekannter Kultur bereitsteht!

Hellströms Brut ist einer der besten SF-Romane, die ich je gelesen habe.
Der Leser verliert sich und geht auf in einer Handlung, in der Menschen auf eine Weise verschwinden, die ihm genau geschildert wird, die er sich aber dennoch nicht zu erklären vermag.
Fast weicht die Spannung beim Lesen der Angst.

Was von der Idee her grotesk anmutet, wird schlüssig und nachvollziehbar erklärt, sodass es nicht mehr unmöglich erscheint:
Ein unterirdisches Reich, ameisenstaatsähnlich organisiert, nur der Ratio verpflichtet und dennoch vielleicht nicht grausamer als die oberirdische Welt der Menschen, bedroht nicht nur die Existenz der VSA, sondern die aller Nationen.

Frank Herbert ist neben spannendster Unterhaltung ein Werk mit Anspruch gelungen, das gerade durch seinen nachdenklich stimmenden Vergleich unserer ("guten") Welt mit der zu bekämpfenden Hellströms zu einem leider wenig beachteten Stück Literatur geworden ist.
Analysen und Darstellungen menschlicher Gefühle von Liebe über Neid bis zu Hass kommen dabei ebenso wenig zu kurz wie die anschauliche und realistische Beschreibung technischer Details.

Als überwältigend jedoch vermittelt sich die Infragestellung unserer selbstverständlich gewordenen Alltagskulturen im Vergleich zu einer unerwartet fremden und dennoch in vielen Zügen erstaunlich menschlichen Gegenkultur, die dem zunächst abgestoßenen Leser gegen Ende des Romans einen überraschenden Perspektivwechsel vermitteln kann.
Während der Leser beginnt, Strukturen, Mechanismen und die Philosophie Hellströms Gegenwelt zu verstehen, erweitert sich sein innerer Blick auf sich selbst, seine Reaktionen, seine scheinbaren Selbstverständlichkeiten des Wissens und Empfindens wie auch sein Blick auf die Wirklichkeit unserer Welt.

Meine Empfehlung lautet daher: unbedingt lesen! Das Buch wird nicht mehr verlegt, ist aber z.B. über www.booklooker.de gebraucht von privaten Anbietern oder Antiquariaten erhältlich.

Gilbert von Luck

11.03.2012 21:49:44
Beverly

Ich halte "Hellströms Brut" nicht nur für den besten Roman, den Frank Herbert geschrieben hat, sondern auch für eine des besten Dystopien des 20. Jahrhunderts.
In ihr zeigt Frank Herbert auf drastische Weise, was aus Menschen wird, die auf eine bestimmte Funktion reduziert werden und denen das Recht verweigert wird, alle Facetten ihrer Persöndlichkeit auszuleben. Die fremdartige Umgebung des "Stocks", in der sich der Prozess der Entmenschlichung vollzieht, mag oberflächliche Leser dazu verleiten, "Hellströms Brut" als Gruselgeschichte abzutun. Aber wer verwendet nicht Redewendungen wie die von den "Bürodrohnen" oder sagt über einen belebten Ort voller Menschen, dass es da wie im Bienenstock zugehe. Nun, von Bürodrohnen und Bienenstöcken mit menschlichen Bienen ist es gedanklich nicht mehr weit zu den Visionen der Trova Hellström vom perfektionierten "Stock".