Blade of Night - Silberkuss (Make Me Your Villain 1)

  • Droemer-Knaur
  • Erschienen: April 2026
  • 1
Blade of Night - Silberkuss (Make Me Your Villain 1)
Blade of Night - Silberkuss (Make Me Your Villain 1)
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Sebastian Fischer
70°1001

Phantastik-Couch Rezension vonSep 2026

Ein Lichtblick am Romantasy-Himmel

Jessica Iser feiert mit „Blade of Night“ ihr Verlagsdebüt. Absolut zu Recht, wenn ich das vorwegnehmen darf. Der Autorin gelingt es, die mannigfaltige Genrekonkurrenz mit inhaltlicher Struktur und bodenständiger Charakterentwicklung in den Schatten zu stellen. Warum es dennoch nicht zu einer Bestnote reicht, erfahrt ihr im weiteren Verlauf dieser Buchbesprechung.

Der Feind meines Feindes

Die Autorin entführt uns in ihrem Roman nach Xio, eine Welt, die in erster Linie von Menschen und Nachtelfen besiedelt wird. Gesellschaftlich und wirtschaftlich werden die Völker sehr durch die sogenannte Sternenkluft geprägt, eine Art riesigem Krater. Dort lässt sich der begehrte Mondschimmer abbauen, eine wichtige Ressource, die bedeutend genug ist, um eine immer wiederkehrende kriegerische Auseinandersetzung zwischen Elfen und Menschen aufflammen zu lassen. Das Miteinander der Zweibeiner ist dementsprechend eher durch Abneigung und Misstrauen geprägt als durch wohlige Harmonie.

Gerüchte über das Wiederkehren von gefährlichen Dämonen, die in der Sternenkluft hausen und deren Existenz bislang eher dem Reich von Mythen und Legenden zuzurechnen wäre, zwingen die Streithähne zu einer gemeinsamen Konferenz.

Das Zusammentreffen von Menschen und Nachtelfen verläuft wenig zielführend, und so wird eine gemeinsame Aufklärung der Vorkommnisse im Keim erstickt.

Nun betreten zwei Protagonisten das Rampenlicht, aus deren jeweiliger Perspektive wir das Buch abwechselnd erleben dürfen. Da wäre zum einen die Heerführerin Zelie. Sie steht in den Diensten der Turmstadt Themnon und sorgt sich wegen der drohenden Gefahr durch die zum Leben erwachten Dämonen.

Gleiches gilt für den Nachtelfen Aries, Bruder des Königs und Paladin seiner Majestät. Auch Aries will der Dämonensichtung nachgehen, um mögliche Gefahren für sein Volk frühzeitig einzudämmen.

Es kommt also, wie es kommen musste, und die hübsche Zelie und der geheimnisvolle Aries laufen sich bei ihren Ermittlungen das ein oder andere Mal über den Weg. So geraten die Protagonisten zwischen die politischen Ränkespiele ihres eigenen Volkes und die Notwendigkeit, mit dem vermeintlichen Feind zusammenzuarbeiten. Schwierig genug, wäre da nicht diese vermaledeite erotische Sogwirkung, die Zelie und Aries in einen Kokon der Lust einspinnt.

Gelungene Mischung

Endlich durfte ich mal wieder von einem Romantasy-Roman kosten, dem es gelingt, trotz der Fokussierung auf eine Liebesgeschichte, die Lebendigkeit seiner Fantasy-Bühne nicht vollends aus den Augen zu verlieren. Natürlich darf man hier kein ausuferndes Worldbuilding erwarten wie bei einem Brandon Sanderson. Jessica Isers Idee einer Geschichte ist eben eine ganz andere. Sie will ihren Lesern die erotische Anziehung des Verbotenen, ummantelt von einer Kruste aus High-Fantasy-Elementen, kredenzen und setzt dabei eher auf Schnelllebigkeit als auf langatmige Ausführungen über Magie oder Mythen. Beides kann grandios unterhalten, sofern das Gesamtpaket gekonnt ineinandergreift.

Um es kurz zu fassen: Der deutschen Autorin gelingt es, eine durchaus lebendige Welt zu erschaffen, die mehr ist als eine reine Kulisse.

Im Gegensatz dazu bleibt in der Differenzierung von Menschen und Nachtelfen ein wenig Potenzial auf der Strecke. Mal abgesehen von Äußerlichkeiten scheinen sich die Völker nur rudimentär voneinander zu unterscheiden. Gerade weil sich die Völker regelmäßig bekriegen und das Verbotene der Beziehung von Zelie und Aries im Vordergrund steht, wären charakterliche und kulturelle Unterschiede mit mehr Konturen wünschenswert gewesen. Es hätte der Bindung der beiden Protagonisten noch mehr Schärfe verliehen.

Gleichwohl gelingt es der Autorin hervorragend, die Interaktionen der beiden mit genug Spannung zu würzen, um die Leserschaft bei Laune zu halten. Gespannt verfolgt man die beiden Turteltäubchen bei ihrem Katz-und-Maus-Spiel aus Ablehnung und Anziehung. Dabei verläuft das erotische Verlangen zwischen den beiden Figuren gleichberechtigt neben dem eigentlichen Handlungsstrang.

Ich würde mich in diesem Zusammenhang sogar vorwagen und behaupten, dass an der ein oder anderen Stelle sogar ein wenig mehr erotische Würze hätte ins Spiel kommen dürfen.

Fazit:

Mit „Blade of Night“ liefert Jessica Iser einen gelungenen Romantasy-Roman, der hält, was er verspricht. Auch wenn es der Autorin nur bedingt gelingt, den Nachtelfen ein eigenständiges Profil gegenüber den Menschen zu verleihen, punktet dieser Roman mit einem überzeugenden Zusammenspiel aus erotischen und phantastischen Elementen.

Blade of Night - Silberkuss (Make Me Your Villain 1)

Jessica Iser, Droemer-Knaur

Blade of Night - Silberkuss (Make Me Your Villain 1)

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