Gruselkabinett - Folge 197: Das Grauen von Dunwich
- Titania Medien
- Erschienen: März 2026
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Familie Whateley verbreitet Angst und Schrecken
Wir befinden uns in Massachusetts am Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Ort ist Dunwich, zwischen Aylesbury und Blackwater Creek. In der Nähe von diesem kleinen Ort lebt die Familie Whateley auf einer alten verfallenen Farm. Der alte Whateley, Oberhaupt der Familie, ist im Ort als Hexer verschrien, da er vor vielen Jahren an dunklen Ritualen teilgenommen haben soll. Nun passiert es, dass seine entstellte Albino-Tochter Lavinia ein noch entstellteres Kind zur Welt bringt, von dem man nicht weiß, wer der Vater ist. Natürlich wird gemunkelt, dass es der Teufel persönlich war.
Und natürlich ist das Dorf neugierig, doch der Schrecken des kleinen Wilburs ist viel zu groß. Seine Entwicklung schreitet rasend schnell voran, so dass er nach ein paar Wochen schon laufen kann und mit einem Jahr schon aussieht wie ein vierjähriger Junge. Dennoch gibt es immer noch eine Dorfbewohnerin, die sich die Mühe macht, die Whateleys zu besuchen – mehr aus Neugier als aus Hilfe. Sie berichtet das dort gesehene immer direkt im Laden von Mrs. Osborne, die umgehend die Gerüchte weiterverbreitet.
Die Geheimnisse der Whateley-Farm
Die Zeit schreitet immer weiter voran, die Dorfbewohner hören jedes Jahr beunruhigende Geräusche aus den Hügeln in der Nähe des Dorfes. Dazu kommt auch noch das seltsame Verhalten des alten Whateley, der zuerst seine Farm komplett umbauen lässt und dann anfängt, immer mehr Rinder zu kaufen, ohne dass die Herde der Whateleys merklich wachsen würde. Es verschwinden zudem immer wieder Jugendliche, die sich zu lange in der Nacht draußen aufgehalten haben. Nur die Einschüchterungen des alten Whateley und der scheinbar unbegrenzte Goldvorrat bewahrt die Familie vor dem Zorn der Dorfbewohner.
Eines Tages stirbt der alte Whateley und Wilbur übernimmt den Platz des Oberhauptes der Familie. Kurz darauf berichtet seine Mutter einer Dorfbewohnerin von einer seltsamen Angst, die sie erfasst hat, und schon nach dem nächsten Halloweenabend bleibt Lavinia Whateley für immer verschwunden. Wilbur indes kommt dem letzten Wunsch des alten Whateleys nach und begibt sich nach Arkham.
Dort sucht er in der Bibliothek der Miskatonic University nach einer Originalausgabe des Necronomicons, da in der Übersetzung seines Großvaters ein wichtiger Teil zu fehlen scheint. Doch Dr. Henry Armitage, der Bibliothekar der Universität, verweigert ihm dies und weist sogar seine Kollegen an, die im Besitz des Buches sind, dem Jungen den Zugriff ebenfalls zu verweigern. Doch Wilbur gibt nicht auf und stirbt beim Versuch, eines der Bücher in Besitz zu bekommen. Doch mit diesem Tod beginnt der eigentliche Schrecken erst, denn die Whateleys hüten ein schreckliches Familiengeheimnis.
Eine von Lovecrafts besten Geschichten
Der Mythos um Howard Phillips Lovecraft ist über die Jahre immer weiter gewachsen. Viele Filme nehmen Bezug auf seine Welt, wie beispielsweise „Evil Dead“ oder auch die erfolgreiche Netflixserie „Stranger Things“. Leider war er in seiner eigenen Zeit mit seinen „Schundgeschichten“ eher nicht so berühmt und hat den Erfolg leider erst nach seinem Tode erlangt. Dabei sind seine Geschichten wahre Meisterwerke der Schauerliteratur.
So auch die nun durch Marc Gruppe vertonte Geschichte „Das Grauen von Dunwich“, bei der es sich um eine der besten Geschichten des Autors handelt. Die Atmosphäre stimmt, die Einbettung in das abgeschiedene Dorf und die verrückten Farmer, die irgendetwas absurdes auf ihrem Hof treiben, und dann noch die seltsamen entstellten Kinder, tragen einiges zum Schrecken bei. Wichtig ist natürlich auch, dass die Erzähler den Hauptteil der Geschichte nur vom Hörensagen und aus den Tagebucheinträgen des jungen Wilbur wiedergeben. Dadurch wird der Schrecken noch greifbarer, denn vieles bleibt ungeklärt.
Natürlich ist die Geschichte im Rahmen der Hörspielreihe „Gruselkabinett“ von Titania Medien wieder hervorragend durch Marc Gruppe und Stephan Bosenius inszeniert worden. Die Atmosphäre stimmt, die Soundeffekte tragen ihren Teil dazu bei und ganz wichtig sind bei einem Hörspiel natürlich auch die Sprecher. Diese wurden für diese Geschichte passend ausgewählt und präsentieren sich in ihren jeweiligen Rollen auch mehr als gekonnt.
So hört man in dieser Episode die Stimmen von Thomas Balou Martin als Dr. Armitage, Bert Stevens als Prof. Rice, Peter Lontzek als Dr. Morgan, Axel Lutter als der alte Whateley, Marie Bierstedt als Lavinia Whateley, Julian Tennstedt als Wilbur Whateley, Alexandra Lange als Mamie Bishop, Regina Lemnitz als Mrs. Osborne, Philine Peters-Arnolds als Mrs. Corey, Kristine Walther als Sally Sawyer, Sigrid Burkholder als Selina Frye, Christoph Jablonka als Earl Swyer, Claus Thull-Emden als Zeb Whatley, Sascha von Zambelly als Sam Hutchins, Lutz Reichert als Zecharia Whateley, Uschi Hugo als Sarah Dale, Bodo Primus als Reverend Hoadley, Bene Gutjan als Dr. Houghton, Marc Gruppe als Luther Brown sowie Marlene Bosenius als Säugling.
Die Lovecraft-Geschichten sind mit den Erzählungen von Edgar Allen Poe und M.R. James meine absoluten Favoriten des „Gruselkabinetts“. Auch bei dieser Umsetzung bin ich nicht enttäuscht worden. Den Machern von Titania ist es wieder einmal gelungen, ein unheimliches und auch streckenweise verstörendes Hörspiel zu produzieren, ohne dabei in Geschmacklosigkeit abzudriften. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber noch die drei „Tratschweiber“ in Mrs. Osbornes Laden, die den Schrecken ein wenig angenehmer und stellenweise auch lustig erscheinen lassen.
Fazit:
Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie es den Machern bei Titania gelingt, die Atmosphäre einer Geschichte einzufangen. „Das Grauen von Dunwich“ ist wieder ein passendes Beispiel, da einen hier die ganze Zeit ein Gefühl des Unbehaglichen und Schreckens begleitet. Für Lovecraft-Fans eine echte Empfehlung.

H. P. Lovecraft, Titania Medien
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