The Strength of the Few (Hierarchy, Buch II)

  • Adrian & Wimmelbuchverlag
  • Erschienen: Dezember 2025
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The Strength of the Few (Hierarchy, Buch II)
The Strength of the Few (Hierarchy, Buch II)
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Sebastian Fischer
85°1001

Phantastik-Couch Rezension vonAug 2026

Res. Obiteum. Luceum. Aller guten Dinge sind drei.

„The Strength of the Few“ setzt nahtlos an die Geschehnisse seines Vorgängers an und wer sich wie ich mit Begeisterung an den ersten Band entsinnt, braucht nicht lange, um sich erneut in die toll skizzierte Welt des australischen Autors fallen zu lassen.

Da es hier um die Buchbesprechung eines Folgebandes geht, komme ich bezüglich der inhaltlichen Einordnung nicht um ein paar Spoiler, die den ersten Band betreffen, herum. Ich bin jedoch sicher, dieser Umstand wird niemandem das Lesevergnügen versalzen, der sich bislang noch nicht in die Gefilde der Catenischen Republik begeben hat.

Was bisher geschah und was passieren wird

Vis absolvierte sein Studium auf der Universitätsinsel Solivagus. Entsendet von seinem Adoptivvater, einem Senatsmitglied des Militärs, (Caten ist politisch in drei Flügel aufgeteilt: Religion, Verwaltung und Militär) soll Vis den Bruder seines Ziehvaters finden, der unter mysteriösen Umständen auf Solivagus verschwunden ist. Der Leiter der Akademie (der Princeps) scheint mit dem Verschwinden des Bruders in Verbindung zu stehen.

Gleichzeitig wird Vis von der Rebellengruppe „Angius“ wegen seiner geheimen Herkunft erpresst. Er ist nämlich der Prinz eines verfeindeten, aber mittlerweile durch Caten eroberten Inselstaates. Die Angius, die sich die völlige Vernichtung der Catenischen Republik auf die Fahne geschrieben haben, wollen Vis für ihre Machenschaften einspannen.

Trotz dieser widrigen Umstände und seiner Ablehnung gegenüber der Republik gelingt es Vis, an der Akademie Freundschaften zu schließen.

Bei seinen geheimen Streifzügen über das Gelände der Akademie entdeckt Vis alte Ruinen mit fremdartigen Schriftzügen und, was noch viel spektakulärer ist, Unmengen an Leichen, die mit schwarzen Obsidianklingen durchstoßen sind. Schnell wird klar, dass diese Ruinen mit dem Verschwinden der gesuchten Person im Zusammenhang stehen.

Bei weiteren Expeditionen entdeckt unser Protagonist eine Art Labyrinth, welches ein weiteres Vordringen in den Ruinenkomplex verhindert. Vis zählt eins und eins zusammen und erkennt den Zusammenhang zwischen den Übungen des Studiums, bei denen die jungen Erwachsenen genau solche Labyrinthe durchlaufen sollen. Mit Hilfe von mit Willen aufgeladenen Handschuhen, die es ermöglichen, die Wände der Labyrinthe zu verschieben oder im Erdboden verschwinden zu lassen, wird die Schülerschaft gedrillt, diese Art von Hindernisparcours zu bestehen. Erschwert wird das Ganze durch ein gegnerisches Team, das die Durchlaufenden jagt.

Der Princeps der Schule scheint also eine Art Selektierung durchzuführen, um die besten Schüler auf das geheimnisvolle Labyrinth der Ruinen vorzubereiten. Für Vis wird es immer schwerer, Freund von Feind zu unterscheiden.

Im Rahmen der Abschlussprüfung, in der die Studenten der höchsten Klasse, in die Vis sich mit Schweiß und Tränen hochgearbeitet hat, in Teams der Wildnis überlassen werden, um die ein oder andere gefährliche Prüfung zu überstehen, kommt es zum Zusammentreffen mit den Anguis. Viele Studenten sterben und obwohl sich die Schlinge des Leidens, die Vis überall hin zu folgen scheint, immer weiter zuzieht, nutzt unser Protagonist das bestehende Chaos und schleppt sich unentdeckt zum Labyrinth der Ruinen, um es erfolgreich zu absolvieren. Das Labyrinth und seine versteckten Tücken spuckt unseren Helden schlussendlich verletzt und verzweifelt aus. Mit letzten Kräften kämpft er sich weiter, um endlich herauszufinden, was es mit dem rätselhaften Ruinenkomplex auf sich hat.

Das Geheimnis kann er vorerst jedoch nicht lösen, denn an seinem Ziel angekommen bricht Vis unter der Last der Herausforderungen zusammen. Erst später gelingt es ihm, sich zurück zur Akademie zu begeben.

Mit diesen Ereignissen endet der erste Band und legt den Grundstein für eine spannende Fortsetzung.

Ohne es zu merken, hat am Ende des ersten Romans ein geheimnisvolles Portal zwei Kopien von Vis erschaffen und diese in andere Welten entsendet. Denn neben Res, der bereits bekannten Welt und Heimat der Catenischen Republik, scheinen noch die Welten Obiteum und Luceum zu existieren. Die verschiedenen Versionen von Vis wissen nichts voneinander, haben aber denselben Kenntnisstand. Wir haben nun also einen Vis in Res, der sich schwer verletzt zurück zur Akademie geschleppt hat, einen Vis in Obiteum und einen Vis in Luceum.

So spaltet sich in Band II der Erzählstrang in drei Perspektiven auf, wobei der Protagonist der gleiche bleibt.

In Res bringt der Angriff der Anguis auf die Studenten der Catenischen Republik einige große Steine ins Rollen. Es wird bekannt, dass das Militär mit den Anguis zusammengearbeitet hat. Diese Enthüllung versetzt die Republik an den Rand eines Bürgerkriegs.

Außerdem betritt eine neue geheimnisvolle Figur das Rampenlicht (zugegeben, die Person hatte bereits im Finale des Vorgängers einen Kurzauftritt) und nimmt Vis unter seine Fittiche. Vis hat in Bezug auf diese neue Partnerschaft kaum eine Wahl, denn auch dieser Neuling kennt Vis Geheimnisse.

Vis und sein engster Kreis an neugewonnenen Freunden erfahren, dass die Bevölkerung von Res in großer Gefahr schwebt. Es scheint einen Feind zu geben, die sogenannte Kongruenz. Dessen Anführer Ka scheint in einem jahrhundertelang andauernden Kreislauf die Menschheit auszulöschen, sodass sich die Zivilisationen von neuem entwickeln müssen. All diese Enthüllungen stehen direkt im Zusammenhang mit den mysteriösen Ruinen auf Solivagus.

Der Synchronismus unserer Protagonisten, also auf allen drei Welten gleichzeitig zu existieren, scheint ihn dazu zu befähigen, die Kongruenz aufzuhalten. Mit diesem zusätzlichen Laster schlägt sich unser Held durch einen Sumpf aus Intrigen und Scharmützeln, um den bereits erwähnten Bürgerkrieg zu verhindern.

In Obiteum stößt Vis unerwartet auf einen Verbündeten, der ihm ebenfalls von der Kongruenz berichtet. Es scheint so, als existiere Ka, ähnlich wie Vis, ebenfalls auf jeder dieser Welten. Die Grundvoraussetzungen dieser Orte sind grundverschieden. In Obiteum, einem Wüstenplaneten, wird Ka als Gott angebetet. Die Menschen sind dabei gesellschaftlich zweigeteilt, in die Lebenden und Toten. Durch willensbasierte Artefakte ist es möglich, Menschen nach dem Tod weiterleben zu lassen und zu kontrollieren. Diese sogenannten Iunctii leben, um zu dienen – ähnlich wie die Gemeinbevölkerung von Res, die einen Teil ihres Willens an die übergeordneten Gesellschaftsschichten abtritt.

Vis lernt schnell, dass auf Obiteum (Gleiches gilt für Luceum) die Grundzüge der Willensanwendung anders gelagert sind als in seiner Heimat. Hier scheinen unmögliche Dinge möglich. Zusammen mit seinem neuen Verbündeten versucht Vis, Ka auf Obiteum zu bekämpfen.

In Luceum gelingt es Vis vorerst, sich erstmals in seinem Leben der politischen Verfolgung zu entziehen. Doch auch hier gerät er mit der Zeit in die Fänge eines Krieges verschiedener Fürstentümer.

Ihr merkt, liebe Leser, unser Held hat es nicht leicht. Jetzt muss er sich nicht nur in einer Welt seinen Problemen stellen, sondern gleich in zwei weiteren. Zum Glück steht ihm dabei tatkräftige Unterstützung durch sich selbst zur Verfügung.

Stärken und Schwächen Hand in Hand

Auch dieses Buch zieht uns mit seinen Ränkespielen und interessanten Figuren schnell in seinen Bann. Diesmal bekommen wir unsere Dosis der Spannung in dreifacher Ausfertigung. Drei Schauplätze, drei Vis und drei verschiedene Plots. Da Vis als Protagonist zu überzeugen weiß, fällt es nicht schwer, ihm nun in dreifacher Ausführung zu folgen.

Mit dieser Entwicklung des Romans gehen jedoch auch gewisse Probleme einher. Die gesellschaftlichen Strukturen und Abläufe in Res sind dank Band 1 mit viel Leben gefüllt. In der Catenischen Republik summt und brummt es nur so vor sich hin. Weltenbau par excellence. Nun hat sich Herr Islington der Mammutaufgabe gewidmet, im Schnelldurchlauf den anderen beiden Welten ebenfalls Leben einzuhauchen. Im Vergleich zu vielen Werken des Romantasy-Genres gelingt Islington dieses Vorhaben grandios. Luceum und Obiteum wirken im Gegensatz zu Romanen wie „Alchemised“ so detailliert wie Tolkiens Herr der Ringe.

Im Vergleich zu Res und der Republik hinken die beiden anderen Welten jedoch etwas hinterher. Hier wirkt der Weltenbau blasser und bei weitem nicht so umfangreich wie bei ihrem großen Bruder. Dementsprechend ist es schade, dass durch das Aufsplitten der Geschehnisse weniger Leseanteile auf unseren Vis in Caten entfallen, als noch im direkten Vorgänger. Denn diese Parts sind eindeutig das Herzstück dieser Romane. Gleichwohl bieten die neuen Erzählstränge genug Abwechslung, um uns Lesende mit gelungener Unterhaltung bei der Stange zu halten. Spätestens als sich die Ereignisse im letzten Drittel des Buches anfangen zu überschlagen, verfolgt man mit Hochspannung die verschiedenen Schauplätze.

Um bei den politischen Machenschaften und den Geheimnissen rund um die Kongruenz den Überblick zu behalten, ist der Leser durchaus gefordert. Dieser Roman verlangt ein gewisses Level an Konzentration, um sein volles Potenzial zu entfalten. Vollkommen angemessen aus meiner Sicht, schließlich darf Unterhaltung durchaus eine komplexe Note mit sich bringen.

Die größte Stärke dieses Romans offenbart sich, ähnlich wie im Vorgänger, im Zusammenspiel der Hauptfiguren. Vis’ Zuneigung zu seinen Freunden ist herzerwärmend. Dagegen ist das Lügengeflecht, das unsere Hauptfigur umgibt und eine Art unsichtbare und undurchdringliche Distanz zu seinen Freunden erschafft, herzzerreißend. Diese Konstellation sorgt für eine anhaltende emotionale Bindung zur Hauptfigur.

Mit Spannung verfolgen wir, wie Vis versucht, seine Freunde zu beschützen und gleichzeitig seine eigenen Ziele vorantreibt. Als dann gegen Ende des Romans die Geißel des Schicksals erneut mit voller Wucht zuschlägt, ist es nicht nur Vis, der mit Wut und Tränen zu kämpfen hat.

Außerdem wird endlich das Wirken von Willen mehr in den Fokus gerückt. Hier hat der Autor ein einzigartiges Magiesystem erschaffen, das die Leserschaft mit immer neuen Wundern bei Laune hält.

Fazit:

„The Strength of the Few“ ist eine gelungene Fortsetzung, die zwar nicht die gleiche Wucht wie sein Vorgänger entfaltet, gleichwohl auf ähnlich hohem Niveau performt.

The Strength of the Few (Hierarchy, Buch II)

James Islington, Adrian & Wimmelbuchverlag

The Strength of the Few (Hierarchy, Buch II)

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