Red City (Stadt der Alchemisten 1)

  • Piper
  • Erschienen: September 2026
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Red City (Stadt der Alchemisten 1)
Red City (Stadt der Alchemisten 1)
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Phantastik-Couch Rezension vonOkt 2026

Angel City: Stadt der Alchemisten und Drogen

In einem der ärmsten Stadtteile der Metropole Angel City wächst Sam bei ihrer Mutter auf. Sie haben nicht viel Geld, doch Sam mangelt es eigentlich an nichts. Sie kennt es nicht anders. Nach der Schule darf sie sogar ab und zu in dem Restaurant, in dem ihre Mutter arbeitet, Hausaufgaben machen und bekommt dort manchmal sogar etwas von dem leckeren Essen. Dies alles ändert sich aber ganz plötzlich, als zwei Männer in das Restaurant kommen, die einen goldenen Fuchs am Revers tragen und sich über Alchemie unterhalten. Während Sams Mutter große Angst verspürt und ihre Tochter vor dieser Welt der Magie beschützen möchte, ist Sam davon wie verzaubert.

Gleichzeitig wir der junge Ari in Indien vor dem Hungertod gerettet. Durch Zufall entdeckt der Reisende Rudra Mahajan die verborgenen Fähigkeiten des Jungen. Schnell ist ein Handel mit den Eltern geschlossen und schon kurz darauf ist Ari in Angel City angekommen. Dort wohnt er in einem riesigen Haus, welches ihm wie ein Palast vorkommt. Morgens besucht er die gleiche Schule, die auch Sam besucht, und freundet sich mit ihr an. Während Sam eher unscheinbar ist und sich sehr gut verstecken kann, ist Ari genau das Gegenteil und steht durch sein Aussehen immer ungewollt im Mittelpunkt. Nach der Schule hat Ari aber noch einen anderen Lehrplan. Da besucht er eine besondere Klasse, in welcher er in die Geheimnisse der Alchemie eingeweiht wird.

Alchemisten und der Stein der Weisen

Während Sam ihre Suche auf den Wunsch ihrer Mutter zuerst einmal aufgibt, wird Ari immer besser in der Kunst der Alchemie. Alles ändert sich, als im Restaurant in dem Sams Mutter arbeitet, ein Feuer ausbricht. Das Restaurant brennt ab und Sams Mutter wird schwer verletzt. Sie findet daraufhin auch keine feste neue Arbeit mehr und muss mit gelegentlichen Putzarbeiten für die Nachbarn nun das Geld verdienen. Als es wieder einmal sehr eng aussieht und ihre Mutter am Verzweifeln ist, beschließt Sam, die reiche Philanthropin Diamond Taylor aufsuchen und ihr von ihrem Elend berichten. In ihrem jugendlichen Leichtsinn glaubt sie, dass Taylor ihre Mutter und sie aus dem Elend retten könnte.

Natürlich kommt alles ganz anders. Diamond Taylor ist nicht die große Wohltäterin, sondern verfolgt schon seit Jahren ihre eigenen Ziele. Als Anführerin der Alchemistengruppierung „Grand Central“ ist sie mit dafür verantwortlich, dass der „Sand“ durch Angel City fließt. So wird der zu Pulver gemahlene „Stein der Weisen“ genannt, der den Alchemisten außergewöhnliche Fähigkeiten bietet und daher zu einer der heißbegehrtesten Drogen überhaupt wurde. Zusammen mit ihrem Sohn Will nimmt Diamond Sam in ihrer Organisation auf und zeigt ihr, was man mit Geld, Macht und alchemistischem Können alles erreichen kann.

Ari hingegen ist bei der Konkurrenz von „Grand Central“ gelandet und muss sich dort den Torturen der Prüfung zum Alchemisten stellen. Auch wenn er mehrfach versucht ist, Sam in der Schule von seinem Können zu berichten, bleibt er seiner Gilde treu und schweigt. Daher steht die Freundschaft der beiden auch unter keinem guten Stern. Sam muss immer wieder Aufträge für „Grand Central“ erfüllen und Ari beginnt in seiner eigenen Organisation die Leiter nach oben zu klettern. So verlieren sie sich nach dem Schulabschluss komplett aus den Augen…bis zu einer schicksalshaften Begegnung, die einen Bandenkrieg auslösen soll…

Ein Stück eigener Biographie, gepaart mit Urban Fantasy und Dark Academia

Mit „Red City“ veröffentlicht der Piper Verlag nun den ersten Roman der Autorin Marie Lu, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Mit ihrer Mischung von Urban Fantasy und Dark Academia, gepaart mit ein wenig Romantik und Erotik, trifft sie genau den Puls der Zeit.

Auf knapp 590 Seiten schildert sie die Lebensgeschichte zweier zugewanderter Kinder in „Angel City“ – sprich Los Angeles. Diese müssen in dieser fiktiven Stadt genau mit den gleichen Problemen kämpfen, wie Kinder und Erwachsene in unserer Realität – Anfeindungen, Ausgrenzung, Chancenungleichheit und Armut. Im Gegensatz zu vielen anderen Kindern, gelingt es aber den beiden Protagonisten aus der Geschichte von Frau Lu einen Weg aus ihrem eigentlichen Leben zu finden. Während Aris Familie ihrem Sohn ein neues Leben ermöglicht, indem sie ihren Sohn einem völlig Fremden für die Aussicht auf ein besseres Leben für sich selbst überlässt, findet Sam ihren eigenen schmerzhaften Weg, um ein besseres Leben für sich und ihre Mutter zu bekommen.

Dabei läuft natürlich nicht immer alles glatt für die beiden Protagonisten und vor allem Sam muss lernen, dass es nach einer überschrittenen Grenze immer weitere und schlimmere Grenzen gibt, die sie überschreiten muss. Während Ari vor allem durch seine Ausstrahlung und Wortwahl auffällt, ist es bei Sam die Unscheinbarkeit, die durch den „Sand“ so weit verstärkt wird, dass man sie weder sieht, noch an sie erinnern kann, falls es dann doch einmal so war. So werden diese beiden jungen und formbaren Personen zu weiteren Bauern auf dem großen Schachbrett der Syndikate.

An und für sich ist „Angel City“ ein guter Urban-Fantasy-Band mit Einflüssen von Dark Academia, vor allem zu Beginn der Geschichte. Ab der Hälfte verändert sich die Atmosphäre der Geschichte und die erwachsenen Hauptfiguren befinden sich auf unterschiedlichen Seiten in einem Krieg der Kartelle. Die Idee dahinter hat mich schon ab der ersten Seite fasziniert und eigentlich war es auch ein guter Roman. Leider haben bei mir die zwei völlig ausufernden Beschreibungen sexueller Handlungen den Lesefluss deutlich gestört. Diese haben nicht wirklich was zur Geschichtenerzählung beigetragen und hätten auch deutlich kürzer ausfallen können.

Für ihren ersten Roman, der an erwachsene Leser gerichtet ist, ist „Red City“ eine gute Erzählung. Die Erzählweise ist durch die verschiedenen Protagonisten sehr abwechslungsreich und man erfährt durch die Perspektive des Ich-Erzählers viel über die jeweilige Figur. Leider ist die Handlung ein wenig vorhersehbar, auch wenn der Weg bis zum Finale für die beiden Hauptfiguren sehr steinig ist.

Fazit:

Für Freunde von Dark Academia, gepaart mit Urban Fantasy und Romantik, ist „Red City“ der perfekte Band. Leider ist die Handlung manchmal etwas zu einfach gestrickt und dadurch sehr vorhersehbar. Ansonsten ein vielversprechender Start einer Autorin, die den Zwängen der „Young Adult“-Romanen entkommen möchte.

Red City (Stadt der Alchemisten 1)

Marie Lu, Piper

Red City (Stadt der Alchemisten 1)

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