Rückkehr der Wölfin

Erschienen: Januar 2004

Couch-Wertung:

82°
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Michael Sterzik
Alles keine Zauberei?

Buch-Rezension von Michael Sterzik Nov 2006

Im zweiten Teil von Kelley Armstrongs Werwolf-Saga aus ihrer Reihe magischer Thriller lässt die Autorin wieder einmal Elena Michaels die Zähne fletschen.

Nach den Ereignissen in "Nacht der Wölfin" ist Elena Michaels mit sich ins Reine gekommen. Sie weiß nun, dass sie ihr "alter Ego" als Werwolf nicht einfach ignorieren oder ausschalten kann und fühlt sich an der Seite ihres neuen, alten Partners Clayton recht sicher. Auch Jeremy Danvers, der Alphawolf des Rudels, ist erleichtert, Elena wieder in ihrer Mitte zu wissen. Als einziger weiblicher Werwolf ist Elena eben eine Kuriosität.

Als Elena wegen einer mysteriösen Nachricht nach Pittsburgh geschickt wird, lernt sie dort die Hexen Paige und Ruth Winterbourne kennen. Beide Frauen konfrontieren sie mit einer Bedrohung, die offensichtlich nicht zu unterschätzen ist. Eine Gruppe von Wissenschaftlern entführt ihresgleichen und andere magische Personen, um deren Fähigkeiten zu erforschen und für sich nutzbar zu machen.

Als Elena mit einer List gekidnappt wird, teilt sie ihre Gefangenschaft mit Hexen und Dämonen. Ein Ausbruch aus dem hermetischen Sicherheitstrakt scheint aussichtslos zu sein. Die Wächter und die Wissenschaftler vertrauen auf ihre Vorsichtsmaßnahmen, doch haben sie nicht den Hauch einer Ahnung, welche Kräfte ihre Gefangenen entfesseln können. Und auch das Temperament von Clayton, Elenas Verlobten, kann manchmal, wenn er so richtig wütend wird, überkochen.

Noch mehr magische Wesen

Kelley Armstrong lässt ihre Werwölfin nun auch zum zweiten Mal von der Leine und vorab sei zu sagen, dass die "Rückkehr der Wölfin" abwechslungsreicher und spannender als der erste Teil ist. In "Nacht der Wölfin" konnte der Leser die Einführung von Elena Michaels und Clayton Danvers verfolgen. Nun taucht neben den beiden Bekannten auch wieder Jeremy Danvers auf, der diesmal aber nur eine Nebenrolle beansprucht. Wichtig ist es zu wissen, dass dieser Roman die Grundlage für die nächsten Romane aus der Reihe ist.

Interessant und abwechslungsreich ist, dass sich viele Schattenwesen auf der Bühne dem Publikum präsentieren. Ein Stück Aufklärung, nicht nur für Elena, denn es gibt in Armstrongs "Women of the Otherworld"-Welt nicht nur Werwölfe. Mythen und Legenden. Dass es Vampire, Dämonen und Hexen geben soll, war also nicht nur Schall und Rauch. Jeremy, der Alphawolf ahnte durch die Überlieferungen seiner Vorgänger, dass diese Gerüchte einen wahren Kern haben mussten.

Paige Winterbourne ist als Hexe etwas unerfahren und ein anstrengender Charakter. Interessant ist es allerdings zu beobachten, wie sie im späteren Verlauf der Geschichte eine Art Zweckgemeinschaft mit Elena eingeht und sich beide zusammenraufen müssen. Kelley Armstrong gelingt es schnell, einen interessanten Spannungsbogen aufzubauen. In der Gefangenschaft erscheint die kritische Lage, in der sich Elena und die anderen magischen Wesen befinden, zunächst aussichtslos, aber gerade dieser Part wird spannend und manchmal auch mit überraschenden Wendungen erzählt.

Sympathisch wirken die Protagonisten nicht immer. Werwölfe agieren sehr egoistisch und haben auch keine Hemmungen über Leichen zu gehen. Hexen sind naiv und anstrengend und Dämonen listig und durchtrieben. Magier sind wiederum süchtig nach Anerkennung, Macht und Reichtum und die Schamanen ziemlich introvertierte Charaktere. Kelley Armstrong gelingt eine geschickte und gründliche Konzeption ihrer Charaktere. Sie bilden den Grundstein ihrer Geschichten.

Erzählt wird der Roman ausschließlich aus Elenas Perspektive. In der Einleitung begegnet ihr die Hexe Paige Winterbourne, im Hauptteil erzählt sie aus ihrer Zeit der Gefangenschaft und den Schluss bildet ihre Rache und das Beseitigen etwaiger Zeugen, gemäß den Regeln des Rudels und den Anweisungen Jeremys. Für Actioninhalte ist gesorgt, so dass es phasenweise auch recht blutig und brutal zugeht. Auch Elena ist gewiss kein Kind von Traurigkeit und wie alle Werwölfe praktisch denkend und handelnd veranlagt.

Insgesamt konnte sich Kelley Armstrong in "Rückkehr der Wölfin"gegenüber dem Vorgänger "Nacht der Wölfin" noch steigern. Die Handlung ist baukastenförmig aufgebaut, so dass der Leser förmlich dazu angehalten wird, erfahren zu wollen wie es mit den Werwölfen, Hexen und Co. weitergehen wird. "Rückkehr der Wölfin" ist ein spannender und abwechslungsreicher Roman, der den Leser überzeugt. Nicht nur Frauen, die nach magischen Thrillern Ausschau halten, werden bei dieser Geschichte ihre Freude haben. Der Stil von Kelley Armstrong ist abwechslungsreich und hintergründig, auch von Humor und Sarkasmus geprägt, was zusätzliche Pluspunkte einbringt. Alles ist nur eine Frage der Magie, dennoch ist nicht alles immer zauberhaft, aber zumindest stets spannend.

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