Die Pferdelords und die Barbaren des Dünenlandes

Erschienen: Januar 2007

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Frank A. Dudley
Wüstensand und Intrigen

Buch-Rezension von Frank A. Dudley Nov 2006

Mit ";Die Pferdelords und die Barbaren des Dünenlands"; legt Michael H. Schenk den nunmehr dritten Band seiner Reitervolk-Romane vor. Auch in diesem sind die Mittelerde-Bezüge nicht zu leugnen, doch Schenks stolze Reiter haben ihre Brüder aus Rohan und deren Schwadronen nun hinter sich gelassen.

Gleich auf den ersten Seiten prallen die Pferdelords mit den Barbaren aus dem wüsten Dünenland zusammen: Sie verlieren nicht nur die Schlacht, sondern auch ihre Heimat. Die letzte Wacht der Pferdelords an der Grenze zur Wüste ist eine gespenstische, denn die Dünenbarbaren ehren ihre Feinde, indem sie ihre toten Körper und die Kadaver der Pferde mit Stangen stützen, sodass sie als getrocknete Gerippe auf ewig stolz wachen können.

Auf diese Knochenreiter trifft ein Beritt von Pferdelords, die in einer Art Special-Forces-Einsatz tief in die Barbarenwüste eindringen sollen. Ihre geheime Aufgabe: Das verschollene Banner der ersten Pferdelords in der alten Hauptstadt suchen, finden und es an den Hof des jungen Königs Reyodem bringen. Denn der hat ein Legitimitätsproblem und das alte Banner soll die Pferdefürsten wieder vereinen. Der Einsatz des Kommandotrupps bleibt zwar im fernen Pferdelord-Land unbemerkt, er entgeht aber keineswegs den ebenso wachsamen wie streitbaren Wüstenbewohnern und es kommt zu einer für beide Seiten verlustreichen Auseinandersetzung. Doch ein gemeinsamer Feind bringt die ursprünglich klaren Fronten durcheinander, Barbaren und Reiter müssen ihre Haltungen überdenken, wenn sie das Blatt zu ihren Gunsten wenden wollen.

Unterdessen treffen am Hofe des Königs der Pferdelords die Fürsten der Marken ein, scheinbar, um den Kampfspielen ihrer versammelten Beritte beizuwohnen. Doch tatsächlich sind sie gekommen, um über die Position Reyodems als König zu diskutieren. Auslöser für die Abstimmung war Bulldemut, der Fürst der Ostmark. Er will nicht anerkennen, dass der Regent den Thron auf legitime Weise erhalten hat, als sein Onkel Garodem, Fürst der Hochmark, darauf verzichtet hatte. Während man sich tagsüber also die Köpfe heißredet und in den Straßen der Hauptstadt die Vorbereitungen für die Kampfspiele laufen, schleicht ein unheimlicher Attentäter durch das Königsschloss und trachtet den Ratsteilnehmern nach dem Leben.

Appetit auf mehr

Die Pferdelords schlagen eine härtere Gangart ein. Sie schicken ihrer Reiter auf Geheimkommandos hinter die feindlichen Linien und schlagen Palastaufstände gnadenlos nieder. Doch aus dem Trab der beiden ersten Romane ist nicht nur ein Galopp geworden. Mit dem neuen Wüstenschauplatz hat Michael H. Schenk seinen Geschichten auch eine individuelle Facette hinzugefügt, die keinen Tolkien-Beigeschmack hat.

Das Setting, die Wüstenbewohner und der Einsatz der Reiter erinnern vielmehr an klassische Western. Schenk bringt hier seine Erfahrungen aus dem Battle Reenactment ein, durchaus zum Vorteil der Geschichte. Was daran gefällt, ist jedoch nicht nur die abwechslungsreiche und spannungsreiche Handlung, sondern auch die Tatsache, dass sich die vermeintlichen Barbaren (Indianer) und die Pferdelords (Kavallerie) durchaus auf Augenhöhe befinden. Und mittendrin merken beide Parteien sogar, dass sie aufeinander angewiesen sind. Fantasy-Fans dürfen also darauf gespannt sein, wenn in den nächsten Bänden erst die Elfen und dann Korsaren weitere Hauptrollen übernehmen. Der ";Barbaren";-Band macht jedenfalls großen Appetit auf die kommenden Abenteuer der Pferdelords.

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