Ugly - Verlier nicht dein Gesicht

Erschienen: Januar 2007

Couch-Wertung:

77°
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Frank A. Dudley
Juveniles Dystopia

Buch-Rezension von Frank A. Dudley Jan 2007

Scott Westerfeld ist der amerikanische Kay Meyer: Genau wie der deutsche Autor schreibt Westerfeld mit sicherer Hand phantastische Romane für Jugendliche und auch Erwachsene. Dabei liefert er großartige Weltraumopern wie ";Weltensturm” und schafft es auch, Heranwachsende mit seinen futuristischen Young-Adult-Romanen zu begeistern.

In ";Ugly - Verlier nicht dein Gesicht”, dem ersten Teil einer Tetralogie, fängt Westerfeld zielsicher die Unsicherheit von Jugendlichen ein und bildet sie vor einem dystopischen SF-Hintergrund ab. In dieser Realität, die unweigerlich Erinnerungen an Huxleys ";Schöne neue Welt” wachruft, bleiben Kinder bis zum Einsetzen der Pubertät bei ihren Eltern, danach übernimmt der Staat die Erziehung der sogenannten ";Uglies”. Der sechzehnte Geburtstag wird dabei für alle zur Zäsur, denn dann erhalten die ";Uglies” eine Schönheitsoperation, die sie zu kosmetisch perfekten ";Pretties” werden lässt. Ein weiterer scheinbarer Vorteil: Die Katalogschönheiten dürfen nach New Pretty Town umziehen und dort ein sorgloses Paris-Hilton-Leben mit endlosen Parties führen.

Tally Youngblood steht kurz vor ihrer heiß ersehnten Operation, als sie Shay trifft. Mit ihr spielt sie den Pretties nicht nur wilde Streiche, sie erkunden auch gemeinsam mit ihren Hubbrettern die weitere Gegend, was ebenfalls nicht verhaltenskonform ist. Shay offenbart Tally, dass sie keine Operation will, sondern zu den Smokies abhauen will. Das sind Systemaussteiger, die weit draußen in der Wildnis leben, verborgen vor den staatlichen Häschern, der Kontrolle und Gleichmacherei. Tallys Leben ändert sich dramatisch, als sie langsam begreift, dass es im Leben um mehr geht als bloßes Hübschsein, und dass echte Schönheit wirklich unter die Haut geht.

Spannung mit Tiefgang

Wer will, kann ";Ugly” als spannendes SF-Abenteuer lesen, denn die Geschichte ist ebenso rasant geschrieben, wie ein Flug auf dem Hubbrett. Auch was hinter der nächsten Kurve auf einen wartet, ist nicht immer gewiss, was aus dem 400-Seiten-Buch einen echten Pageturner macht.

Aber Westerfeld wäre kein ganz so erfolgreicher Autor, wenn er es dabei beließe, seine Leser auschließlich mit Action zu bedienen. Sie dient ihm als Vehikel, um eine Parabel über das Heranwachsen in einer Welt zu erzählen, die körperliche Schönheit zum Ideal erhebt. Ein Ideal, das auch in unserer Welt propagiert wird und für Heranwachsende zum Problem werden kann, wenn sie unsicher in Bezug auf ihren eigenen Körper sind.

Westerfeld begleitet Tally durch einen Reifeprozess, bei dem sie lernt, sich selbst zu akzeptieren und auch erkennt, dass Individualität, Unabhängigheit und freier Wille wichtiger sind als stromlinienförmige Schönheit. ";Ugly” ist ein Buch, das auch längst der Pubertät entrückten Lesern noch einmal vor Augen führt, wie aus Ablehnung Akzeptanz entstehen kann.

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