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Manche Geschöpfe erscheinen weniger vollkommen als andere, aber Vorsicht! Es wäre möglich, dass sie der Beginn einer ganz neuen Vollkommenheit sind ... Ein Klassiker der Weltliteratur.Ein Idiot ist schwer zu verstehen. Wer es versucht, wird enttäuscht: Da ist nichts. Nichts bis auf einen diffusen Instinkt, der leben will. Doch eines Tages gerät der Idiot in einen umzäunten Garten. Dort kämpft ein bitterer alter Mann gegen das Böse im Weib - drillt seine zwei Töchter mit Disziplin, Folter und Abschottung von der Welt. Als der Alte den Idiot bei seiner Tochter findet, tötet er das Mädchen und beinahe auch den Jungen. Ein Farmer findet den Halbtoten und pflegt ihn gesund. Ein Idiot, der nun im Wald lebt wie ein Tier. Dazu: ein nicht sehr nettes kleines Mädchen mit seltsamen Fähigkeiten. Und zwei noch kleinere: sprachgestörte Zwillinge mit der extrem unpopulären Neigung, sämtliche Kleider abzustreifen. Schließlich noch ein Säugling mit Down-Syndrom... Keines dieser Geschöpfe ist in der menschlichen Gesellschaft geborgen. Keines von ihnen kann sagen, warum das so ist. Und dann entdecken sie, dass sie miteinander mehr vermögen, als der begabteste Mensch zuwege bringen kann. Doch ein Element fehlt ihnen noch, um vollständig zu werden.

"Die Ersten ihrer Art" (Orig.: "More Than Human") ist ein Kronjuwel der phantastischen Literatur: ein Roman, der Staunen weckt und gebannte Schauder zu erzeugen versteht. Die philosophische Dimension öffnet sich so mühelos wie verblüffend und radikal, und die visionäre Energie dieser Dichtung könnte unendlich beklemmend sein, wüchse sie nicht so warm und hoffnungsvoll aus der Dunkelheit empor.

Die ersten ihrer Art

Die ersten ihrer Art

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19.12.2010 01:28:07
Tark

Theodore Sturgeon wurde am 26. Februar 1918 in Staten Island, New York, als Edward Hamilton Waldo geboren. Elf Jahre später adoptierte ihn der schottische Lehrer William D. Sturgeon. Auf Wunsch seiner Mutter erhielt der Sohn den Namen Theodore, weil sein ursprünglicher Name zu sehr an den gleichnamigen Vater erinnerte. Der Vater stellte hohe Leistungsansprüche an ihn, was sich in einer sadistischen Erziehung äusserte. Profitieren konnte Sturgeon aber davon, dass ihm sein Vater nahezu jeden Abend anderthalb Stunden aus der Literatur vorlas, wobei Jules Verne oder H.G. Wells dazugehörten.

Sturgeon war ein Kind mit vielerlei Begabungen, er begeisterte sich für Musik und besass eine Affinität zu technischen Geräten. Diese wurden jedoch von seinem Vater rigoros unterdrückt, der offensichtlich bereits einen Weg für ihn geplant hatte. In der Schule entwickelte sich Sturgeon zum Topathleten und träumte bisweilen von einer Karriere als Trapezartist. Sein plötzlicher Gelenkrheumatismus verhinderte dies jedoch. Nach der Highschool trat er der Handelsmarine bei, wo er von insgesamt 4000 Bewerbern zu den 28 Auserwählten zählte und physisch und psychisch in den Tests als Viertbester abschnitt. Der sadistischen Ausbildung zuwider versuchte er, den Dienst zu quittieren, jedoch vergeblich. Er wurde aufgegriffen und inhaftiert. Schließlich liess man ihn mit einfachen Seemannspapieren ziehen, und er heuert auf einem Frachtschiff an. Auf See beginnt er erste pointierte Kurzgeschichten für den Zeitungsmarkt zu schreiben.

Die ersten Geschichten Sturgeons waren Science-Fiction Kurzgeschichten für verschiedene Magazine wie \'Astounding Science Fiction\' und \'Unknown\'. Sein Science-Fiction Debüt gab er schließlich 1939 mit \'Ether Breather\'. Sturgeon verarbeitete entgegen vieler anderer Science-Fiction Autoren vorwiegend keine dystopischen oder utopischen Ideen, deren kühne Visionen Reflexionen der menschlichen Gesellschaft zum Ziel haben sollten, sondern richtet den Blick auf das Wesen des einzelnen Menschen, als Individuum mit all seinen Möglichkeiten, seinem inneren Potential und seinem Platz in dessen Realität. Bei Sturgeon sind es nicht die Weltenkonstruktionen, die ein Fundament bilden. Sondern seine oftmals mit viel Tiefenpsychologie ausgestatteten Charaktere, die er ungemein glaubwürdig und faszinierend zu zeichnen weiss. Obwohl er tiefe Blicke in die Psyche seiner Protagonisten bietet, wahrt er Distanz und eine gewisse Objektivität in der Beschreibung. Er kritisiert sie nie. Der Leser soll sich aus den vielfältigen, psychologischen Fragmenten selbst ein differenziertes Mosaik zusammensetzen und ein Urteil bilden.

Ganz allein: Ein Schwachsinniger. Ohne Draht zu seiner äusseren Identität. Instinktgetrieben und mehr Tier als Mensch, aber telekinetisch begabt. Verstossen: Zwei farbige, sprachbehinderte Zwillingsschwestern mit dem Talent des Verschwindens. Ein ruhiges, eigenwilliges Mädchen mit telekinetischen Fähigkeiten. Ungewollt: ein mongoloides Baby, das ein Gehirn wie eine Rechnungsmaschine besitzt. Irgendetwas rätselhaftes zieht diese Einzelgänger zueinander hin und sie entdecken, dass sie zusammen etwas völlig Neuartiges, nie dagewesenes in der Evolution der Menschheit darstellen, das unfassbares Potential eröffnet. Doch irgendetwas fehlt noch bis zu dieser Vollendung...

Wie in vielen von Sturgeon`s Werken zieht sich durch \'Die ersten ihrer Art\' eine zutiefst humanistische und soziale Philosophie. Sturgeon schien ein ausgeprägter Philanthrop gewesen zu sein. Der Roman wirft vielfältige sozialpsychologische und sozialphilosophische Fragen auf. Ist ein besonders begabter Mensch gleichzusetzen mit einem Durschnittsmenschen? Verdient ein besonders begabter Mensch in der Gesellschaft nicht eine besondere Stellung? Was hat die Gesellschaft zu tun, damit ein derartiger Mensch seinen Platz in der Gesellschaft finden kann? Das Werk ist äusserst nachdenklich. Handelt von menschlicher Einsamkeit und Eigenart. Verborgenem Talent und Potential im Innern, von der Suche nach Sehnsucht und Vollständigkeit. Die subtile, hintergründige Gesellschaftskritik eröffnet sich nicht durch offene oder erhobene Anklage, sondern indem der Autor es schafft, durch die menschliche und realistische Zeichnung seiner Charaktere, die auf ihre ganz besondere Weise Aussenseiter der Gesellschaft geworden sind, grosse Empathie zu erzeugen. So ist das Werk hochmoralisch, jedoch ohne moralischen Zeigefinger und der Leser wird zum Nachdenken angeregt. Der Leser erfährt von den geistigen Unzulänglichkeiten und Stärken jedes Charakters, seiner persönlichen Geschichte und seiner letztendlichen Erfüllung.

Sturgeon`s Sprache ist wahrhaft aussergewöhnlich. Poetisch, langsam, aber von einer hohen Prägnanz, wie sie im Grunde von Dichtern verwendet wird. Gar von elegischem Charakter. Detailliert beschreibt Sturgeon seine Figuren. Besonders die emotional glaubwürdig geschilderten, psychologischen Vorgänge sind hervorragend ausgearbeitet und wenn die Charaktere zu Wort kommen, hat man den bestimmten Charakter genau vor sich. Der Autor besass wohl ein in der Science-Fiction aussergewöhnliches Gespür für Sprache. Von den erzeugten Stimmungen war ich zuweilen richtiggehend überwältigt. Sturgeon erzählt gerne ruhig und gemächlich, bis einer der Charaktere ein weiteres Geheimnis offenbart und die Bombe explodiert, spätestens dann ist man emotional gefangen. Die von Birgit Will vollständig überarbeitete, teilweise neu gefasste und ergänzte Neuausgabe ist gelungen und schafft es, den elegischen Zauber der Sprache einzufangen. Wer jedoch die ganze Wucht des Werkes erfahren möchte, sollte zur amerikanischen Originalausgabe greifen.

\'Wie sehr ich nach seinen Geschichten Ausschau hielt... wie fiebrig ich sie gelesen habe, und wie hoffnungslos ich feststellen musste, dass meine nie an sie heranreichen würden.\'

Isaac Asimov


Fazit: Es ist ein geheimnisvolles, anspruchsvolles und besonderes Werk, das Theodore Sturgeon hier geschrieben hat. Man wird im ersten Lesedurchgang sicherlich nicht alles verstehen. Für Science-Fiction Leser, die soziale Geschichten mögen und offen für das Eigentümliche sind.