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Frank A. Dudley
Das Böse unterhält besser

Buch-Rezension von Frank A. Dudley Apr 2007

Das menschliche Verlangen nach Monstern ist unstillbar. Gerade in unserer durchrationalisierten Gegenwart wächst der literarische Bedarf an Ungetümen, die vielleicht erklären können, wie das Böse immer wieder in die Welt kommt. Aber auch wenn sie es nicht tun, sondern in unseren Augen einfach nur Monster sind, die sich benehmen, wie es Monster eben tun, brauchen wir sie: Damit sie uns unterhalten. Und einen besonders gruseligen Auftritt hat der Crota in Owl Goingbacks gleichnamigem Roman.

Der Crota ist wie eine Kreatur aus dem Lovecraft-Universum, er existiert seit Urzeiten. Ihm sind die Menschen egal, er will nur fressen. Doch seit eine globale Katastrophe ihn seiner Lieblingsnahrung, der Dinosaurier, beraubt hat, schläft er im Fels unter der Prärie South Dakotas eingeschlossen und wartet auf seine Befreiung, um sich mal wieder so richtig satt zu fressen.  Doch davon ahnen die Menschen, allen voran Sheriff Skip Hastings, nichts. Und selbst wenn man es ihnen erzählen würde, so wäre es für sie lediglich eine schön-schaurige Geschichte aus dem reichen Fundus der indianischen Mythologie.

Auch Buddy würde belustigt den Kopf darüber schütteln, doch im Moment hat er nur sein Date im Kopf und ärgert sich deshalb schwarz, als seine Harley Davidson mangels Treibstoff mitten auf der Landstraße absäuft. Er lässt sie im Graben liegen und marschiert notgedrungen zu Fuß weiter, bis er merkt, dass ihn etwas verfolgt, was größenmäßig ein Bär sein könnte. Buddy rennt um sein Leben, versteckt sich auf einem Friedhof - und haucht dort mit blankem Entsetzen im Blick sein Leben aus. Die später eintreffenden Polizisten sichern den Tatort und glauben, dass nur ein Bär den Jungen so zugerichtet haben kann. Sheriff Harding allerdings glaubt, eine Erscheinung zu haben, als ihm Waldrand ein riesenhaftes Viech mit halbmeterlangen Klauen an die Gurgel will. Doch es lässt von ihm ab und verschwindet im Gehölz. Natürlich kann Harding die Geschichte nicht weitererzählen, er wäre seinen Job sofort los, wenn er Monstergeschichten zur Grundlage seiner Ermittlungsarbeit zu machen.

Als die bestialischen Morde weitergehen, recherchiert Harding auch im Indianerreservat, um bei einem alten Schamanen etwas über das Ding aus dem Untergrund herauszufinden. Doch bevor er wirklich versteht, worum es geht, muss er seine eigenen indianischen Wurzeln freilegen und sich einem klassischen Initiationsritual unterziehen. Nur so kann er die schwache Stelle des Crota entdecken und ihn zur Strecke bringen.

Alte Mythen und schauerlicher Horror

Lovecraft trifft Minotaurus trifft Schamanismus: Aus diesen mythisch-unheimlichen Ingredienzen mischt der Choctaw-Cherokee Owl Goingback seinen vorwärtsdrängenden Horror. Lovecraft, weil der Crota eine Art "Großer Alter" ist, nahezu unverwundbar und dem Schicksal der Menschheit gegenüber völlig gleichgültig; Minotaurus, weil er wie das kretische Monster seine Feinde in einem unterirdischen Labyrinth nachstellt und sie zur Strecke bringt; Schamanismus, weil das Urböse nicht mit rationalen Mitteln zu besiegen ist.

Goingback startet gleich zu Beginn des Buches durch und treibt die Handlung flott voran, seine Sprache ist lebendig, klar und direkt. Der Crota ist ein wirklich fieses Ungetüm, aber zwischendurch stiehlt ihm der alte indianische Schamane, der Sheriff Harding unnachgiebig, aber augenzwinkernd auf sich selbst zurückwirft, durchaus die Schau. Die Synthese aus alten Mythen und schauerlichem Horror mag nichts neues Sein, doch Owl Goingbacks mit dem Bram Stoker Award ausgezeichneter Roman verbindet beides auf ausgesprochen unterhaltsame Weise.

Crota

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Letzte Kommentare:
19.11.2014 14:08:36
AltersEgo

Da über den Inhalt schon viel geschrieben wurde, will ich direkt zu meiner persönlichen Bewertung kommen.
Meiner Meinung nach ist diese Roman leider nicht mehr als leidlich nette und anfangs recht blutrünstige Monsterunterhaltung, deren esoterische Anwandlungen teils schon sehr stereotyp und pathetisch daher kommen. Ich möchte hier nicht die Authenzität der geschilderten Rituale oder Glaubensvorstellungen anzweifeln oder beleidigen, es geht mir nur um die Art der Erzählung.
Von mir gibt es trotz des "Bram Stoker Award" 5 von 10 möglichen Punkten.

28.11.2010 08:10:06
Frank

Mit "Crota" liegt die erste Veröffentlichung des mir bisher unbekannten Autoren nun auf deutsch vor.
Und das dann gleich in gebundener Form.
Der indianische Autor verknüpft dabei Legenden und Mythen seines Volkes zu einer spannend erzählten "Monsterstory" um den "Crota" - ein uraltes Wesen, dass durch ein Erdbeben befreit wird, und nun Jagd auf so ziemlich alles macht, was sich bewegt.
Dabei schildert Goingback die Morde durchaus drastisch, da schlingern die Gedärme und da werden Köpfe gleich reihenweise geknackt wie die Haselnüsse.
Meiner Meinung nach sehr kurzweilig erzählt, aber auch nicht der Hammer als der er hier von einigen erkannt wird.
Letztendlich eine weitere, immerhin solide erzählte Monstergeschichte - neue Ideen findet man aber nicht (trotz Indianerschnickschnack).
80%

10.07.2009 19:50:27
Alexi1000

Ein sehr guter Debütroman. Leider schon nach 231 Seiten zu Ende, hier hätte man gerne wirklich noch etwas mehr gehabt.
Andererseits kommen da natürlich keine Längen auf, die Story wird immer vorangetrieben und das einbauen Indianischer-Mythen paßt auch gut ins Bild.
Goingback versteht es eine spannende Atmosphäre aufzubauen, und der "Crota" ist wahrlich ein übler Gegenspieler.
Hat mir sehr gefallen, ich lasse aber noch etwas Luft nach oben (trotz aller Güte ist mir 98° im Durschnitt der Leserbewertung zu hoch), gute 85°.

19.04.2007 22:12:35
Sandallom Feuerstein

Bei diesem Buch wird nicht lange um den heißen Brei herum geschrieben, es geht gleich zur Sache. Was auch kein Wunder ist, da es selbst für ein Hardcover nicht gerade als ein Wälzer zu bezeichnen ist, 231 Seiten. Doch bekanntlich zählt bei einem Buch nicht die Seitenanzahl sondern der Inhalt, und dieser ist sehr gut verpackt.

Als das Wesen, das anfangs für einen Bären gehalten wurde, was für einen deren Größe fast unmöglich ist, das erste Mal zuschlägt - wird der eigentliche Kampf und das töten nicht beschrieben. Doch die härte und Brutalität des Tötens wird sehr deutlich gemacht, in Form der Beschreibung der beiden Leichen. Während die eine verkehrt auf einem Baum hing wie ein Kaninchen das wartet das Fell abgezogen zu bekommen, fehlte bei der anderen der Kopf, regelrecht vom Körper gerissen. Kein wunder das behauptet wird, dass man dieses Buch spätnachts nicht mehr lesen sollte.

Bei dieser Geschichte, aus einer uralten Legende stammend, handelt sich um ein Wesen längst vergangener Zeit. Aus einer Zeit wo wahrscheinlich noch die Dinosaurier lebten, oder gar Drachen. Es schaffte jedoch sich in einem tiefen Winterschlaf zu setzen, aber jeder Schlaf hat einmal ein Ende. Die Kreatur ist riesig, ungeheuerlich es hat leuchtende Augen, Schlangenaugen. Durch ein Erdbeben konnte es sich aus einem Tunnelsystem befreien, es zu besiegen ist absolut nicht einfach, wenn nicht sogar unmöglich. Doch es gibt Hoffnung, auch wenn nur eine sehr geringe.

Owl Goingback, ein Chactow-Cherokee (Indianer) will uns wohl das fürchten lehren. Aus uralten Überlieferungen verpackte er erfolgreich einen indianischen Mythos, der ihm zur Auszeichnung des „Bram Stoker Award“ für den besten Debütroman verhalf.