Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Erschienen: Januar 2007

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Verena Wolf
Das Ende des Kampfes Gut gegen Böse

Buch-Rezension von Verena Wolf Jul 2007

Genau vor zehn Jahren begann mit dem ersten Band das Harry-Fieber, jetzt endet nicht das Fieber, aber die Geschichte. Es ist ein düsteres Buch, Quidditch spielt keine Rolle mehr, aus den Spielen ist Ernst geworden, es geht um Leben und Tod. Ron, Harry und Hermine sind auf der Suche nach den Horcruxen, wie sie dem verstorbenen Dumbledor versprochen haben. Sie müssen diese Objekte mit Teilen der Seele Voldemorts finden und zerstören, denn nur so ist der dunkle Lord und Inbegriff des Bösen zu töten. Aber gleichzeitig erfahren sie von den drei tödlichen Reliquien, die unermässliche Macht versprechen und versuchen mehr darüber zu erfahren.

Die Suche nach Horcruxen und Relikten

Es ist ein düsteres Buch, Quidditch spielt keine Rolle mehr, es geht um Leben und Tod. Ron, Harry und Hermine sind auf der Suche nach den verbleibenden Horcruxen, wie sie dem verstorbenen Dumbledor versprochen haben. Sie müssen diese Objekte mit Teilen der Seele Voldemorts zerstören, denn nur so ist der dunkle Schlangenlord zu töten. Aber gleichzeitig erfahren sie von den drei tödlichen Reliquien, die unermässliche Macht versprechen und versuchen mehr darüber zu erfahren.

Die Frage, die immer drängender wird: ist Harry der letzte Horcrux und wenn ja, kann er überleben, wenn er einen Teil der Seele Voldemorts in sich trägt? Darum ist Harry in diesem Buch oft noch einsamer als in den anderen Bänden, denn niemand weiß die Antwort, viele nicht einmal die Fragen, die er sich stellen muss und niemand kann ihm darin wirklich zur Seite stehen. Alle seine bisherigen Ratgeber, seine Eltern, sein Patenonkel Sirius und Dumbledor sind tot und er allein muss seinen Weg gehen.

Die Freundschaft zwischen Hermine, Ron und Harry besteht weiterhin, aber droht des öfteren an der neuen Situation zu zerbrechen. Gerade weil die Drei älter sind, wissen sie nicht genau, wie sie miteinander umzugehen haben, die kindliche Unbekümmertheit ist Vergangenheit. Sehr einfühlsam werden die Konflikte, Probleme und Herausforderungen ihrer Suche beschrieben, J. K. Rowling ist dabei immer auf Augenhöhe mit ihren Charakteren.

Der Tod ist allgegenwärtig

Das Thema ";Tod"; ist J. K. Rowling wichtig, wie sie in Interviews betont und in diesem Buch nehmen alle Aspekte wie Todesangst, Todeserfahrung, Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit eine Schlüsselrolle ein. Auch in den lustigen Passagen des Buches - die gibt es durchaus - scheint dies immer durch. Der Tod ist allgegenwärtig, aber manchmal fällt es schwer das zu akzeptieren. Nicht umsonst lässt Rowling Ron wie manche hoffenden Leser bis fast zum Schluss hoffen, dass Dumbledor vielleicht doch noch - irgendwie - lebt und alles nur gespielt war. Es ist ein Buch voller Folter, Angst und Tod. Die Parallelen zu Diskriminierung, Verfolgung von Minderheiten, sogar zum Nationalsozialismus sind eindeutig. Mehr Charaktere als in jedem anderen Buch lässt Rowling sterben, durchaus auch einige, die man durch mehrere Bände kennen- und lieb gewonnen hat.

Rowling scheut sich also nicht vor großen Themen. Unerschrocken zieht sie aber neben den Karten Tod und Angst, auch Hoffnung, Freundschaft und Liebe. Sie vermischt Legenden, Internatsroman und Abenteuergeschichte, Schauerroman und klassische Fantasy-queste und bedient sich klassischer Elemente großer Dramen genauso wie englischen Humor. Aber das tat sie auch in den vorherigen Büchern und hat so eine einmalige, neue Welt geschaffen. Was sie aber mit dem letzten Band beweist, sie hat sich nicht erst jetzt Gedanken gemacht, wie sie verdammt noch mal die Geschichte beenden soll. Hier - und das ist die Kunst eines letzten Teils - fügt sie alle Puzzleteile zusammen. Erstaunt versteht man, dass es bereits in den anderen Büchern Hinweise gab, kleine Episoden, Zitate und Elemente, die zum Ende hin wie die Worte eines einzigen Zauberspruchs ihre Auflösung finden. Man lernt, warum wer was tat und tut. Rowling führt den Beweis, dass sie nicht nur vor sich hin schrieb und von Buch zu Buch improvisierte, sondern genauso so wie sie bereits zu Beginn eine eine siebenjährige Internatsgeschichte anlegte, genau wusste, was das große Bild sein würde.

Ein würdiges Ende

Genauso wie in jedem Buch die Komplexität der Geschichte stieg, wird in ";The Deathly Hallows"; klar, dass die Charaktere vielschichtig sind. Den Leser lässt Rowling immer wieder in die Vergangenheit von Dumbledor, von Harrys Eltern, Sirius und Snape tauchen. Man lernt, genauso wie Harry es lernen muss, dass sie nicht nur ";Eltern"; ";alter weiser Direktor"; oder ";Bösewicht"; und ihre Rollen dementsprechend klar sind, sondern sie alle eine persönliche Geschichte haben, Produkt ihrer Vergangenheit sind und darum voller Facetten, widersprüchlicher Gefühle und geheimer Ziele. Überrascht werden manche Leser die Augenbrauen heben und sich fragen, wie gut kennen sie z.B. Dumbledor und Snape wirklich. Aber genau das ist Rowlings Talent. Genauso wie Hermine, Harry und Ron leben auch die anderen Figuren für den Leser, atmen, denken, fühlen, leiden.

Daher fesselt der große Kampf, auf dem das Buch natürlich zustrebt. Er tobt in Hogward und nicht nur die Zauberer, auch die anderen magischen Wesen müssen ihre Seiten wählen und den möglichen Tod ins Auge schauen. Rowling strickt - so wie Mrs. Weasley ihre weihnachtlichen Pullover - mit Bravour die Muster zu Ende. Mit einem Epilog, der 19 Jahre später spielt erstickt sie gekonnt jeden Zweifel, dass Band sieben nicht der letzte Band sein kann und wird.

Nachdem man das letzte Wort gelesen hat schließt man das Buch mit einem Kloß im Hals und weiß, dass eine große Geschichte zu Ende gegangen ist. Congratulations Mrs. Rowling!

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